Kopfgeld für einen Killer (1972)

Die Einwohner der kleinen Stadt Trinita engagieren einen Kopfgeldjäger (Jeff Cameron), der sie von einer gewalttäatigen mexikanischen Bande beschützen soll, die das Land terrorisiert…

 

Der Italo-Western ist bei manchen beliebt und von anderen geächtet. Der Western KOPFGELD FÜR EINEN KILLER wurde in Italien im Jahr 1972 gedreht. Als Regisseure sind zwei Namen in den Datenbanken eingetragen, zum einen Oscar Santaniello und Joe D´Amato. Laut vielen Einträgen drehte Amato aber zumeist den Film, wollte jedoch nicht in den Credits namentlich genannt werden – aus Angst es könnte seiner Karriere schaden. Doch schaut man sich die Laufbahn dieses Regisseur genauer an, so drehte er ziemlich viele Filme abseits der Norm, und driftete auch ordentlich ins Hardcore Geschäft ab. Zweifellos zählen seine Filme wie “Man-Eater” von 1980, “Nackt unter Kannibalen” von 1977 und “Ator – Der Unbesiegbare” von 1984, um nur einige seiner langen Filmliste beim Namen zu nennen.

Die Story von KOPFGELD FÜR EINEN KILLER ist simpel und einfach gestrickt. Ein Dorf wird von einer mexikanischen Bande terrorisiert und die Hilferufe nach dem Gesetz scheitern kläglich. Man ruft sich professionelle Hilfe herbei indem man Kopfgeldjäger für Ihre Ziele engagiert. Sozusagen die Drecksarbeit übernehmen.

In die Rolle des Kopfgeldjägers in KOPFGELD FÜR EINEN KILLER schlüpfte der Schauspieler Jeff Cameron. Seine Karriere begann vor allem im Genre der Sandalenfilme in den 60er Jahren. Auch arbeitete Cameron als Stuntman für die Filmbranche und konnte somit einige Erfahrungen sammeln. Mitte der 60er Jahre wechselte Cameron ins Western Genre und konnte dort einige Rollen ergattern. Sei es für “Ein Halleluja für Django” von 1967, “Heute ich….morgen Du!” von 1968 oder auch seinen Auftritt in “Nur der Colt war sein Gott” aus dem Jahr 1972. 1973 drehte Cameron seinen letzten Film mit dem Titel “Pate der Bronx”.

KOPFGELD FÜR EINEN KILLER versprüht reinstes Italo Western Flair, dreckig, schmierig und rauhe Gewalt. Dazu einen wohlklingenden Score vom Komponisten Vassili Kojucharov. Seine Komposition klingt passend, stimmig und unterstützt die bewegten Bilder zunehmend. Amato fing dazu wundervolle Szenen ein, dazu gehören Saloon Schlägereien dazu, sowie auch Duelle zweier Protagonisten, oder auch wilde Schussorgien vieler Cowboys.

Besonders hervor sticht der Einfall der Skriptschreiber hervor, das sich ein Kopfgeldjäger einer Armbrust als Hilfsmittel bedient, mit der so richtig die Post abgeht und im Wilden Westen aufgeräumt wird. 

Dem Western fehlt es an manchen Stellen etwas an Logik. Die Bösewichte treten erst hervor, wenn die Armbrust mit Feuerpfeilen gespannt ist. Sie werfen sich förmlich dem Kopfgeldjäger hin. Nun bei einer einfachen Story sollte man nicht zuviel erwarten. Doch glänzt KOPFGELD FÜR EINEN KILLER mit viel Action.

Der Italo-Western ist hierzulande auf VHS und DVD erschienen. Auf VHS vom Label “Silwa”, und auf DVD von “White Pearl”, die leider dafür bekannt sind, schlechtes VHS Material ohne Nachbearbeitung auf Scheibe zu pressen. Doch diese Version unterscheidet sich sehr von anderen des Labels, das Bild ist relativ scharf und klar und kommt mit wenig Fehlern, Schlieren und Körnung aus.