Kritik: Oase der Zombies (1983)

Robert Blabert und ein paar seiner Freunde suchen in ihren Ferien in der nordafrikanischen Wüste nach dem legendären Schatz, den Rommels Truppen während ihres Rückzuges im Zweiten Weltkrieg zurücklassen mussten. Bei dem Versuch ihn auszugraben, erwachen die dort begrabenen Landser zu neuem Leben. Lediglich ein Liebespaar kann dem einsetzenden Massaker der Zombies entkommen.

 

La Tumba de los muertos vivientes lautet der Originaltitel, besser bekannt unter OASE DER ZOMBIES. Ein Werk von Viel – und Billigfilmer Jess Franco und wurde 1983 in Spanien und Frankreich abgedreht. Wer den Namen Jess Franco liest, wird sich gleich an gewisse Filme mit Schmuddelimage erinnern, doch bei diesem Werk handelt es sich um ein anderes Genre, hier stand der Horror mehr Pate, doch kam was sinnvolles dabei heraus?

Man sollte vorweg sagen, das OASE DER ZOMBIES harte Kost für Filmfans ist, nicht wegen der gezeigten Szenen, sondern aufgrund der morbiden und stupiden Machart ist der Film nur schwer zu verdauen. Dieser Streifen passt aus meiner Sicht wunderbar in die SCHLEFAZ Filmreihe auf Tele 5 und verdient diesen Titel nur zurecht. In den ersten Minuten des Films bekommt man zwei knackige Mädels in knappen und enganliegenden Hot Pants zu sehen, der Jess Franco Fan freut sich und seine Augen strahlen, doch mehr als steife Nippel und Kameraeinstellungen auf die blanken Beine der Mädels ist nicht drin. Stattdessen werden dem Zuschauer so einige komischen Dinge präsentiert. Die Zombies sollen ehemalige Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg verkörpern, doch ihr Outfit und Kostüm lassen sehr zu wünschen übrig, Abzeichen, Orden oder Uniformreste sind nicht zu erkennen, und zumeist strecken sie nur ihre Arme aus der Erde und greifen nach ihren Opfern.

Und wenn man sie zu Gesicht bekommt, sehen sie aus als wenn sie eine laufende Regenwürmerfarm sind, nicht gerade ansprechend, der Trashfaktor lässt grüßen, allen voran auch die miese Synchronisation, nicht das vieles noch nicht mal lippensynchron ist, nein, der Inhalt ist auch mehr als nur hohl. Zudem klingen sie einfach nur runtergebrabbelt und ergeben oft keinen Sinn. Die Story ist mehr als langweilig, und Spannung wird zwar versucht aufzubauen mit Hilfe der Orgelklängen, aber wo nichts ist, kann man auch nichts verstärken oder optimieren. Für die wenigen Kriegszenen wurden Szenen aus anderen Streifen verwendet, diese Variante nahm man sich wohl aus finanziellen Gründen vor, doch durch die oft wiederholende Wiederkehr strahlen sie eher Langeweile als Atmosphäre und Spannung aus.

Lediglich die Aufnahmen die die Oase darstellen sollen, sind recht ansehnlich und lassen ein Gefühl der Wüste und deren wenigen Plätze der Fruchtbarkeit und Frische aufkommen. Franco sein Faible für Abseitigkeiten, Fetish und der Hauch Erotik ist hier nicht vorhanden. OASE DER ZOMBIES wirkt seelenlos, und eher wie ein Amateuerstreifen als ein Werk von Franco, den so viele Filmfans (fast) vergöttern.

Dieser Streifen ist 80 Minuten wahre Zeitverschwendung, und das es dieser Film auch auf die blaue Scheibe gebracht hat, ist für mich ein kleines Phänomen, denn wirklich gebrauchen kann dieses Werk kaum jemand, selbst ein wahrer Trashfan wird sich hier schwer tun, und es schwer haben dem Film zu folgen und ihn bis Ende zu sehen. Man ist besseres gewöhnt, und sollte diesen Film meiden. Wer ihn sich dennoch anschauen möchte, kann dies auf VHS, DVD und Blu-ray tun.