Last Light (1993)

Fred Whitmore (Forest Whitaker) findet nach seiner Entlassung aus dem Polizeidienst eine Stelle als Aufseher in einem Gefängnis. Er wird der “Death Row” zugewiesen, in dem zum Tode verurteilte Häftlinge auf die Vollstreckung des Urteils warten. Er empfindet Abscheu den Insassen gegenüber, versucht aber trotzdem, sie wie Menschen zu behandeln, was ihm bald den Zorn seines Vorgesetzten einbringt. Als er den Todeskandidaten Denver Bayliss (Kiefer Sutherland) kennenlernt, entwickelt sich bald eine merkwürdige Beziehung zwischen ihnen. Ist es so etwas wie Freundschaft oder bahnt sich hier ein teuflisches Spiel an?

 

Ich habe schon zahlreiche Knast – Filme gesehen, sei es mit Clint Eastwood, Robert Redford und viele andere Namenhafte Schauspieler, doch kaum einer hat mich so bewegt wie es LAST LIGHT aus dem Jahr 1993 getan hat. Den Film hatte ich mal im Fernsehen durchs Programme durchdrücken entdeckt, leider damals nicht den Film komplett gesehen, nach einer Suche nach diesen Film stieß ich auf die VHS die in meinen Warenkorb landete. Nach erneuter Sichtung von Anfang an, bekam mein erster Eindruck noch mehr vermittelt und vieles wurde verstärkt.

Der Film LAST LIGHT ist im Jahr 1993 entstanden unter der Regie von Kiefer Sutherland, und war laut Angaben eine reine TV – Produktion fürs amerikanische Fernsehen, erst viele Jahre später gab es eine Veröffentlichung fürs Heimkino, von der DVD Veröffentlichung ganz zu schweigen, die dauerte noch länger und erst vor ein paar Jahren brachte das Label „NEW KSM“ den Streifen ordentlich auf DVD auf den Markt. Dies war der erste Film wo Sutherland die Regie übernahm, ansonsten stand er eher vor der Kamera als dahinter, zu seinen bekannten und beliebten Filmen zählen vor allem „FLATLINERS – HEUTE IST EIN SCHÖNER TAG ZUM STERBEN“ aus dem Jahr 1990, „THE LOST BOYS“ von 1987 und „DARK CITY“ aus dem Jahr 1998. Nach seinem Regiedebut drehte er noch drei weitere Filme hinter der Kamera als Regisseur ab. In LAST LIGHT übernahm er die Rolle des Mörders „Denver Bayliss“, und verhalf durch sein schauspielerisches Talent der Rolle zum Leben und hohe Ausdrucksstärke.

Sein Gegenpart als Wächter im Gefängnis übernahm Forest Whitaker, auch er ist ein beliebtes Gesicht in Hollywood und kann mit vielerlei verschiedenen Rollen seine Filmlaufbahn aufwerten und glänzen lassen. Er ist in vielerlei Genres beheimatet, und kann mit Filmtiteln wie „PLATOON“ von 1986 als Big Harold, „BLOODSPORT“ von 1988 als Rawlins und „SPECIES“ von 1995 als Dan Smithson protzen. In einer kleinen Nebenrolle als Mithäftling im Todestrakt ist Danny Trejo zu sehen, seine Spielzeit beträgt nur knappe 5 Minuten zusammen gerechnet.

Das Verhältnis zwischen Häftling und Wärter ist hier der Hauptdrehpunkt des Films, er zeigt sehr ausdrucksstark und gefühlvoll, wie es in den Menschen abgeht, ganz gleich auf welcher Seite der Gitterstäbe sie sich befinden. Besonders gilt der Rolle des Wärters zuzusprechen, Whitaker zeigt dem Zuschauer sehr deutlich wie Gefühle und Ansichten sich ändern können. Anfangs ist er noch dafür das Häftlinge keine Würde erfahren und wie Viehzeug behandelt werden, drückt beide Augen zu wenn andere Wärter sich an den Gefangenen auslassen, doch mit zunehmenden Kontakt mit Denver (Sutherland) beginnen seine Ansichten sich zu wenden, er wehrt sich gegen seine Kollegen, legt sogar Beschwerde über seinen Vorgesetzen ein, doch dies hat schwere Folgen für seinen Berufsalltag, eine unbezahlte Beurlaubung ist noch das harmloseste. Die beiden Charaktere lernen sich kennen, jeder erfährt vom anderen viele Erlebnisse und Schicksalsschläge, man könnte meinen sie offenbaren ihr Herz gegenseitig. Die Zeit von Denver ist fast abgelaufen, da entwickeln die beiden eine Art Freundschaft, das Leben von Whitmore (Whitaker) ist zerrissen und durcheinander. Er erkennt die Ungerechtigkeit vieler Dinge und ist dennoch (fast) machtlos, ihm bleibt nichts weiter übrig als Denver bei seinem letzten Gang auf den elektrischen Stuhl zu begleiten.

Der Film LAST LIGHT ist eher als Drama einzustufen, zwar gibt es auch hin und wieder ein paar Gewaltszenen, die sich allerdings sehr zurückhalten, was der Geschichte auch gut tut. Sie dienen nur dazu die Geschichte zu verstärken und deren Ablauf mehr Gefühl und Ausdruck zu vermitteln. Beide Darsteller liefern hervorragende Schauspielerische Arbeit ab und überzeugen auf ganzer Linie. Beide verhelfen ihren Rollen zum Leben und regen den einen oder anderen Zuschauer zum nachdenken an. Die Todesstrafe ist sowieso umstritten, der eine ist dafür und der andere dagegen, ändern kann man vieles nicht, aber vielleicht manche Ansichten und Handlungen überdenken und eventuell nachvollziehen. Besonders die Menschenwürde sollte ja auch unantastbar sein. Die Story von LAST LIGHT geht unter die Haut und man sollte sich ihn in aller Ruhe ansehen um die komplette Geschichte zu erfahren. Vor allem ist er ein gutes Beispiel für klasse Darsteller in brillianten Rollen.

Man kann LAST LIGHT auf VHS und DVD bekommen, er besitzt eine Freigabe von 16 Jahren und die DVD bietet leider nur wenig Bonusmaterial, lediglich Trailer, eine Bildergalerie und Bio- und Filmografien sind enthalten.