Kritik: Black Rainbow (1989)

Walter Travis (Jason Robards) zieht mit seiner spiritistisch begabten Tochter Martha (Rosanna Arquette) durch die Lande und läßt sie Kontakt mit den Toten aufnehmen. Bei einer Sitzung in der Kirche von Oakville überbringt diese Mary Kouron (Linda Pierce) eine Nachricht von ihrem verstorbenen Ehemann Tom (Olek Krupa). Bis ins kleinste Detail berichtet Martha über dessen gewaltsamen Tod. Doch der vermeintliche Tote lebt noch. Kurze Zeit später wird dieser, wie Martha beschrieben hat, erschossen. Der ortsansässige Reporter Gary Wallace (Tom Hulce) sieht darin eine Topstory und bringt sie auf die Titelseite der Zeitung. Noch ahnt er nicht, in welcher Lebensgefahr er damit Martha gebracht hat…

 

 

Das Jenseits beschäftigt schon immer die Menschen, was kommt wohl auf einen zu wenn man das zeitliche segnet? Diese Frage kann niemand genau beantworten, zwar behaupten Menschen die dem Tode von der Klippe gesprungen sind, das es wunderschön war und ein helles Licht sie empfangen hatte, aber einen eindeutigen Beweis gibt es nicht. Somit ist es auch nicht verwunderlich das es Menschen fasziniert mit den verstorbenen in Kontakt zu treten, um einmal sich gebürtig von Ihnen zu verabschieden oder auch um mysteriöse Fälle aufzudecken. Man bedient sich an den Fähigkeiten von Personen die als Medium fungieren, die eine Verbindung zum Jenseits aufbauen können, doch wird damit auch viel Unfug betrieben und viele Menschen hinters Licht geführt, um ihnen das locker sitzende Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch was passiert wenn die Verbindung zum Jenseits sich in eine ganz andere Richtung entwickelt? Wenn man Dinge erfährt, die eigentlich noch gar nicht passiert sind? In früheren Jahrhunderten wurden durch solche Umstände unzählige Menschen der Hexerei verurteilt und mit dem Tode bestraft.

 

Doch Regisseur Mike Hodges nahm sich diesem Thema an und brachte 1989 den Mysteryfilm „Black Rainbow“ in die Kinos, auch unter dem deutschen Titel „Schwarzer Regenbogen“ bekannt. Hodges ist kein Anfänger und bewies schon mit früheren Werken sein Können und Talent. Sei es in „Get Carter“ von 1971 mit Michael Caine in der Hauptrolle oder aber auch „Flash Gordon“ von 1980, um hier nur zwei Beispiele aufzuführen. Black Rainbow ist ein Film sehr von seiner Atmosphäre lebt und gedeiht, die Spannungskurve wird konstant nach oben geschraubt, ohne auch nur einen Moment an Fahrt zu verlieren. Zudem sollte man noch erwähnen das dies ohne Gewalt, Schockeffekte oder Blutorgien geschieht.

 

Eine ganz große tragende Rolle des Films liegt bei den Schauspielern, die hier Glanzleistungen bieten. Allen voran der Schauspierlerin Rosanna Arquette, die wie viele Kritiker behaupten, ihre beste Rolle bekam und dies auch dem Zuschauer zeigt. Diese Aussage unterschreibe ich blind, ihre Rolle der Martha Travis ist beeindruckend. Sie schafft es mit Mimik und Ausstrahlung dem Zuschauer einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen zu lassen und das nur durch ihre Präsenz und Verkörperung der geheimnisvollen Martha. Sie bekommt aber Unterstützung von zwei weiteren guten Schauspielern, die Rede ist von Tom Hulce der uns hier einen Reporter bietet, der erst vollkommende Zweifel an mysteriösen Dingen hat, aber durch Geschehnisse eines besseren belehrt wird. Er zeigte schon in „Amadeus“ von 1984 sein Talent und später folgte noch „Mary Shelleys Frankenstein“ von 1994. Ein weiterer wichtiger Teil ist die Rolle des Vaters von Martha, dieser Charakter wurde von Jason Robards gespielt, der uns im Jahr 2000 durch den Krebs als Schauspieler genommen wurde.

 

Der Vater leitet das Leben seiner Tochter in seine Richtung und er benutzt ihr Talent zu seinem Vorteil, sowie er es schon bei ihrer Mutter tat. Der Film Black Rainbow fühlt sich in mehreren Genres zuhause, er bietet dem Zuschauer eine Mischung aus Drama, Mystery, Thriller und Grusel. Auch wenn der Schwerpunkt beim dramatischen liegt, die Vater und Tochter Beziehung ist der Hauptangelpunkt des Films, doch durch gewisse Fluchtversuche in andere Genres bekommt er einen intensiven Beigeschmack. Doch dies steht nicht im negativen Aspekt, eher im Gegenteil. Die Ausschweifungen ins Mysteriöse und Unheimliche beschert dem Film einen Reiz und erweckt beim Zuschauer die volle Aufmerksamkeit. Mysteriös ist der Film von Anfang an, der Zuschauer bekommt immer kleine Häppchen an Informationen vorgeworfen und muss sich selbst sein Puzzle zusammen setzen, dies gelingt auffallend gut. Jedoch muss man dem Film seine volle Aufmerksamkeit schenken, er ist kein Streifen für Nebenbei. Bei gewissen Szenen kann man als Zuschauer erahnen was demnächst auf einen zukommt, doch trifft es wirklich so ein? Die Gewissheit ist präsent, aber keinesfalls langweilig. Viele Geschehnisse, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, bekommen im späteren Verlauf des Films erst ihre tragende Rolle und klären sich dann erst auf, kleiner Tip: Die Armbanduhr von Martha.

 

Der Part des Thrillers liegt in der Rolle eines Killers, der sein Unwesen treibt, doch wer steckt hinter den Machenschaften und wieso? Alldiese und viele andere Beweg- und Hintergründe werden erst im Laufe des Films offenbart und somit bekommt man auch diverse Überraschungen und Wendungen geboten, die das lösen des Rätsels etwas komplizierter gestalten. Dies klingt vielleicht schwer und umständlich, doch es ist darstellerisch einfach gehalten worden und somit leicht verdaulich. Es wurde auch vollkommen auf Schockeffekte und Horrorszenarien verzichtet, was dem Film einen ruhigen Unterton zukommen lässt. Somit ist er ein eindeutiger Beweis dafür das man auch mit anderen Kriterien eine wahre Filmperle schaffen kann.

 

Untermalt werden viele Szenen jedoch mit einer gruseligen Soundkulisse und Melodien, die keineswegs eintönig und nervig sind. Sie unterstreichen den Touch des Grusel und Mystery gradlinig und deutlich. Black Rainbow ist eine Filmperle, der jedoch fast klanglos untergegangen ist, und somit nur wenigen ein Begriff sein dürfte. Es ist verwunderlich und erstaunlich, das so ein rundes und unterhaltsames Werk eher im Verborgenen sein Dasein tristet.

 

Wer Interesse hat, sollte ihn sich entweder auf VHS oder DVD besorgen, er besitzt eine Freigabe von FSK 16 und wird auch gelegentlich im Free TV ausgestrahlt! Durch viele positive Aspekte wird er gekonnt aus der Rige der B – Movies in die obere Liga katapultiert und ist dennoch ein Geheimtipp der es in sich hat. Er ist spannend, unheimlich, unterhaltsam und großes Kino der Vergangenheit!

 

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