Kritik: Die BMX-Bande (1983)

Drei Jugendliche (u.a. Nicole Kidman) finden bei einem Angelausflug eine Kiste mit Walkie-Talkies, die von ein paar trotteligen Ganoven für einen großen Coup vorgesehen sind, denn diese Geräte wurde so präpariert, damit man auch den Polizeifunk abhören kann. Dass sie sich damit in ungeahnte Schwierigkeiten bringen, bemerken sie recht bald. Gemeinsam versuchen sie den Gefahren zu trotzen…

Oje, was erwartet mich da, dachte ich, als ich mir die BluRay angeschafft habe. Ich hatte bis dahin noch nie was von diesem Film gehört, war aber erstaunt, dass er angeblich so erfolgreich in Deutschland war. Hab ich da was nicht mitbekommen? Als ich mich entschloss, diesen Film zu rezensieren und ein wenig recherchiert habe, bezog sich der Erfolg wohl eher auf die Zuschauerzahl von gut fünf Millionen in der DDR, denn auch dort wurde der Film tatsächlich vermarktet; allerdings kam er dort erst im Januar 1989 in die Kinos, also kurz vor dem Fall der Mauer.

Die Geschichte in Die BMX-Bande ist zu doof, um sie erklären zu können.“ So lautete eine kurze Kritik zum Film. Und ich muss zugeben, dass ich keine hohen Erwartungen an diesen Film hatte, und vielleicht liegt es genau daran, dass er mich dennoch positiv überrascht hat. Punkten kann der Film auf jeden Fall mit einer recht rasanten Inszenierung bei der BMX-Akrobatik und einer sehr gelungenen Kameraführung, dass einen schon schwindelig werden kann, wenn man den Film auf einer Leinwand schaut. Das Cinemascope wird hier exzellent ausgenutzt und kommt wunderbar zu Geltung, und da der Film fast nur draußen spielt, kann man sich noch an schönen Außenausnahmen regelrecht „ergötzen“. Regisseur Brian Trenchard-Smith und sein Team hatten echt Glück mit dem Wetter, denn die Sonne scheint hier geradezu endlos. Und wo ich gerade beim Regisseur Brian Trenchard-Smith bin, erwähne ich noch schnell, dass er bis heute als Produzent und Regisseur tätig ist. Sein letzter Film „Ice Twister 2“ entstand 2010. In den Neunzigern drehte er u.a. auch „Leprechaun 3“ und „Leprechaun 4“. Aber letztendlich kenne ich keinen einzigen anderen Film von ihm.

Darstellerisch bewegen sich die Schauspieler im Mittelfeld. Nicole Kidman als Teenager hat schon seinen Reiz, aber das liegt eigentlich nur daran, weil sie inzwischen ein Weltstar ist und auch weitaus bessere Rollen spielen durfte, wo sie ihr Talent zeigen konnte, denn in Die BMX-Bande ist sie definitiv unterfordert, obwohl sie sicherlich den meisten Text hat. Aber dafür dürfen wir uns an ihrer noch damals vorhandenen Lockenpracht erfreuen. :) Ihre beiden Filmpartner James Lugton und Angelo D’Angelo haben nach diesem Film bis heute noch in diversen kleineren Film- und Fernsehproduktionen mitgespielt, die aber hierzulande nicht so bekannt sind. James Lugton drehte 1987 zusammen mit Nicole Kidman den australischen Thriller „Tanz der Schatten“. Da ich den Film nicht kenne, kann ich nicht sagen, ob die beiden Szenen miteinander in diesem Film haben.

Erwähnen sollte man noch die beiden trotteligen Ganoven, die in Die BMX-Bande hinter den drei Hauptdarstellern her sind, um die Walkie-Talkies wiederzubekommen. Diese werden von John Ley und David Argue gespielt und haben hier definitiv die meisten Lacher, obwohl es auch so einige peinliche Momente sind, die einem zum Lachen bringen können. So manchen peinlichen Rohrkrepierer muss man als Zuschauer erdulden. Aber letztendlich macht es Spaß, dabei zuzusehen, wie die beiden von den drei BMX-Akrobaten regelrecht in die Pfanne gehauen werden. In der deutschen Synchronisation werden die beiden übrigens von Tommy Piper und Oliver Grimm gesprochen. Und vielleicht liegt es gerade an diesen Sprechern, dass der Film recht gut unterhalten kann, denn was die Übersetzung betrifft, hat man bei diesen Charakteren so einiges verschlimmbessert. Aber ausnahmsweise sage auch ich als Verfechter des Originaltons, dass das nicht sonderlich gestört hat. Im Gegenteil, es erhöhte den Unterhaltungswert des Films um einige Nuancen. Außerdem hat es mich dazu animiert, sich den Film direkt nochmal im O-Ton anzusehen, um die Unterschiede herauszuhören. ;)

Die BMX-Bande gibt als VHS, DVD und BluRay. Und nur die BluRay ist ungeschnitten, denn aus irgendeinen Grund ist für die Video- und DVD-Fassung eine kleine Dialogszene abhanden gekommen, sodass man diese Stelle einfach weggelassen hat. Aber angeblich war diese Szene bei alten TV-Master vorhanden und wurde so auch im Fernsehen gezeigt. Alle Fassungen sind ab 6 Jahren freigegeben.

Fazit: Doof – aber unterhaltsam. Mehr nicht. :)

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