Kritik: Die Schläger von Brooklyn (1980)

Zwischen den Häuserschluchten der Lower East Side von New York herrscht der Terror. Angel Cruz und seine Gang – die “Souls” – verbreiten Angst und Schrecken unter den eingeschüchterten Bewohnern dieses Viertels. Diebstähle, Überfälle und sinnlose Verwüstungen sind an der Tagesordnung – die “Souls” toben ungestraft wie apokalyptische Reiter. Inmitten diese Hölle gerät der gestrandete Matrose Tommy, der nur den einen Wunsch hat, sofort den Slums wieder zu entfliehen. Doch als es zu einem kaltblütigen Mord kommt, nimmt er allein und scheinbar ohne Chancen zum Überleben den Kampf gegen die “Souls” auf. Denn wer sich gegen die Gesetze der Gang auflehnt, ist bereits ein verlorener Mann.

 

Wer die Filmreihe DEATH WISH kennt und liebt, wird sich auch mit dem Film DIE SCHLÄGER VON BROOKLYN oder auch unter dem Titel TERROR IN BROOKLYN anfreunden können, der von 1980 ist. Unter der Regieanweisungen von John Flynn der uns 2007 durch einen natürlichen Tod verlassen hat, entstand ein gutes Beispiel für die Machart von Filmen in denen ein einziger Mensch sich gegen das sozusagen Böse auflehnt und somit was bewegt und verändert, der Kampf Gut gegen Böse ist gestartet.

Flynn brachte uns in seiner Laufbahn aber noch zahlreiche andere Filme näher, da wäre zum einen der Film BRAINSCAN von 1994 der ein gutes Beispiel für einen spannenden Horrorfilm darstellt oder auch LOCK UP – ÜBERLEBEN IST ALLES von 1989 mit Sylvester Stallone, der uns den Knastalltag ins heimische Wohnzimmer brachte, und wer auf sogenannte Biographien ein Faible hat, der konnte sich bestimmt für MARILYN MONROE – EINE WAHRE GESCHICHTE von 1980 ebenfalls begeistern lassen.

Für die Hauptrolle in TERROR IN BROOKLYN konnte man Jan – Michael Vincent casten, den die meisten wohl aus der bekannten und beliebten TV – Serie AIRWOLF kennen dürften, aber auch in zig weiteren Filmen war der Schauspieler präsent und bewies des öfteren das er schauspielerisches Talent besitzt, so wie in KALTER HAUCH von 1972 mit Charles Bronson, oder auch 700 MEILEN WESTWÄRTS von 1975 wo er sich aufs Pferd anstatt in einen Hubschrauber schwing, aber auch STRASSE DER VERDAMMNIS von 1977 war ein markantes Gesicht. Wenn man sich den Cast genauer anschaut, fällt einem noch ein Name sehr deutlich auf Jerry Bruckheimer, er produzierte diesen Streifen mit, wird aber nicht als Hauptproduzent aufgeführt.

Es gibt zahlreiche Filme in denen das Ghetto von New York der Hauptangelpunkt des Films darstellt, sei es THE WARRIORS zum einen, aber dieser Film hier behandelt diese Thematik aus einem anderen Blickwinkel heraus, hier stehen nicht die Gangs im Vordergrund, sondern die Geschichte von einem einzelnen Menschen der sozusagen gestrandet ist, ein Matrose der seine Papiere abgeben musste und nun gezwungen ist in Brooklyn zu bleiben bis er Arbeit findet, er versucht sich aus allem Geschehnissen im Viertel herauszuhalten, doch durch einen Zufall wird er hineingezogen. Zwar sind die Darstellungen der Gang und des Viertels recht oberflächlich dargestellt worden, aber sie kommen ohne die typischen Klischees aus, und wissen dem Zuschauer zu gefallen, und die einzelnen Charaktere sind dem Zuschauer auf Anhieb sehr sympathisch. Man kann sich sogar mit dem einen oder anderen ein wenig indentifizieren.

Natürlich durfte eine Liebesgeschichte im Drehbuch ebenfalls nicht fehlen, sie spielt sich aber nicht auf, und dient in erster Linie zum Storyaufbau und nimmt nur wenig Screentime ein. Das Tempo nimmt im Laufe des Films ordentlich zu, und man bekommt hin und wieder auch mal eine ordentliche Schlägerei zu sehen, aber TERROR IN BROOKLYN ist in erster Linie kein Actionstreifen, sondern eher als Drama anzusiedeln, jedoch sind die wenigen Kampfszenen eine willkommende Abwechslung. Ein Manko hat noch der Streifen, ein paar Plots sind sehr leicht vorhersehbar und sind nur mit wenig Tiefe dargestellt worden, hier hätte man vielleicht ein wenig mehr auf Details achten sollen, aber im Grossen und Ganzen weiss der Film zu unterhalten und zu überzeugen.

Alle Darsteller liefern sehr gute Leistungen ab, keiner fällt negativ auf. TERROR IN BROOKLYN ist spannend und unterhaltsam und reiht in der Rige der Ghettostreifen wunderbar ein, und sollte in keiner guten Sammlung fehlen, doch hier wird es einem sehr schwer gemacht, den Film gibt es in Deutschland nur auf VHS und dies in nur einen Auflage vom Label VCL, sie hat eine Freigabe von 16 und ist komplett ungeschnitten, es handelt sich um die Original Kinofassung, hier wird mal eine gerechte DVD Umsetzung längst fällig.

TERROR IN BROOKLYN ist nicht nur was für Bruckheimer Fans, die sich eins seiner früheren Werke gerne anschauen möchten, auch Fans von Gang Filmen kommen hier auf ihre Kosten und werden nicht enttäuscht sein.