King Kong lebt (1986)

Inhalt:

Nachdem der Riesenaffe Kong 1976 von den World Trade Center fiel, liegt er nun im Koma. Er soll ein künstliches Herz bekommen, aber ihm fehlt ein Blutspender. Dieser wird von dem Abenteurer  Hank Mitchell (Brian Kerwin) im Dschungel von Borneo gefunden: Lady Kong. Per Betäubungspfeile südamerikanische Ureinwohner wird das Weibchen nach Amerika abtransportiert. Dort gelingt unter der Leitung von Dr. Amy Franklin (Linda Hamilton) die Operation. Lady Kong wird in einer Lagerhalle gefangen gehalten. Kong erwacht und will zu seiner Liebsten. Nachdem ihm das gelingt, macht er vieles platt und die beiden verschwinden in die amerikanische Einöde. Das Militär findet sie, bringt sie wieder zurück und man stellt fest (nachdem man die Beiden wieder getrennt hat), dass Lady Kong schwanger ist.

Filmisches Feedback:

Da laust einen doch der Affe

Man möge mir dieses Wortspiel verzeihen.  Aber manchmal ist man doch verwundert, was man so alles sieht. Dieser Film ist die direkte Fortsetzung des ersten Remakes (1976) des Ur-Kongs von 1933. Unter der Regie desselben Regisseurs John Guillermin spinnt man einfach die Geschichte weiter. Und hier liegt ein wenig das eigentliche Problem. Es wäre besser gewesen, man hätte einen neuen Ansatz gefunden. So sind die ersten Minuten komplett von 1976 übernommen. Dann sieht man Kong auf den OP-Tisch in einen riesigen Labor (hier ein herzliches Dankeschön an den Ausstatter). Dann nimmt der Film einen sehr obskuren Verlauf.

Absurde Szenen reihen sich aneinander. Das fängt an in Borneo, wo Mitchell per Zufall Lady Kong fängt. Er läuft von ihr weg und sie mit Volltempo hinterher. Also bei ihrer Größe hätte die Lady Mitchell innerhalb von 2 Sekunden eingeholt. Aber nein, da wird gerannt ohne Ende. Gestoppt wird sie von Betäubungspfeilen. Im Ernst? Da reichen  für solch eine monströse Kreatur 5 -6 Pfeilspitzen, obwohl im Remake erst eine ganze Armada von Schusssalven Kong hinrichtet? Zudem ist die Lady recht unglücklich gestaltet. Okay, es soll ein Weibchen sein. Aber tut das Not, dass SFX-Experte und Oscargewinner für ALIEN (1979) und E.T. (1982) Carlo Rambaldi die Lady mit solchen Brüsten ausstattet? Ein Bild gepflegter Lächerlichkeit.

Es folgen viele weitere Szenerien der besonderen Art. Einer der Höhepunkte ist die OP von Kong. Alles ist so dermaßen überdimensional, dass man den ganzen Film nicht mehr ernst nehmen kann. Allein das künstliche Herz, ein Kran als „Herz“-Lieferer  und eine absolut unnötige „Gefahr“-Szene (bei dem das Herz droht herunterzufallen) zeigen, wie banal das alles ist. So geht das weiter und weiter. Und leider kommen so die Schauspieler auch unter die Räder.

Linda Hamilton (THE TERMINATOR, 1984) nimmt man ihre Rolle einfach nicht ab. Brian Kerwin (LOVE FIELD, 1992) hat davor und danach nie was wirklich Gutes zustande gebracht. Auch der aus BEVERLY HILLS COP bekannte John Ashton ist eine Parodie seiner selbst. Man gut, dass Peter Weller eine Rolle in dem Film ablehnte und lieber ROBOCOP drehte.

Ja Moment….könnte das der Sinn des Films gewesen sein? Ist er tatsächlich eine Parodie auf Monsterfilme? Kann sein, aber muss nicht. Dafür ist er zu aufwendig inszeniert und zu ernst. Allerdings muss ich auch einfach mal sagen, dass, allen Unkenrufen zum Trotz, der Film so schlecht nicht ist. Er hat gute Ansätze. So gefällt mir die Geschichte der beiden Riesenaffen, die nur versuchen ein gemeinsames Leben zu haben und durch Widrigkeiten gebremst werden. Auch die Entwicklung zur Familie finde ich gut. Zudem hat der Film gute Miniatureffekte. Obgleich die Affenkostüme affig aussehen.  Was ihm fehlt ist eine spannende Geschichte, die sich eher auf das Leben der Affen konzentrieren hätte sollen (am besten auf ihrer Insel).

PS: Ich habe hier die VHS von Vestron gesehen.