Interpol ist auf der Spur eines Multi – Million – Dollar – Heroin – Deals.
Alvin, Interpols bester Rauschgiftfahnder, wird auf die Spur von Rudolf, einen der Hintermänner angesetzt.
Während Alvins Ermittlungen grosse Fortschritte machen, wird er von 4 Killern bedroht und seine Frau kaltblütig ermordet.
Alvin von Rachegedanken geleitet nimmt die Verfolgung bis nach Hongkong auf, wo er Hilfe bei Polizeiinspektor Gordon findet.
Ein Mann der alten Schule der nach dem Prinzip: AUGE UM AUGE , ZAHN UM ZAHN vorgeht.

Leute, haltet euch fest und bindet euch eure Stirnbänder um, den es ist Zeit für „Ninjas“! Nicht irgendwelche Ninjas, Nein. Es sind die Ninjas des Meisters himself „Godfrey Ho“ – Mastermind unzähliger Flickwerke. Mit dem Film „Der Schwarze Tiger“ beweist uns der alte Sparfuchs, dass es gar nicht nötig ist, Filme linear zu erzählen oder gar noch auf so etwas wie eine Story zu setzten. Evt. ist der gute „Ho“ auch ein verkannter Arthouse Filmer alter Schule, wohlmöglich damals seiner Zeit vorraus?! Wir wollen es heute jedoch einfach mal Trash nennen!

Die Story ist schnell erzählt (und eher nebensächlich). Es geht wie so oft um „Stoff“, maybe Heroin, vielleicht aber auch gutes altes Dope?! So etwas ähnliches wie Geschulte Schauspieler verkaufen es sich gegenseitig, jedoch haben Sie dabei unterschiedliche Auffassungen der aktuellen Schwarzmarktpreise. Nach einem kurzen Feuergefecht sind die Fronten verhärtet. Doch die Hüter des Gestztes greifen ein und deeskalieren durch martialisches eingreifen. Die Cops unter harter führung unseres Titelhelden Alvin (Alphonse Beni) bringen einen schlimmen Gangster dazu gegen seinen Boss „Rudolf“ (ja, ich weiß) auszusagen. Das dies dem Oberschurken nicht gefällt liegt auf der Hand. Dem ollen Alvin ( gesprochen Elvin) wird die Frau genommen und der Kronzeuge wird terminiert. Zu allem übel wird unserem Supercop nun auch noch der Fall entzogen. Das weitere vorgehen ist klar. – Selbstjustiz – . Alvin bestellt Kumpel Gordon (Richard Harrison) zu sich nach Hot-Spot Hongkong und ab geht die wilde Fahrt. Das undynamische Duo kloppt sich durch, bis nach oben. Dort erwartet Sie eine, Hust, epische Schlacht mit dem Ninja-Drogen-Syndicat unter Leitung von Rudolf und Norman einem mächtigen dunklen Gefährten. Was dazwischen passiert ist, ein anderer Film (das meine ich nicht sprichwörtlich!

Die uns hier vorliegende Gurke ist nicht einfach zu beschreiben, es handelt sich um 2 verschiedene Filme die Godfrey Ho zu einem verwurstelt hat bzw. Material nachgedreht und eingebettet. Ich möchte gar nicht zuviel verraten, da man es sehen muss, um es zu glauben! Die „Konferenzräume“ der Schurken, sowie die Räumlichkeiten der Polizisten, scheinen im Büro des Regisseurs gedreht worden zu sein. Die Ausstattung allgemein ist höchstwahscheinlich 5 Minuten vor Drehbeginn aufgebaut worden und lädt zum Kopfschütteln ein. Das Budget für die Beleuchtung wurde gleich komplett eingespart, Tageslicht oder die Deckenlampen machens schließlich auch! Die Kostüme hat man sich wohl untereinander aus dem heimischen Kleiderschrank geliehen und die Ninjaanzüge sehen so schön bunt aus, als seien Sie aus dem Karnevalsverein entwendet worden. Sowieso ist in diesem Film jeder in fernöstlicher Kampfkunst geschult (oder was danach aussehen soll). Im Hongkonger Filmbusiness der 80er Jahre war wohl jeder 2te Darsteller waschechter Ninja. Richard Harrison (Gordon) ist wohl als eigentlicher Hauptdarsteller zu nennen. Zwischen 1984-1988 spielte er in zahlreichen Ninjawerken und kurbelt seine Vorstellung souverän runter. Alvin alias Alphonse Beni ist nicht gerade als Aushängeschild seiner Zunft zu betrachten und hat es trotz allem in einige Billig-Schinken dieser Zeit geschafft. Gordon & Norman geben sich redlich Mühe, die schlimmen Bubies zu mimen und machen ihre Sache für solch ein Machwerk recht gut. Alles was sich dann noch an Nebendarstellern tummelt (man sollte eher von Statisten mit Text sprechen) ist eine Sichtung alle mal wert. Allerdings gilt das alles nur für den Teil des Films, der als „Der Schwarze Tiger“ gedreht wurde. Der Film, der als Füllmaterial dient, ist in sich doch eher als bessere B-Ware anzusehen. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit um den Action-Film „A Girl Rogue“ (Taiwan 1984). Dieser Film zeigt auch keine Ninjas und konzentriert sich auf eine weibliche Hauptdarstellerin.

Der Schwarze Tiger ist mit einer beeindruckend schlechten deutschen Synchro ausgestattet, die verdammt viel Spaß beim schauen bereitet. Es ist ein wahrer Genuß sich diesen Verbalen Entgleisungen auszusetzen. Natürlich steigt die Synchro nicht in Sphären eines „Django Nudo“ auf, ist aber definitiv in einer Liga mit solchem angesiedelt. Bis heute ist diese Perle in unseren Landen nur auf VHS erschienen, das wird höchstwahrscheinlich auch noch eine Weile so bleiben, es sei denn, ein Label erbarmt sich und haut das Ding für eine Kaufhaus Collection mit anderen seiner Art heraus.

Mein persönliches Erlebnis mit diesem Film bleibt ein kleines Highlight auf der Suche nach den vergessenen Filmen der Video-Zeit. Nehmet Bier zu euch und lasset euch die Sinne vernebeln von dieser Trashgranate!