Mamba (1988)

Ein Mann schmuggelt seiner Ex-Geliebten eine Mamba in die Wohnung. Als diese die Schlange bemerkt und zu flüchten versucht, muß sie feststellen, daß ihr Ex alles sorgfältig geplant hat:
Tür und Fenster sind verrammelt-sie ist in ihrer eigenen Wohnung gefangen!
Während sie hysterisch wird, beobachtet er über eine visuelle Anzeige, wie die Situation eskaliert.

Eine junge Frau in ihrem luxuriösen Loft – zwischen den Pflanzen ein gefährliches Reptil. Noch ahnt die Schönheit nichts von der Schlange, deren Biß sofort tödlich ist. Die Tür ist von außen verschlossen., das Loft hat keine Fenster, und die Telefonleitung ist gekappt. Ein verlassener Ehemann will sich an seiner Frau rächen.

Der erste international ausgerichtete Film des italienischen Regisseurs Mario Orfini ist ein perfekt gedrehter High – Tech Thriller, der nicht mit blutrünstigen Schocks arbeitet, sondern durch seine klaustrophobische Stimmung den Zuschauer fasziniert. Geschickt nutzt Orfini das nervenzermürbende Gefühl einer nicht sichtbaren Bedrohung: Langsame Kamerafahrten in SCHLANGENPERSPEKTIVEN durch das edle Ambiente der Wohnung und im Gegenschuss der nervös suchende Blick der in die Enge getriebenen Frau erhalten den Spannungsbogen aufrecht.

Der Gegensatz zwischen schnellen und langsamen optischen Eindrücken findet seine akustische Akzeptanz in den lauten Klängen vom Musiker Giorgio Moroders, dem leisen schabenden Geräusch der kriechenden Schlange. Moroder der in den 70er Jahren durch einen neuen Disoc-Sound popolär wurde, hat für seine Filmmusiken schon einige Preise gewonnen. Sein größtes Projekt aber war bisher die Rekonstruktion und die neue Vertonung von Fritz Langs METROPOLIS. Für seine erste Filmproduktion verpflichtete Moroder, der auch als Produzent für MAMBA tätig ist, als weibliche Hauptdarstellerin Trudie Styler, Ehefrau des Musikers und Schauspielers Sting. Sie spielt überzeugend die eigenwillige, junge Frau, die gerade begonnen hat, ihre neuegewonnene Freiheit zu geniessen, und die sich nun unversehens gezwungen sieht, um ihr Leben zu kämpfen. Trudie Styler ist noch in ein paar weiteren TV – Serien zu sehen, zumeist spielt sie sich selbst.

Moroder zauberte schon viele Musikalische Hochgenüsse zu Filmproduktionen, zu seinen bekanntesten Werken zählen zweifellos SCARFACE (1983), FLASHDANCE (1983), EIN MANN FÜR GEWISSE STUNDEN (1980) und KATZENMENSCHEN (1982).

Ehemann Gene wird von Gregg Henry dargestellt, der eine ähnliche Rolle schon Brian De Palmas DER TOD KOMMT ZWEIMAL gespielt hat. Henry ist ein markantes und gern gesehenes Gesicht für aussergewöhnliche Filme. Sein Erscheinungsbild kann man auch sehr gut in MEIN BRUDER KAIN (1992), BATES MOTEL (1987) und VOR MORGENGRAUEN (1981) erleben. Für das Produktdesign, was eine wichtige Komponente dieses Films sei, der fast ohne Aussenaufnahmen auskommt, holte sich Regisseur Orfini den Oscar – Preisträger Scarfiotti, der ebenfalls schon für Brian De Palma gearbeitet hat. Daher liegt es sehr nahe, das die ausländische Presse MAMBA mit Palmas Produktionen vergleicht. Doch MAMBA vermittelt bei weitem nicht die Bedrohung so intensiv wie etwa DRESSED TO KILL, und geht trotz sauberer Arbeiten nicht so an die nervliche Substanz des Zuschauers – es sei denn man hat Angst vor Schlangen!

MAMBA gibt es in Deutschland auf VHS und DVD. Beide Versionen besitzen eine Freigabe von 16 und sind komplett ungeschnitten. Die VHS Variante kommt vom Label STARLIGHT und die DVD vom bekannten Label ANOLIS, doch hier nur in einer Doppel DVD Box, der zweite Film der sich in dieser schicken Box befindet, ist der andere MAMBA Streifen DIE SCHWARZE MAMBA mit Klaus Kinski aus dem Jahr 1981.