Kritik: Ausgelöscht (1987)

Cash Bailey (Powers Boothe) ist ein mächtiger Drogenhändler, der seine Ware von Mexiko aus über die US-Grenze schmuggelt. Zwischen ihm und dem Texas Ranger Jack Benteen (Nick Nolte) besteht eine seltsame Bindung: Beide waren Jugendfreunde, doch nun stehen sie auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes. Als beide sich um Sarita (Maria Conchita Alonso), eine gemeinsame Freundin, streiten, ist eine Entscheidung unausweichlich.

 

Staubige, einsame Landschaften, dazwischen ragt ein kleines unbekanntes Dorf hervor, ein Sheriff vertritt das Gesetzt, allen voran gegen das Drogenkartell. Doch was passiert wenn der einstige Schulfreund aus der eigenen Jugend auf der falschen Seite des Gesetzes sein Unwesen treibt? Diese brisante und Mischung aus Western – Elementen und harter Action vereinte Regisseur Walter Hill gekonnt in AUSGELÖSCHT, im Original EXTREME PREJUDICE.

Dies geschah 1987, zuvor drehte Hill schon Filme wie EIN STAHLHARTER MANN mit Charles Bronson, DIE WARRIORS 1979 und nicht zu vergessen den Buddy – Movie Streifen NUR 48 STUNDEN mit Eddie Murphy und Nick Nolte, der auch in AUSGELÖSCHT sein Können des coolen Hüters des Gesetzes mimen durfte. Nick Nolte verkörpert in diesem Streifen den Sheriff Jack Banteen, sein Charakter strahlt eine Gelassenheit und Ruhe aus, womit seine Darstellung durch kaum Mimiken und Gesten noch verstärkt wurde. Nolte sein Gesicht wirkt auf den Zuschauer wie in Stein gemeisselt. In weiteren Rollen sind Michael Ironside, William Forsythe und Powers Boothe zu sehen. Alle Darsteller liefern sehr überzeugende Leistungen ab, und keiner fällt negativ ins Gewicht. Somit wird der simplen Story Einhalt geboten. Doch AUSGELÖSCHT weiss dem Zuschauer zu gefallen, hier wurde auf Emotionslosigkeit sehr viel Wert gelegt, und einer simplen Story vertraut, und dieses Rezept ging vollkommen auf. Die Action rückt somit ebenfalls in den Vordergrund, und der Zuschauer wird förmlich auf den Showdown hineingedrückt, was man auch mit Spannung erwartet, da muss doch noch was passieren!

Zwar weist der Film an ein paar Stellen ein paar Längen auf, doch der Spannungsbogen befindet sich gut gespannt und lässt den Zuschauer kaum die Chance sich vom Geschehen abzuwenden. Belohnt wird der aufmerksame mit heftigen und blutigen Shootouts, die man fast eher in einem Kriegsfilm vermuten würde. Sei es ein zerfetzter Fuss oder andere Körperregionen, hier fliegen die Kugel in alle erdenklichen Richtungen und finden ihr Ziel. Ist man beim ersehnten Finale angekommen, schleicht sich das Gefühl ein, man befinde sich nun in einem Western alter Tage, ein Duell zwischen den beiden Kontrahenten steht kurz bevor, und dient dazu die Angelegenheiten ins Reine zu bringen. Zwölf Uhr Mittags etwas moderner inszeniert trifft hier gut die Wortwahl. Walter Hill ist bekannt für seine Inszenierungen und Darstellungen verschiedener Elemente in einem Plot und bewies auch in AUSGELÖSCHT sein Unterfangen und Talent.

Eine kleine vielleicht kaum nennenswerte Schwäche tut sich allerdings noch auf, die deutsche Synchronstimme von Nolte klingt an manchen Stellen etwas unpassend, hier wurde versucht einen Texanischen Akzent mit hineinzubringen, was allerdings oft zu kaum verstehbaren Wörtern und Aussagen führt. Sieht man über diese kleine Schwäche hinweg, so bekommt man gute Kost geboten.

AUSGELÖSCHT gibt es auf VHS und DVD, wobei ich hier klar die digitale Version empfehlen kann, sie ist vollkommen ungeschnitten und bietet die damals fehlenden Szenen im Originalton mit deutschen Untertiteln, sie wurden nicht nachsynchronisiert, doch dies stört den Unterhaltungsfaktor nur erdenklich wenig. Es sind ungefähr 2 Minuten die damals der Schere zum Opfer fielen und später wieder in den Film eingefügt wurden. Der Film ist trocken, humorlos, knallhart und ehrlich und ist für Actionfans sozusagen ein Pflichtfilm.

Nolte war damals ein viel beschäftiger Schauspieler und konnte diverse Hauptrollen für sich gewinnen und bewies schon in diversen anderen Produktionen, das er auch einen harten, coolen Sheriff verkörpern kann.