Kritik: Ein dicker Hund (1982)

Der schwerreiche Bittermagen und sein Freund und Hausarzt Professor Pfiff sind vom Wettfieber besessen. Bittermagen (der Erfinder des berühmten Magenbitters) kommt eines Tages auf die Schnapsidee zu wetten, dass sein Neffe Tommi und Pfiffs Tochter Julia heiraten werden. Pfiff ist sicher, dass er diese Wette gewinnen wird – und setzt dagegen. Mit dem Einfallsreichtum von Bittermagen hat er dabei nicht gerechnet. Der wird im wahrsten Sinne des Wortes “sterbenskrank” und lässt Tommi und Julia an sein “Sterbebett” rufen.

In den 80er Jahren waren Klamaukfilme das Non plus Ultra im Deutschen Filmgeschäft, dazu zählt auch der 1982 erschienene EIN DICKER HUND. Unter der Regie von Franz Marischka entstand Blödelwerk ala DIE SUPERNASEN, jedoch mit viel mehr Stars aus dem deutschen Showgeschäft. Zu Marischkas weiteren Werken zählen vor allem die LASS JUCKEN KUMPEL Filmreihe, aber auch Titel wie SUNSHINE REGGAE AUF IBIZA von 1983 mit Karl Dall und Gottlieb Wendehals in den Hauptrollen. Marischka war dem Erotikfilm verschrien, was man auch in seinen anderen Produktionen bemerkt, man bekommt recht viel Haut zu sehen, nackte Frauen, wo man meist nur die Brüste entblösst sieht und der Rest wurde geschickt verdeckt.

Für EIN DICKER HUND wurden zahlreiche Film und Fernsehstars gecastet, hierzu zählen Gunter Philipp, Thomas Ohrner, Willi Millowitsch, Heinz Schenk, Herbert Fux, Anja Schüte und nicht zu vergessen Helga Feddersen, allein sie ist unvergessen mit ihrer markanten nervigen Stimme. Storytechnisch sollte man so einem Streifen der von LISA Film vertrieben wurde, nicht erwarten, hier reiht sich Gag an Gag und viele Situationskomiken fanden ihren Platz im Drehbuch. Auch wenn manche von den Sprüchen heutzutage etwas angestaubt wirken, so haben nur wenige ihren Reiz und ihren Charme verloren, der ein oder andere Schmunzler wird beim Zuschauer dennoch vorzufinden sein.

Musikalisch wird der Film von der Gruppe RELAX mit ihrem Song WEIL I DI MOG und NIE MEHR IM LEB´N FAHR I ACHTERBAHN, ein wenig Neue Deutsche Welle mit schweizerischen Akzent, aber auch viele weitere bekannte Songstücke werden vom Zuschauer vernommen, der Trip in die 80er Jahre ist somit perfekt. EIN DICKER HUND ist nicht der beste Film von LISA FILM, aber er gehört zur deutschen Filmgeschichte, und Fans von Klamaukstreifen sollten ihn ohnehin schon kennen.

In den 90er Jahren wurde auch dieser Film des öfteren im Sonntag Nachmittagsprogramm ausgestrahlt, was leider nicht mehr der Fall ist, wer ihn sich dennoch mal wieder anschauen möchte, sollte zur DVD vom Label MARKETING greifen, sie bietet ein sauberes, klares Bild und den Ton in 2.0 Dolby Digital, was durchaus ausreicht. Aber auch auf VHS in verschiedenen Auflagen war dieser Film im Handel.

Wer auf Klamauk steht und dem deutschen Film nicht abgeneigt ist, sollte mal einen Blick hineinwerfen, oder auch zwei? Entspannte Unterhaltung auf einfachen Niveau, am besten an einem Sonntag Nachmittag mit Kaffee und Kuchen geniessen.

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