Kritik: Der Sohn der Hölle (1988)

Auch wenn ihre Scherze bisweilen makaber und geschmacklos sind, fühlten sich die Bewohner der “SAINT BONIFACE SCHOOL” recht wohl. Alles ging seinen gewohnten Gang. Bis zu dem Tag, als Daniel kam. Charlie bemerkt als erster, dass die sich häufenden Unfälle kein Zufall sind. Aber niemand will ihm glauben. Erst als zwei Schüler auf grausame Art ums Leben kommen, begreifen die Heimleiter, dass Charlie kein Spinner ist. Daniel verfügt über diabolische Kräfte. Kein Wunder – er ist Satans Sohn!

Der Sohn der Hölle erinnert einen irgendwie an die Carrie – Filme, denn auch wie bei Carrie geht es hier um diabolische Kräfte, die erst zum vollen Einsatz kommen nachdem andere Beteiligte diese besagte Person auf übelstes geärgert und getriezt hatten. Doch wieso auch nicht, das dachte sich wohl auch Deryn Warren als er auf dem Regiestuhl Platz nahm, es war erst sein zweiter Film, 1987 drehte er „DÄMON DES TODES“, und 1991 folgte „BLACK MAGIC WOMAN“ womit er auch seine Regiekarriere an den Nagel hing und nie wieder auf dem Regiestuhl Platz nahm.

DER SOHN DER HÖLLE stammt aus dem Jahr 1988 und ist eher im B – wenn nicht sogar C – Movie Bereich einzuordnen, dies merkt man vor allem an den weiteren Schauspielern die am Film beteiligt waren, und auch die Setswahl ist nicht gerade vom feinsten gekrönt, dazu später aber mehr. Die meisten Akteure im Film können nur ihre Rolle aus diesem Film in ihren Lebenslauf vorweisen, die Schauspielerin Twink Caplan ist die einzige Darstellerin die dutzende Filme nach diesem gedreht hatte, dazu zählen Filme wie „KUCK MAL WER DA SPRICHT“ von 1989, „CLUELESS – WAS SONST?“ von 1995 und „DER BESTE VATER DER WELT“ von 1999 mit den Olson – Zwillingen, und lediglich die Schauspielerin Aarin Teich kann noch zwei weitere Werke vorweisen, diese wären „DÄMON DES TODES“ was auch ihr erster Film war, und später folgte noch „DARKROOM“ aus dem selbigen Jahr wie DER SOHN DER HÖLLE.

Der Film ist im Genre von Horror einzuordnen, und kann dieses auch mit einigen derben härteren Szenen und Schockelementen unterstützen, doch leider lässt der Spannungsaufbau doch sehr zu wünschen übrig, in der ersten Hälfte des Films passiert nicht gerade viel, man lernt ein paar Akteure und ihre Rollen kennen, und auch die Wohneinrichtung wo verschiedene Jugendliche untergebracht sind, werden dem Zuschauer etwas näher gebracht, doch leider geschieht dies sehr oberflächlich und flach und bringt nur wenig Informationen an den Tag. Erst als Daniel ins Jugendhaus Einzug hält, beginnt der Film zu laufen, die Probleme der Kids untereinander stehen im Vordergrund und die Schabernacks von den anderen an seiner Person, doch die Rache von Daniel lässt dann gott sei Dank nicht allzu lange auf sich warten. Auch wenn manches von anderen Produktionen mit dieser Thematik angekupfert wirkt, so können diese Elemente den Zuschauer recht anschaubar unterhalten und fesseln.

Die Story ist nicht sonderlich neu, und wurde lediglich ein wenig umgerührt um Abwechslung vorzugaukeln, doch wenn man über dieses Manko ein wenig hinweg sieht, so bekommt man doch recht anschaubare Horrorkost geboten. Darstellerisch sollte man nicht allzu viel erwarten und sich nicht erschrecken über die plumpen Gesten und Mimiken diverser Darsteller, schliesslich waren fast allesamt Laiendarsteller und konnten keine Erfahrungen vorweisen, auch sind diverse Handlungen von Personen nur schwer nachvollziehen, aber dies ist eigentlich in einem Horrorstreifen doch schon fast normal, und auch Klischees sollten bedient werden, sei es das man bei einer Flucht immer dahin rennt, wo man nicht entkommen kann, also nach oben! Aber nun gut, im Grossen und Ganzen kann der Film Spaß machen, und wenn man seine Gedanken an anderen ähnlichen Streifen etwas in den Hintergrund rückt, weiss der Film zu gefallen und zu gefallen.

Die Setauswahl fürs Drehbuch beschränkt sich hauptsächlich auf das Haus der Jugendlichen, die durch Heimleiter betreut werden, das alle Jugendlichen irgendwie ihre Seelischen oder Psychischen Probleme mit sich tragen sei nur am Rande erwähnt, somit ist Daniel kein wirklicher Aussenseiter wie man es üblicherweise aus anderen Filmen kennt.

DER SOHN AUS DER HÖLLE gibt es in Deutschland nur auf VHS und hat eine Freigabe von 18 erhalten, die durchaus gerechtfertigt ist, zwar fliesst hier nicht Literweise der rote Lebenssaft, doch hin und wieder tauchen etwas düstere, härtere Szenen auf, und das mit nur wenig Special Effekten, hier wurde viel mit Licht und Nebel gearbeitet, was den Machern sehr ansprechbar gelungen ist. Wer auf Horrorstreifen abseits des Mainstreams ein wenig übrig hat, und noch im Besitz eines VHS Rekorders ist, der sollte mal nach diesem Streifen Ausschau halten, er weiss dem Zuschauer gute 88 Minuten ungeschnitten zu unterhalten, er ist beim Label „RCA COLUMBIA“ erschienen.

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