Kritik: Feuerwalze (1986)

Der eher weniger erfolgreiche Glücksritter Donigan (Chuck Norris) und sein Partner Leo (Louis Gossett Jr.) jagen einem Schatz nach, dessen Aufenthaltsort sie mit der Karte der schönen Patricia (Melody Anderson) sie zu bestimmen gedenken.
Auf der Jagd danach geraten sie auch mit dem machtgierigen Apachen Feuerwalze (Sonny “Predator” Landham) aneinander, der unter allen Umständen ihren Fund verhindern will.
Doch so leicht geben die 2 Haudegen nicht auf – mit großer Klappe und blanken Fäusten stellen sie sich dem Bösen entgegen.

Abenteuerfilme waren immer so eine Sache bei den Kinozuschauern, vor allem nachdem durch die Indiana Jones Filme die Messlatte sehr hoch gehangen wurde, Steven Spielberg schaffte es einen Abenteuerfilm an die Massen zu bringen, es waren Filme für die ganze Familie, besonders für die erwachsenen Kinder unter den Zuschauern. Somit mussten sich andere Regisseure und Drehbuchautoren eine Menge einfallen lassen, um vom Fahrwasser was abzubekommen, ohne den Titel NACHMACHER oder KOPIERER zu bekommen.

Dies gelang dem Regisseur J.. Lee Thompson durch die spezielle Art von FEUERWALZE von 1986, für den sogar zwei bekannte Schauspieler aus den 80er Jahren verpflichtet wurden, die Rede ist von der lebenden Legende CHUCK NORRIS und Louis Gosset Jr., beides erfolgreiche und gern gesehene Schauspieler, auch wenn sie meist eher bei ernsthafteren Projekten beteiligt waren, doch FEUERWALZE ist anders, und hebt sich deutlich von der riesen Anzahl von Abenteuerfilmen ab, wovon die meisten die es damals ins Kino schafften, oder auch später auf dem Heimkinomarkt kläglich versagten. Aber auch Thompson war eher ein Meister von ernsten Filmen hinter der Kamera, er arbeitete sehr oft mit Charles Bronson zusammen und war eher im Thriller / Krimi Genre beheimatet.

FEUERWALZE wurde vom Label CANNON vertrieben, was dem Filmkenner eigentlich schon eine Menge mitteilt, das Label was sich zur Aufgabe machte, Kinofüllende Filme mit wenig Budget zu schaffen, und sich dann noch mit namenhaften Schauspielern rühmte, diese Mixtur ging auch völlig auf, und somit schafften es dutzende Streifen an den Kinokassen sich zu behaupten, und der Heimkinomarkt gab dem Label noch mehr Erfolg hinzu.

Die Story von FEUERWALZE ist recht simpel und ähnelt sehr anderen Streifen aus dem Genre, aber allzu viel Handlungsspielraum gibt dieses Genre auch nicht her, also altbewährtes verwenden und es ein wenig anders verpacken und mit anderen Dingen würzen. Der Glücksritter Donigan (Chuck Norris) und sein blasser Partner Leo (Louis Gosset Jr.) jagen mithilfe einer Schatzkarte die sie von der attraktiven Patricia (Melody Anderson) erhalten haben einen verschollenen Schatz. Doch sie haben die Rechnung ohne den Apachen Feuerwalze gemacht, der alles daran legt die beiden von ihrem Erfolg abzuhalten, doch Donigan und Leo wissen sich zu wehren, sie nutzen ihre Hände und Fäuste, aber in erster Linie ihr Mundwerk um den Bösewichtern den Garaus zu machen.

Und das war auch schon die ganze Story, wer nun denkt, das ist nicht viel, und den Film brauch ich mir nicht anzusehen, dem sei gesagt er verpasst eine Menge. Zwar erlebt man hier auch Norris in ein paar Kämpfen, aber die sind recht lau und kurz und zeigen nur wenig von seinem Können, der Träger vom schwarzen Gürtel hat weiss Gott mehr auf dem Kasten, aber um die Action geht es auch nicht, hier punktet die Synchronisation in vollen Zügen und bringt dem Zuschauer nicht nur ein Schmunzeln ins Gesicht, sondern auch Lacher, zwar dürfte viele Gags und Sprüche sinnlos und albern daherkommen, aber sie passen vollkommen zu den jeweiligen Szenen und Gesten / Mimiken der Charaktere und runden somit das Gesamtbild erfreulich ab. Einige der verwendeten Sprüche bleiben einem im Gedächtnis haften, wie : „Du schiesst nicht, ……Du flipperst“, oder „Gepresste Krümelkacke“ und viele mehr. Zwar ist die Synchronisation nicht Lippensynchron aber wen interessiert es schon wenn man dafür einen humorvollen und unterhaltsamen Streifen serviert bekommt!

Somit kann man FEUERWALZE auch mehr als nur einen kleinen Hauch Tash zuteilen, aber auf die positive Art und Weise. Darstellerisch betrachtet befinden sich alle Charaktere und Ihre dazugehörigen Rollen auf gewohnten Niveau und Leistung und erwecken beim Zuschauer volle Sympathie. Kulissen und Sets erinnern sehr an Indiana Jones oder Quatermain, wo J. Lee Thompson auch Regie führte, doch die Wüstenlandschaften und kleinen Buschdörfer gehören nun mal zum Thema Abenteuer, und sind halt immer wieder schön anzusehen.

Den Streifen FEUERWALZE sollte man nicht ernst nehmen und ihn so geniessen wie man ihn serviert bekommt, er ist unterhaltsam, witzig und es macht Spaß ihn anzuschauen. Den Streifen bekommt man in Deutschland auf VHS und DVD, wobei die VHS von VMP, die mir als Anschauungsmaterial vorlag eine Freigabe von 12 hat und etwas gekürzt wurde, wer bei so einem Streifen der eher Humor als Action bietet, dennoch ihn ungeschnitten erleben möchte, sollte sich die DVD aus den Niederlanden besorgen, die ist ungekürzt und hat eine deutsche Tonspur, und noch dazu ein schöneres Cover.