Das Mädchen von HongKong (1973)

Frank Boyd (Joachim Fuchsberger) fährt nach Hongkong, um seinen alten Kumpel Edward Collins zu besuchen, der es dort geschafft hat: Er hat einen guten Job und macht mit der Heirat mit Meredith Harris (Veronique Vendell) offenbar eine gute Partie. Allerdings wird aus dem ganzen nicht mehr: Edwards ist zwischenzeitlich ermordet worden – kurz nachdem er einen geheimnisvollen Koffer bei seiner Verlobten deponiert hat. Boyd möchte den Mörder seines Freundes suchen – nicht nur, um die Tat zu sühnen, sondern auch, da der Schwiegervater in spe (Gregoire Aslan) eine Prämie auf die Ergreifung des Mörders ausgesetzt hat.

 

Der deutsche Regisseur Jürgen Roland auch unter seinem bürgerlichen Namen Jürgen Schellack bekannt war ein Garant für den Deutschen Kriminalfilm, er drehte dutzende Tatort – Filme und war auch bei der TV – Serie „GROSSSTADTREVIER“ an einigen Episoden beteiligt. Aber auch die berühmte 9teilige Fernsehserie „TÄTER AUF DER SPUR“ sind bekannte und allseits beliebte Werke von ihm. Auch drehte er einige Filme die mit den oben genannten Werken nicht viel sonderlich gemeinsam haben, sei es „ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN“ von 1973 oder auch DAS MÄDCHEN VON HONGKONG ebenfalls aus dem Jahr 1973 worum es hier in dieser Kritik geht. 2007 verstarb Jürgen Roland aufgrund einer langen Krankheit und hinterlässt eine große Lücke im deutschen Film. DAS MÄDCHEN VON HONGKONG ist eine Mischung aus Abenteuer und Kriminalfilm, den Hauch vom Abenteuer ist aufgrund der auserwählten Locations und Sets zurückzuführen. Die Story spielt wie es der Titel im Grunde schon verrät in HONGKONG, für deutsche Produktionen war es ein schwieriges Unterfangen Filme in HONGKONG zu drehen, dies liegt viel der geschichtlichen Vergangenheit zu Grunde.

Für die Hauptrolle von Frank Boyd wurde der deutsche Schauspieler Joachim Fuchsberger verpflichtet, er ist ein alter Hase im Filmgeschäft und begeisterte die deutschen Filmfans schon mit Werken wie „EIN KÄFER GIBT VOLLGAS“ als Plato von 1972, den die meisten als DUDU Film kennen, oder auch „DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER“ und ein paar Edgar Wallace Kriminalfilme gehören zu seiner Filmlaufbahn. In weiteren Rollen sind Lia Paelz und Veronique Vendell zu sehen, Vendell spielte auch in „ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN“ mit. DAS MÄDCHEN VON HONGKONG ist ein ruhiger und recht spannender Kriminalfilm, hier wurde sehr viel Wert auf die Story gelegt und diese sehr unterhaltsam ausgeschmückt, die gewählten Locations tragen ihren festen Bestandteil zu bei. Aber auch typische Klischees fanden ihren Platz im Drehbuch, sei es die fiepigen Stimmen der weiblichen Chinesen im Film, das Frank Boyd sich andauernd einen neuen Anzug schneidern lässt, dies lässt auf die Textilindustrie HONGKONGs zurück zuführen, noch dazu kommt das es damals üblich war, das die Darsteller eine Zigarette nach der anderen rauchen, so auch Joachim Fuchsberger, den Markennamen verrate ich nicht, aufgrund von Werbung, aber soviel sie ist immer noch auf dem Markt erhältlich.

Die Actionszenen und die Martial Arts Einlagen halten sich für filmische Verhältnisse sehr zurück, man kennt schon weit wildere Filme mit diesen Einlagen die mehr zu bieten haben. Joachim Fuchsberger war nicht die beste Wahl für einen Judokämpfer, diese Kampfszenen wirken etwas deplaziert und wirken tristlos. Doch Jürgen Roland schaffte es eine spannende Atmosphäre einzubauen, und ein Running Gag fand auch sein StellDichEin, das Wort „KUMPEL“ für Freund wird von den chinesischen Darstellern mehr als nur einmal in den Mund genommen! DAS MÄDCHEN VON HONGKONG war nicht der riesen Erfolg in Deutschland, doch GenreFans wissen diesen Streifen zu schätzen und ehren ihn auf Ihre Art.

Den Film gibt es in Deutschland nur auf VHS vom Label „VPS“ in einem Pappschuber und die Freigabe ist ungeprüft, eine würdige DVD Umsetzung ist bis heute noch nicht geschehen, ebenso kann man nicht sagen ob diese Version auf VHS ungeschnitten ist. Wer für Kriminalfilme ein offenes Herz hat, und auch dem deutschen Film eine Chance gibt, sollte die Augen aufhalten denn ab und zu wird dieser Art Groschenromankrimi im Free TV ausgestrahlt und ist wenigstens einen Blick wert.

 

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