Jurassic Park (1993)

In Bernstein gefundene DNS macht es möglich: Das Klonen von Dinosauriern. Der schwerreiche Unternehmer John Hammond (Richard Attenborough) macht daraus ein Geschäftsmodell. Er klont verschiedene Dinosaurierspezies und will diese in dem Vergnügungspark Jurassic Park Besuchern präsentieren. Nachdem ein Arbeiter bei Vorbereitungen zu Tode kommt, sollen drei Spezialisten die Anlage vor der Eröffnung überprüfen: Die Paläobiologin Ellie Sattler (Laura Dern), der Dinoforscher Alan Grant (Sam Neill) und der Chaostheoretiker Ian Malcolm (Jeff Goldblum). Allerdings hat die Konkurrenz den zuständigen Computertechniker Dennis Nedry (Wayne Knight) bezahlt, damit dieser ihnen ebenfalls Dino-DNS zukommen lässt. Da Nedrys Plan eine Abschaltung der Sicherheitssysteme beinhaltet, gelingt den Sauriern der Ausbruch aus ihren Gehegen, darunter Fleischfresser wie der Tyrannosaurus Rex und die Velociraptoren…

Mit Jurassic Park lieferte Starregisseur Steven Spielberg 1993 den ultimativen Dinosaurier-Film ab. Er erschuf einen atemberaubenden Meilenstein des Monsterfilms vor grandioser, exotischer Kulisse und würzte das Ganze mit einer der sensationelsten Geräuschkulissen, die man je in einem Film gehört hat. Dazu gibt es eine grundsolide, aber dennoch äußerst spannende Geschichte und einige wertvolle Botschaften. Von “Vergewaltige nicht die Natur” bis “Das Leben findet immer einen Weg” ist in diesem Film alles dabei. Gleichzeitig wurden hier neue Maßstäbe in Sachen computeranimierte Tricks gesetzt (was vielleicht nicht so ganz retro ist, aber dieser Film ist ja inzwischen auch schon über 20 Jahr alt, also passt das schon ^^).

Als Vorlage diente Michael Crichtons 1990 erschienener Roman „Jurassic Park“ (deutsch: DinoPark). Sein Roman gilt als einer der Besten des Autors und wurde durch die Verfilmung zu einen noch erfolgreicheren Bestseller, als er schon vorher war. Man kann ihn als Kritik gegen den Kapitalismus, Profitgier, Korruption, menschlichem Überlegenheitsdenken gegenüber der Natur und den nicht abschätzbaren Risiken der Gentechnik interpretiert. Das alles wird unterhaltend verpackt, indem man das Geschehen in einen Vergnügungspark verlegt, in dem dann das Chaos ausbricht. Somit kann Jurassic Park als Literaturverfilmung angesehen werden. ^^

Für die Hautrollen verpflichtete man für Jurassic Park keine großen Namen. Sam Neil („Das Piano“) und Laura Dern („Blue Velvet“) geben zwei ordentliche Paläontologen ab und bringen ihre sympathischen Charaktere dabei reibungslos auf die Leinwand und leisten sich keinerlei Fehler. Richard Attenborough – eher bekannt als Regisseur monumentaler Filme wie „Gandhi“ oder „Die Brücke von Arnheim“ – spielt den netten, reichen Großvater, der in der Romanvorlage von Michael Crichton so nicht vorkommt. Dort ist Hammond ein profitgeiler Liliputaner, der am Ende von seiner eigenen Schöpfung zerfleischt wird. Jeff Goldblum als Chaostheoretiker Dr. Ian Malcolm sorgt mit seinem Sarkasmus für die richtige Dosis Humor. Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“) und Wayne Knight („Seinfeld“) sieht man in kleinen, aber entscheidenden Nebenrollen. Dennoch: alle überzeugen in diesem Werk, obwohl sie im Nachhinein darstellerisch keine großen Chancen mehr haben, wenn die Dinos auftauchen. Zusätzlich bekommen sie noch harte Konkurrenz von Joseph Mazzello und Ariana Richards, die hier als Enkelkinder von Hammond zu sehen sind.

 

Und ausgerechnet diese beiden müssen die erste Dino-Atakke ertragen. Gleichzeitig ist sie ein absolutes Highlight im Film: Der erste Auftritt des T-Rex. Keine Musik. Nur die Geräuschkulisse und die beiden Kinder, die mit der Situation vollkommen überfordert sind und nicht wissen, wie sich sich verhalten sollen und natürlich eine Menge Fehler machen. Mit dieser Aktion zeigt Herr Spielberg mal wieder, mit welch einfachen Mitteln man das Publikum in Angst und Schrecken versetzen kann. 😀 Wie dem auch sei, das alles ist der Startschuss für eine actionreiche Achterbahnfahrt, und Spielberg behält dabei perfekt die Übersicht über die verschiedenen Schauplätze im Park, über die, in Kleingruppen aufgespaltenen Beteiligten, die nun ums nackte Überleben kämpfen müssen, und beschleunigt das Tempo dabei immer weiter. Zahlreiche Höhepunkte, etwa die Verfolgungsjagd mit dem T-Rex, der finale Kampf mit den Raptoren oder die Szene am Elektrozaun, kurz vor der Aktivierung, lösen sich dabei gegenseitig ab, einer spannender als der andere. Die Atmosphäre der ständigen Gefahr bleibt dabei durchgehend bestehen und trägt den Film bis zum Ende.

Trotz der Jahrzehnte, die Jurassic Park inzwischen schon auf den Buckel hat, können sich die Tricks immer noch sehen lassen. Selbst im HD-Zeitalter sehen die am Computer errechneten Dinosaurier noch sehr authentisch aus. Die Mischung aus digitalen Tricks und sogenannter „Live-Action-Animatronik“ überzeugt noch immer. Nur die Computer-Technik, die im Film zu sehen ist, zeigt, wie alt dieser Film tatsächlich ist. Da gab es noch nicht mal Windows 95! 😀

Jurassic Park erhielt hierzulande das gnadenvolle 12er-Siegel von der FSK. Da der Film, was die Charakterzeichnung der Hauptpersonen betrifft, sehr sauber ist, ist das vollkommen in Ordnung. Es gibt zwar auch Tote zu beklagen, aber das wird in der Regel relativ unspektakulär gezeigt. Allerdings sahen das damals einige Elternverbände anders. Diese forderten von der FSK, den Film auf eine 16er-Freigabe hochzustufen. Typisch Deutsch, sage ich da nur. Genutzt hat es nichts, der Film blieb ab 12 Jahren frei. Zum Glück. In anderen Ländern ist er gar ab 6 oder ab 0 Jahren freigegeben.

Jurassic Park gibt es als VHS, DVD, Bluray und sogar auf 16mm Film. Im Fernsehen sieht man ihn seit Jahren mit aller Regelmäßigkeit ein- bin zweimal pro Jahr, und er wurde wohl schon auf allen Sendern gezeigt, die man hierzulande so hat. ^^

Fazit: ANSEHEN, WER IHN NOCH NICHT KENNT! Das ist der T-Rex unter den Dino-Filmen! 😀

 

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