Das Kindermädchen (1990)

Kate und Phil sind ein glückliches junges Paar, das für ihr neugeborenes Baby ein geeignetes Kindermädchen sucht, weil sie beide gleich nach der Geburt wieder arbeiten gehen wollen. Eigentlich wäre ihre erste Wahl ja auf eine von der Agentur empfohlene Studentin gefallen, die aber unglücklicherweise kurz darauf, durch einen Unfall zu Tode kommt. Ihr Ersatz ist die attraktive Camilla, die hervorragend mit Kindern umgehen kann. Alles scheint perfekt, würde Camilla nicht regelmäßig einem Baumgott im Wald kleine Babys opfern, was natürlich anfangs keiner ahnt.

 

Es gibt Personen im Leben den schenkt man recht schnell Vertrauen und Offenheit, da wären Polizisten, Richter, Feuerwehr und viele mehr, und für die die Kinder haben noch die Person in Form des Kindermädchens, doch was ist wenn diese nur eine Fassade widerspiegelt und ein ganz anderer Mensch im Inneren ist? Diese Erfahrung mussten im realen Leben nun schon dutzende, wenn nicht hunderte Menschen erleben, eine Person denen man vertrauensvoll die Kinder in die Obhut begebt und man wird gänzlich enttäuscht. Diese Meldungen von Kindermissbrauch und Verprügelungen sind oft in den Tagesmedien anwesend, somit war es nur eine Frage der Zeit bis diese Thematik auch den Einzug auf die Leinwand schafft.

Der einfache Titel „DAS KINDERMÄDCHEN“ (klingt langweiliger als er wirklich ist) ist ein Horrofilm aus den 90er Jahren, besser gesagt, er läutete dieses Jahrzehnt gut ein, er stammt von 1990 unter der Regie von William Friedkin entstanden. Diesen Namen dürften besonders die Fans und Anhänger von „DER EXORCIST“ von 1973 kennen, seine filmischen Wurzeln begannen im Horror – Genre, was er ziemlich früh wieder verließ um andere Genre zu bedienen, doch mit DAS KINDERMÄDCHEN kam er erfolgreich in Horror Fach zurück und lieferte zugleich einen spannenden einflussreichen Streifen ab. Zu seiner Laufbahn zählen noch Actionfilme wie „C.A.T. – OPERATION PYTHON WOLF“ von 1988 und die Komödie „DAS BOMBENGESCHÄFT“ von 1983 mit Chevy Chase in der Hauptrolle.

Man kann den Film wunderbar ins Psychothriller Genre drücken, unternimmt man dies muss man ihn mit „DIE HAND AN DER WIEDE“ von 1992 vergleichen oder sogar gleichstellen, hier wurde ebenfalls auf Spannung und eine Story gedacht die weiss wie man den Zuschauer bei der Stange hält, und mitfierbert um die Unschuldigen vor dem Bösen zu bewahren. Doch im Film „DAS KINDERMÄDCHEN“ wird noch eine Stufe draufgepackt, feinster Horror, wo auch Fans von absurden Ideen ala Trash auf ihre Unterhaltungskosten und Wünsche kommen, hier wird nicht nur der Thrillerfans befriedigt auch der Trashverehrer wird hier seine Freude haben.

Die Idee die seichte Story etwas auszuschmücken dürfte vielen auf den Magen schlagen, denn es wirkt dann noch etwas sehr dick aufgetragen was den Realistischen Aspekt doch sehr beeinträchtigt. Das das Kindermädchen, sich in einen Wolf verwandeln kann, kennt man eigentlich nur aus Werewolfstreifen, und auch das sie schier unverwundbar ist, wie zum Beispiel durch einen Autounfall grenzt eher an einen Superheldenfilm. Aber die Idee das sich die Hexe was in diesem Fall ein Kindermädchen einer Agentur ist, sich mit der Mutter Natur, einem Baum vereinen kann und sozusagen mit ihm mitleidet und mitlebt ist etwas neues fremdes, was bestimmt für ein wenig Aufsehen in der Horrorfangemeinde gesorgt hat. Betrachtet man die Effektschiene, so kann man ihm auch eine Menge Gutes zusprechen, denn sie sehen sehr gut aus, und wirken keinesfalls billig und primitiv, die Babys die geopfert in dem Baum verewigt wurden, sind sehr aufwendig inszeniert worden, realistisch sollte man in diesem Fall vermeiden, denn sowas grenzt doch eher dann an Geschmacklosigkeit.

Der Plot arbeitet sich gut Stück für Stück ab und bietet dem Zuschauer vielerlei Aspekte, man begleitet dem jungen Paar durchs Leben und anderseits der Hexe und ihre Machenschaften, die sich auch durch zeigen nackter Haut gegenüber dem Ehemann darstellt. Nicht allzu oft wird die Rolle des Kindermädchens auch die Rolle der Geliebten zugeteilt, so auch in diesem Fall, der Ehemann erliegt den Reizen auch der optischen und verfällt selbst in den Träumen seiner Vorlieben und Fantasien. Es wird kontinuierlich auf das Finale hingearbeitet, das vor allem sehr blutig und ein wenig konfuser von statten geht, hier fliesst Blut, auch wenn es nur ein Baum ist, der den Lebenssaft verliert, aber schliesslich sind es auch Lebewesen Mutter Natur. Das Finale unterhält den Fans härterer Szenen recht ansprechbar, auch wenn manches ein wenig zu sehr ins trashige gezogen wurde, und Ähnlichkeiten mit anderen Streifen werden offensichtlicher ins Bild gerückt, sei es durch eine Kettensäge, das Outfit der Hexe im Finale und manches mehr.

DAS KINDERMÄDCHEN ist klar strukturiert, liefert excellente Spannung und einen hohen Unterhaltungswert, wer die Hand an der Wiege mochte und ein Faible für Horror hat, der ist mit diesem Werk bestens versorgt und wird sich wohlfühlen. Wer sich diesen Film anschauen möchte und ihn noch nicht in der Sammlung stehen hat, kann dies entweder auf VHS oder DVD nachholen, doch in tendiere eher zur DVD Veröffentlichung von „cmv laservision“, die ungeschnitten und liefert ein scharfes Bild und klaren Ton ab, denn die geschnittene Fassung wurde um insgesamt 6 Minuten gekürzt und diese Schnitte sind mehr als eindeutig zu erkennen. Diese zurecht gestutzte Version wurde extra für Kaufhäuser angefertigt um die Masse auf diesen Film aufmerksam zu machen, also lieber Finger weg!

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