Nikita (1990)

Die Tat war brutal, und brutal schlägt der Staat zurück: Nach einem Blutbad in einer Apotheke erhält die drogenabhängige Nikita (Anne Parillaud) lebenslänglich. Im Gefängnis wird sie überfallartig zu Tode gespritzt – scheinbar. Denn als Nikita erwacht, stellt sie der mysteriöse Bob (Tchéky Karyo) vor die Wahl: Entweder lässt sie sich zur Killerin im Dienst der Regierung ausbilden, oder die nächste Spritze ist tödlich. Nikita entscheidet sich für das Leben. Unter neuer Identität mordet sie fortan präzise wie ein Roboter ihr unbekannte Menschen. Zwischenzeitlich verliebt sie sich in einen jungen Mann, der von ihrem Doppelleben nichts weiß. Bei einem besonders anspruchsvollen Einsatz bricht jedoch das Chaos endgültig aus…

Mit Nikita lieferte der französische Regisseur Luc Besson seinen vierten abendfüllenden Spielfilm ab. Tja, dieses Werk lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Trotz der absurden und durchgeknallten Handlung rockt Luc Bessons Film. Er geht, was die Action betrifft, ab wie ein Zäpfchen, ist poppig in der Bildgestaltung, und all das „harmoniert“ geradezu mit der knalligen Musik von Èric Serra, die sofort nach den ersten Klängen durchs Ohr ins Blut übergeht. Und deshalb ist man als Zuschauer gewillt, diesen absurden Film bis zum Schluss anzusehen. Und mehr geht einfach nicht.

Normalerweise habe ich ein Problem damit, wenn die Hauptcharakter eines Films kriminelle Handlungen begehen und dennoch die Helden sind, aber hier geht das in Ordnung, denn letztendlich hat es Nikita wesentlich schlechter getroffen, als das eigentliche Urteil – 30 Jahre Haft wegen Mord an einen Polizisten – gewesen wäre. Ich sehe die Rekrutierung gegen den Willen Nikitas in einen mysteriösen staatlichen Geheimdienst als härte Strafe. ^^

Nikita ist so was wie ein comicartiger Thriller, in dem die Hauptdarsteller sich nach Lust und Laune austoben können. Anne Parillaud ist laut und an machen Stellen äußerst „grobmotorig“, Bob-Darsteller Tchéky Karyo ist in so gut wie jeder Szene hinterfotzig und zynisch. Auch Jean Reno, der hier nur einen kurzen, aber sehr beeindruckenden Auftritt als „Reinigungsmann“ hat, scheint sehr viel Spaß an seiner kleinen Rolle gehabt zu haben. ^^

Nun gut. Im Endeffekt wollte ich euch nur mit diesen wenigen Zeilen darauf aufmerksam machen, dass es diesen tollen Film gibt und das man ihn kennen sollte, wenn man ihn denn noch nicht kennt. Oder wenn man ihn kennt, ihn sich einfach nochmal ansieht. ^^ Und das er – NATÜRLICH! – absolut empfehlenswert ist – trotz unlogischer Story. ^^

Tatsache ist, dass dieser Film recht erfolgreich war, und dass die doofen Amerikaner es natürlich nicht lassen konnten, von diesem brillanten Film 1993 ein Remake zu drehen. Aber das gehört in meinen Augen in die filmische Sondermülltonne. Wieder mal! Da auch dieses Remake inzwischen schon so alt ist, dass man es hier bei retro-film.info rezensieren kann, und es da draußen irgendjemanden geben sollte, der diesen Murks toll findet, dann soll er sich nicht aufhalten lassen und etwas darüber schreiben. Nur zu! Überzeugt mich, dass ich mich mit dieser Aussage irre! (Wird eh nicht klappen. ^^)

Nikita gibt es als VHS, DVD, BluRay, LaserDisk und 16mm Film. Seit 1993 läuft er so gut wie jedes Jahr ein bis zweimal im Fernsehen. Die Erstausstrahlung im normalen TV fand 1993 im ZDF-Montagskino statt. Ich erwähne das deshalb, weil es da draußen so viele Nörgler gibt, die sich andauernd darüber beschweren, dass im Zwangsgebühren-Fernsehen nichts anständiges läuft. Ihr irrt euch gewaltig!

Fazit: Stil, Inszenierung und die Musik machen diesen absurden Film zu einem sehenswerten Erlebnis.