Der Horror-Alligator (1980)

Ein Baby-Alligator, der als Geburtstagsgeschenk gedacht war, landet über den Toilettenweg in der Kanalisation einer Großstadt und ernährt sich dort über Jahre hinweg von Hundekadavern aus einem Versuchsinstitut, denen Wachstumshormone gespritzt worden waren. Er wächst in der Folge zu gigantischer Größe heran, bis er sich irgendwann auch menschliche Opfer unter den Besuchern der Kanalisation sucht. Der Polizist David (Robert Forster) wird auf die Todesfälle angesetzt, obwohl er aufgrund eines alten Falls keinen guten Leumund hat. Tatsächlich stöbert er das Reptil im Untergrund auf, doch alle Versuche das Tier mit Hilfe der Wissenschaftlerin Marika (Robin Riker) aufzustöbern haben keinen Erfolg. Stattdessen bricht es schließlich in die Stadt aus und terrorisiert die Bewohner. Die setzen daraufhin den Großwildjäger Brock (Henry Silva) auf das Tier an…

Das Tiere kein Spielzeug für kleine Kinder sind, nahm sich 1980 der Regisseur LEWIS TEAGUE filmisch vor, und verpackte es in einem B – Movie, mit einem Hauch Drama und Ironie. DER HORROR-ALLIGATOR ist ein Beispiel für den Versuch einen ernsthaften Tierhorror Streifen zu drehen, der ganz ohne CGI Effekte auskommt, und auch einen ernsten Blick auf die Menschen wirft. TEAGUE drehte auch viele weitere bekannte Filme nach diesem, sei es CUJO von 1983, KATZENAUGE von 1985 und nicht zu vergessen den Actioner NAVY SEALS von 1990 mit Charlie Sheen, Michael Biehn und Bill Paxton in den Hauptrollen.

Schon die Anfangssequenz macht dem Zuschauer deutlich worauf er sich hier filmisch eingelassen hat. Hier wird der Humor auch mit in die Story eingepackt. In einem Sumpfgebiet werden den amerikanischen Bürgen Kämpfen zwischen Mensch und Tier, in diesem Fall einem Alligator präsentiert. Ein harter und blutiger Kampf zwischen den beiden Rassen ist im vollen Gange und der Mensch kann nur schwer dem blutrünstigen Maul entkommen, wird aber von den Massen als Held gefeiert. Ein kleines Mädchen bekommt einen Baby-Alligator von ihrer Mutter geschenkt, obwohl die Mutter gegen solche Kämpfe und Tiere ist, Ironie pur! Doch das kleine Tierchen entkommt aus den Händen des Mädchens und landet durch eine Reise mithilfe der Toilette in die hiesige Kanalisation.

Das typische Klischee des Einzelgängers der Polizei, in diesem Fall vom Cop Madison (gespielt von Robert Foster) wird hier vollends ausgespielt. Kein Mensch glaubt ihm das in der Kanalisation ein 6m grosser Alligator sein Unwesen treibt, so bleibt es nicht verwunderlich das er im Alleingang sich auf die Suche nach dem Vieh macht. FOSTER schafft es der Rolle des David Madison einen coolen, charmanten aber dennoch chaotischen Cop darzustellen. FOSTER bewies schon in dutzend anderen Produktionen das er eine Menge aus einer Rolle herausholt, sei es in DAS SCHWARZE LOCH von 1979 oder auch Jahre später in MANIAC COP 3 1992 als Dr. Powell, aber auch AMERICAN YAKUZA von 1993 als Littman sollte nicht unerwähnt bleiben. In DER HORROR-ALLIGATOR trägt er noch das Los ein paar Runnings Gags durch die Story zu tragen. Dies verhilft ihm beim Zuschauer zu Punkten und eine gewisse Sympathie aufzubauen. Somit hebt er sich deutlich von den anderen Charakteren hervor und lässt sie etwas im Regen stehen.

Natürlich wächst ein Alligator nicht einfach so auf eine enorme Grösse heran, hier bedient man sich dem Klischee der Pharma-Industrie, die ihre Abfälle still und heimlich in die Kanalisation giesst, die natürlich dem Tier als gutes Futter dienen.

Neben den Tierhorror Szenen die recht trickreich mit einfachen Mitteln inszeniert wurden, bekommt der Zuschauer noch einen Hauch Drama und Romanze geboten, doch diese verhalten sich bedeckt und nehmen dem Hauptgeschehen nicht den tragenden Teil der Story weg. Der Hauch Ironie der sich durch die Story noch hindurch schlängelt, rundet das Erlebnis des Zuschauers auf eine gesunde Art ab.

Zwar ist am Anfang des Films der Alligator nur schemenhaft zu erkennen, dies dient dem Spannungsaufbau, man möchte ja nicht gleich das Horror Tier in voller Pracht präsentieren. Wenn man bedenkt das 1980 für den Dreh nur ein kleines Budget zur Verfügung stand, so wurde gekonnt getrickst. Meist sieht man einen echten Alligator, der in ein bestehendes Bild hinein projiziert wurde, oder aber durch eine nachgebaute Kulisse krabbelt. Lediglich wenn er fröhlich zubeisst, und das tut er ordentlich, hier verlieren die Charaktere so einige Körperteile, dann sieht man das es sich um einen präperierten Alligator handelt. Doch diese kleine Schwäche nimmt dem Zuschauer nicht den Unterhaltungsspaß – hier bietet uns TEAGUE einen guten und soliden B – Movie Horrorstreifen.

DER HORROR-ALLIGATOR besitzt eine Freigabe von 16 Jahren und kann schon für wenig Geld käuflich erworben werden. Die DVD Version von LASER PARADISE ist ungeschnitten, und es gibt diesen Teil noch mit der dazugehörigen Fortsetzung in einer schönen Doppel DVD Box – ebenfalls für ein paar Euro zu bekommen.

Wer für Tierhorror mit einem Hauch Trash was übrig hat, sollte sich diesen Film anschauen, enttäuscht werden wird er nicht.