Kritik: Die Teufelin (1989)

Ruth (Roseanne Barr) ist eine extrem unglückliche Frau. Ihr Leben ist das Haus und die Kinder, ihre Ehemann Bob (Ed Begley jr.) ist als Anwalt ständig unterwegs und sie als übergewichtiges, ungeschicktes und deswegen sexuell unattraktives Anhängsel mehr als frustriert. Als Bob eines Tages eine Liaison mit Mary Fisher (Meryl Streep), einer Cartland-ähnlichen Autorin schwültiger Liebesromane beginnt und auszieht, läuft das Faß über. Ruth wird zur bösartigen Furie und beschließt, es Bob und Mary Fisher heimzuzahlen, indem sie nacheinander alles zerstört, was ihr und sein Leben ausmacht: das Heim, die Kinder, den Beruf, die Freiheit. Und Ruth entpuppt sich als geschickter Rachegeist.

 

Das Menschen zwei Gesichter haben können, ist jedem bekannt, und vor allem die weiblichen Geschöpfe der Weltbevölkerung können so manches unbekanntes Wesen an den Tag bringen, dies gilt vor allem auch in der Filmwelt, man kennt manche Schauspieler oder Schauspielerinnen nur als nett, freundlich und liebevoll, und ehe man sich versieht, entdeckt man sie in einer ganz anderen Rolle, so auch mit Comedy Star Roseanne Barr.

Als mehrfache Mutter in der gleichnamigen Serie, kümmert sie sich aufopfernd um alle und löst Probleme ganz auf ihrer Art und Weise, und nun spielt sie eine Frau die der Männerwelt viel böses antun vermag? So halt geschehen in DIE TEUFELIN. Regie führte ebenfalls eine Frau, nämlich Susan Seidelman, die uns auch Filme wie SUSAN….VERZWEIFELT GESUCHT von 1985 und COOKIE – DIE TOCHTER DES PATEN von 1989 näher brachte. In der Hauptrolle der TEUFELIN wie oben bereits erwähnt, Roseanne Barr, ihre Filmrollen sind eher in der Minderheit, und meist spielte sie sich in anderen Serien oder Filmen meist sich selbst, an ihrer Seite jedoch ein ganz anderes bekanntes weibliches Gesicht, die Rede ist von Meryl Streep, ihre mit bekannteste Rolle dürfte die der Madeline Ashton aus DER TOD STEHT IHR GUT von 1992, mit Bruce Willis und Goldie Hawn in weiteren Rollen, aber auch in anderen Werken mit den Titeln SILKWOOD von 1983 oder DAS GEISTERHAUS aus dem Jahr 1993 zählen zu Ihrer Filmlaufbahn.

DIE TEUFELIN ist eine waschechte Komödie, die rasant zur Sache geht, und so manche Schmunzler und Lacher beim Zuschauer verursacht, dies ist vor allem der Inszenierung von Roseanne zu verdanken, durch sie wird der Film erst richtig interessant und man erwartet geduldig den Moment als sie förmlich zur TEUFELIN mutiert und Rache an der Männerwelt nimmt. Der Film übertreibt ganz gerne an diversen Stellen und der Zuschauer ist durch den gekonnten Spannungsaufbau sehr aufmerksam um zu sehen wie weit gewisse Personen im Film gehen, und dem sei gesagt, das manche Charaktere sehr weit gehen.

Jedoch gibt es auch ein paar Macken und Kanten, die Rolle der Streep ist etwas finster und makaber, sie hat doch alles, Geld, Luxus, einen Sex-Diener und vieles mehr, aber glücklich ist sie trotzdem nicht ganz, den Part des Ehemanns kann man wohl oft nur mehr als zustimmen, ein geiler Alter Bock der nur eins im Koppe hat, das diese Ansichten bei anderen Wesen auf Unmut stösst, dürfte somit jedem klar sein. Der Zuschauer bekommt immer sogenannte kleine Appetithäppchen geboten und vieles wird erst nach und nach klar, doch trotzdem besitzt der Streifen einen soliden und gesunden Spannungsaufbau und weiss den Zuschauer zu unterhalten.

Den Film DIE TEUFELIN gibt es auf VHS und DVD und hat in Deutschland eine Freigabe von 12 bekommen und wird des öfteren im Free TV gezeigt. Wer eine brisante und flotte Komödie sucht, kann und sollte sich diesen Film anschauen oder für die heimische Sammlung besorgen.