Kritik: Ilsa – Die Tigerin (1977)

Ilsa, erfahrene KZ-Kommantantin, bekommt im stalinistischen Rußland das Kommando über ein Gulag in Sibirien. Die brutalen und unmenschlichen Methoden Ilsa’s führen jedoch zu einer Gefangenenrevolte und zwingen sie nach Kanada zu fliehen. Dort betreibt sie fortan ein Bordell, indem sie jedoch von einem Ex-Sträfling wiedererkannt wird.

Wer sich für Exploitationfilme interessiert der kommt an ILSA nicht vorbei, und wird sich diesen Filmen stellen müssen. Es gibt insgesamt drei Teile dieser Filmreihe, wobei man sagen kann vier, wenn man das Werk von Jess Franco dazu zählen mag. ILSA – DIE TIGERIN stammt von 1977 und ist sagen wir mal der dritte Teil der Reihe, und entstand unter der Regie von Jean LaFleur, es war sein Regiedebut und auch damit sein letztes Werk, die Gründe dafür sind leider unbekannt.

Für die Rolle der ILSA wurde wiedermal das amerikanische PinUp Girl Dyanne Thorne verpflichtet, sie spielte schon in den beiden Vorgängern die Rolle der Lagerchefin die mit grausamen Methoden Ihre Häftinge quält und misshandelt, sie drehte aber auch noch andere Filme als nur ILSA, „BLOOD SABBATH“ von 1972, „THE SWINGING BARMAIDS“ aus dem Jahr 1975 und „GRETA – HAUS OHNE MÄNNER“ ebenfalls aus dem Jahr 1977 wie ILSA. Auch einen Hardcorestreifen kann sie in ihrer Filmlaufbahn eintragen, mit dem Titel „BEYOND FULFILMENT“ von 1976 unter ihrem zweiten Namen als Schauspielerin Penni Walters. Die weiteren Darsteller aus ILSA – DIE TIGERIN sind eher unbekannt und kaum erwähnenswert, die meisten spielten nur in ILSA Streifen mit und bekamen keine weiteren Filmrollen mehr angeboten. Zu ILSA – DIE TIGERIN kann man noch sagen das es im Prinzip zwei Filme in einem sind, die erste Hälfte der Spielzeit entführt den Zuschauer in ein Sträflingslager in Sibirien, hier herschen Zucht und Ordnung, wer sich gegen die Wächter auflehnt, bekommt seine gerechte Strafe, sei es durch Auspeitschen, oder einmal durchs kalte Wasser gezogen, aber auch Elektroschocks kommen zum Einsatz und so wird versucht politische Gegner gewissermaßen zu „heilen“, und abends dürfen sich die Wärter um die Nacht mit Ihrer Lagerchefin streiten und kloppen, doch meistens nimmt sie zwei mit in ihr Bett und vernügt sich ausgiebig mit ihnen, das man hier oft die blanken Busen der Darstellerin zu Gesicht bekommt, kann man sich wohl denken.

Sie hält sich einen Tiger im Lager, den sie mit Blut und Fleisch der Sträflinge füttert, sozusagen ein Kannibalistischer Tiger, daher der Zusatz im Filmtitel: – DIE TIGERIN. Doch alles schöne hat mal ein Ende: Das Regime von Stalin ist beendet und ILSA muss mit ihren Gefolgsleuten fliehen, sie zünden das Lager an, schnappen sich ihr Geld und fliehen nach Kanada, um dort ein neues Leben aufzubauen. Der Zuschauer merkt recht schnell das hier ein wenig Trash ins Drehbuch gefunden hat, und die Logik oft aussen vor ist, aber das stört nicht, man sollte über solche Umstände ein wenig hinwegsehen können. Ein Lagerhäftling überlebt die Morde der Lagerchefin und schwört Rache. Nun kommen wir zur zweiten Hälfte des Films, es spielt sich nun alles in Kanada ab, genauer gesagt in Montreal, wo gerade die Olympischen Spiele stattfinden, ILSA hat sich ein Bordell zugelegt und versucht dort auch sich die Unterwelt mit ihren Machenschaften und Methoden an sich zu reissen. Doch wie es der Zufall will, wird sie von dem Überlebenden aus dem Lager erkannt und muss fortan um Ihr Leben und Bordell fürchten. Die Spannungskurve hält sich im Film etwas bedeckt und kann nur wenig neues bieten, im grossen und ganzen ist der dritte Teil der Reihe etwas gediegener und ruhiger als seine Vorgänger, hier wurde mehr auf Erotik aufgebaut und die Splatterszenen sind etwas zurückhaltend. Auch in der zweiten Hälfte des Films sind mehr die blanken Busen der Darstellerinnen zu sehen als Folterszenarien. Doch was man zu Gesicht bekommt ist ausreichend inszeniert worden und entspricht dem ILSA Standard. Das Ende ist etwas übertrieben und primitiv zugleich dargestellt worden, weisse Ninja aus Russland stürmen das Bordell und machen ILSA den Garaus, ein wenig trashig zum Ende, aber nun gut, dafür erleidet ILSA ihrer gerechten Strafe und darf auf ihrer weiteren Flucht im Eis ihr Leben lassen und erfrieren.

Die zweite Hälfte des Films wirkt eher wie ein schlecht choreographierter C – Actionstreifen, die Schüsse sind blutig im Ziel, aber die Menschen fallen kurios um oder hin, auch wird hier wild umhergeballert, was auch unschuldige Menschen treffen würde. Im gewissen Sinne kann man sagen das ILSA – DIE TIGERIN ein würdiger Abschluss der Reihe ist und man keine weitere Fortsetzung erwarten dürfte. Dieser Exloitationstreifen ist in Deutschland auf VHS und BD erhältlich, die VHS Versionen sind allesamt geschnitten, die Szenen mit dem Tiger sind unter anderem entfernt worden, die BD soll ungekürzt sein und ist streng limitiert, aber auch hier soll manches nicht sauber sein, die Scheibe ist dermaßen fest in der Hülle, das man Angst haben muss beim entnehmen sie zu zerbrechen, auch soll das Bild keineswegs in HD sein, was lediglich nur ein hochskaliertes Bild sei.

Aber auch im Ausland gibt es zahlreiche Auflagen der Filmreihe, vor allem die aus Holland ist sehr zu empfehlen, die Filme sind ungeschnitten und haben ein ordentliches Bild und sauberen Ton, nur halt keinen deutschen Ton, aber den muss man bei ILSA nicht unbedingt haben, hier kommt es auf andere Dinge an als die Sprache. Für Fans von Exploitationfilmen ist ILSA ein Muss, andere würden sich eher langweilen.

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