Kritik: Ein Mann geht über Leichen (1973)

Lou Torrey (Charles Bronson), Polizist in LA, führt schon lange einen erbarmungslosen Kampf gegen die Unterwelt. Seine Methoden bereiten ihm allerdings Schwierigkeiten, nicht nur bei seinen Vorgesetzten! Auch für die Gangster ist er eine Person, die es zu beseitigen gilt. Zufällig spürt Lou einen Mafiakiller auf. Dieser schlägt ihm einen Handel vor: Freiheit gegen Informationen, doch Lou lehnt ab, was allerdings ein Fehler ist.

 

Wer den Namen des Regisseurs Michael Winner hört oder liest, der weiss sofort wovon die Rede ist, das kann nur bedeuten klasse Filme, mit spannenden Elementen und oft heftigen Actionszenen, und so ist es auch, mit EIN MANN GEHT ÜBER LEICHEN mit Charles Bronson in der Hauptrolle. Der Film entstand 1973, also ein gutes Jahr bevor die bekannte DEATH WISH Filmreihe ins Leben gerufen wurde, und der Film ließ schon erahnen was man später auch zu Gesicht bekam. Satte Action, heftige Shoot Outs und spannende Krimielemente die für die gehörige Portion Unterhaltung sorgten.

Winner drehte auch noch diverse andere Filme, darunter sind Filmtitel wie HEXENSABBAT von 1977, RENDEVOUZ MIT EINER LEICHE von 1988 und natürlich die DEATH WISH Filmreihe bis zum dritten Teil, am 21. Januar 2013 verstarb Winner in England. Er arbeitete sehr oft mit Charles Bronson zusammen, er war der perfekte Kandidad für Krimifilme der etwas härteren rauhen Art, sowie auch Clint Eastwood mit seiner DIRTY HARRY Reihe es ihm gleich machte. Bronson war aber auch in diversen Western und Kriegsfilmen ein markantes und beliebtes Gesicht, seine Filmliste ist unwahrscheinlich lang und auch er weilt leider nicht mehr unter uns lebenden, er verstarb 2003 an einer Lungenentzündung und litt auch an Alzheimer.

In EIN MANN GEHT ÜBER LEICHEN fungiert Bronson als harter, rauher Cop, und diese Rolle liegt ihm im Blut, etwas wortkarg, ohne grosse Mimiken und doch mit Achtung des Gesetzes, zumindest manchmal ist er hinter den Gaunern hinterher. Seine Darbietung überzeugt wiedermal vollkommen und verspricht noch mehr von dieser Art, was uns ja auch durch DEATH WISH nahe gebracht wurde. Die Story ist sehr spannend aufgebaut, und manche Verstrickungen werden erst im Laufe des Films aufgedeckt, und das Rätsel wird wie ein Puzzle Stück für Stück gelüftet, diese Art der Inszenierung sorgt für Spannung und Aufmerksamkeit des Zuschauers.

Schon zu Beginn des Films bekommt man einen kleinen Vorgeschmack was einem noch im späteren Verlauf erwartet, die Schusswechsel sind oft nicht gerade unblütig, kalt und herzlos, doch bis es wieder so richtig zur Sache geht, vergehen nochmal gute 30-40 Minuten bis man eine sehr aufwendige Verfolgungsjagd präsentiert bekommt, wo man es so richtig hat krachen lassen, man merkt recht schnell das das Hauptaugenmerk von Winner auf die Action und die Verstrickungen legte, die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren sind oft zäh und kaum nennenswert, aber müssen sie das? Mitnichten, wenn man sich einen Film mit Bronson anschaut, möchte man die rauhe Art seiner Inszenierung erleben und nicht weniger.

Aber auch typische Klischees sind in den Plot integriert, sei es das es einen dummen Cop gibt dem immer wieder ein paar kleine Missgeschicke passieren, aber diese kleinen Dinge verhelfen dem Film zu seinen gewissen Charme, den vor allem ältere Streifen gut vermitteln und beinhalten, das macht einen wahren Krimi aus den 70er Jahren erst aus.

Wer sich nun für diesen Film interessiert, sollte noch einen Videorekorder zuhause haben, in Deutschland ist er nur auf VHS erschienen, und die Freigabe ist ungeprüft, und diese Version ist dennoch um satte 13 Minuten gekürzt worden, es fehlen vor allem Handlungsszenen, die dem Verlauf der Story dienen und diese unterstützen. Wer in den ungeschnittenen Filmgenuss kommen möchte, sollte der englischen oder französischen Sprache mächtig sein, und sich die DVD aus Holland oder Frankreich zulegen.

Es existiert zwar eine DVD Auflage in Deutschland, jedoch handelt es sich um ein Bootleg. Wer schon DEATH WISH und DIRTY HARRY liebt, der wird mit diesen Film ebenfalls ein guter Freund werden und ihn lieben lernen. Satte Unterhaltung, mit der nötigen Portion Action.

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