Heat After Dark (1997)

Zwei Gangster sollen eine Leiche entsorgen, und als sie dummerweise von einem Polizisten angehalten werden und dieser eine Fahrzeugkontrolle durchführen möchte, scheint die Situation zu eskalieren. Doch beim Öffnen des Kofferraumes sind alle verblüfft: er ist leer…

 

 

Heat after Dark ist das Erstlingswerk des jampanischen Regisseurs Ryûhei Kitamura, der uns im Jahr 2000 den Film „Versus“ näher brachte. Der Film Heat after Dark ist ein außergewöhnlicher Streifen, dies liegt vor allem an der Laufzeit von nur knapp 50 Minuten in der ungeschnittenen Version. Doch was uns dieser Streifen in den wenigen Minuten alles bietet, ist sehr interessant.

Die Story handelt von zwei Kleingangstern die eine Leiche verschwinden lassen möchten, da einer von ihnen durch einen Unfall den Tod herbeigeführt hat. Damit es keinen Ärger mit der Yakuza gibt, muss die Leiche weg, denn der Tote war ein Buchmacher von einer Vereinigung der Yakuza. Sie beschliessen den Leichnam weit ab in den Bergen in einem verlassenen Dorf verschwinden zu lassen, wo bald die Bauarbeiten eines Staudamms beginnen sollen, eigentlich ein idealer Ort, aber so verlassen wie man es annahm ist das Dorf leider doch nicht. Weitere Anhänger und Vertreter der Yakuza planen dort eine Übergabe und ein paar Killer gesellen sich auch noch dazu. Das Chaos und wilde Schiessereien sind vorprogrammiert.

Die Story von Heat after Dark ist an manchen Stellen etwas verwirrend, ein wenig Aufmerksamkeit muss man dem Film bieten, sonst weiß man nach wenigen Minuten nicht mehr, wer auf welcher Seite und was für Ziele er verfolgt. Der Streifen bietet dennoch einen guten Spannungsaufbau und eine interessante Kameraführung, denn der Cutter war hier wohl arbeitslos, keine unnötigen Schnitte und Wechsel der Kamera und Einstellungen. Schauspielerisch gesehen liefern alle sehr gute Leistungen ab und können in ihren Rollen sehr überzeugen, doch sind sie hierzulande eher unbekannt und hatten nur wenige Rollen in Filmen die es auch nach Europa geschafft haben. Lediglich der Schauspieler Atsurô Watabe schaffte es in weitere Produktionen sich einen Namen zu gestalten.

Was bei Heat after Dark sofort ins Auge fällt, oder besser gesagt ins Ohr, ist die musikalische Untermalung im Film, erinnert sie doch sehr an Quentin Tarantino, aber versprüht ein wenig mehr Charme und Obskurität. Die Songauswahl ist sehr ungewöhnlich und dennoch passend zu den jeweiligen Szenen auserwählt worden. Manche Kritiker behaupten das der Film eine müde Kopie von Quentin Tarantino seinen Filmen sei, dies möchte ich gerne widerlegen, denn Heat after Dark ist anders, dies liegt nicht nur am Produktionsland.

Gesprochen wird im Film sehr wenig, und dies stört auch in keinster Weise, denn die gezeigten Bilder und die Musikauswahl dazu sprechen mehr als tausend Worte. Hier wurde auf Ausdrucksstärke und Atmosphäre gesetzt und ist auch sehr unterhaltsam und spannend gelungen. Der Freund von wilden Schiessereien kommt auch nicht zu kurz, hier wird ordentlich geballert in alle Richtungen.

Heat after Dark gibt es in Deutschland nur auf DVD und dies in verschiedenen Auflagen und auch in der Yakuza Sammelbox, und hat eine Freigabe von 16, die vollkommen gerechtfertigt ist und ist ungeschnitten. Wer einem Kurzfilm eine Chance gibt, und ein Freund von Actionstreifen aus Japan ist, der wird mit Heat after Dark seine Freude haben. Ein Streifen abseits der Masse und sticht doch etwas hervor.

 

 

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