Kritik: Octagon (1980)

Scott James (Chuck Norris) ist ein Ass in Martial Arts, doch als er Nancy (Kim Lankford) kennenlernt, kann er dennoch nicht verhindern, dass diese von Ninjas getötet wird. Etwas widerwillig macht er sich auf die Suche nach den Hintermännern. Dabei stößt er auf eine skrupellose Söldnertruppe, die ihre Mitglieder bei dem Ninja-Meister Seikura (Tadashi Yamashita) trainiert – und dieser ist Scotts Bruder.

In den frühen 80er Jahren waren Ninja Filme sehr beliebt und wurden nur zuhauf gedreht, das da auch die lebende Legende Chuck Norris seinen Beitrag zugetragen hat, dürfte fast jedem bekannt sein, OCTAGON ist ein frühes Werk von Norris, später folgten noch dutzende weitere Streifen die was mit der asiatischen Kampfkunst gemeinsam haben. Regisseur von OCTAGON war Eric Karson, dem seine Laufbahn als Regiemeister war recht kurz und ist übersichtlich, knapp 8 Jahre nach OCTAGON drehte er den Streifen RED EAGLE mit Jean – Claude van Damme.

Die Story ist recht simpel und einfach gestrickt, Scoot James (Chuck Norris) gerät aufgrund seiner Tätigkeit als Waffenspezialist zwischen die Fronten zweier Terrorgruppen, durch Nachforschungen stösst er auf ein Ausbildungslager der Ninjas, er trifft dort auf seinen Adoptivbruder, der sich nun als sein Erzrivale herausstellt. Sein Bruder (Lee van Cleef) ist Leiter des Camps und ein Kampf auf Leben und Tod stellt sich beiden in den Weg.

Man merkt recht schnell worauf es hier in diesem Streifen ankommen soll, auf blanke Action sprich Fights und harte Duelle zwischen zwei Kampfkünstlern, doch leider sind genau diese Passagen sehr weit verstreut im Film, und nehmen nur wenig Screentime ein, statt dessen wird der Zuschauer mit recht vielen Dialoglastigen Szenen konfrontiert, die teilweise echt an die Geduld des Zuschauers apelieren. Denn die Laufzeit von gut 105 Minuten, vorausgesetzt man hat die ungeschnittene Fassung vorliegen, zieht sich oft sehr in die Länge und man bekommt oft nur die Ermittlungsarbeiten von Norris zu sehen, natürlich dürfen auch freundschaftliche Kontakte und Treffen deren nicht fehlen und sprengen somit noch mehr die Laufzeit in die Höhe und strapazieren die Geduld des Zuschauers.

Grosse Überraschungen und Wendungen sollte man nicht bei OCTAGON erwarten, dafür war anscheinend kein Platz mehr im Drehbuch, was vor allem dem Regisseur negativ zuzusprechen ist, hier wurde sich zu sehr auf altbewährtes verlassen und wichtige Aspekte ausser Acht gelassen. Potenzial bietet der Plot allemal nur wurde er nicht ausgeschöpft. Darstellerisch betrachtet erlebt man Norris wie man ihn kennt und liebt, kühl, ernst und kaum Mimiken oder Gesten, aber das macht die Coolness seiner Rollen aus, und somit passte er sich erneut nur wieder an das Drehbuch an, sein Gegenpart Lee van Cleef weiss in seiner Rolle als Erzrivale zu gefallen, nur ist seine Screentime auch sehr begrenzt, und man bekommt oft Rückblendungen aus der gemeinsamen Kindheit von Norris und Cleef geboten.

Hat man die 90 Minuten des Films überstanden, so bekommt man noch ein recht ansehnliches Finale geboten, der Kampf auf Leben und Tod zwischen Norris und Cleef ist sehr gut choreographiert und auch das Set ist stimmig dazu gewählt worden, viel Feuer versprüht Dramatik und Hektik. Durch den Sand auf dem sich beide befinden, bekommt man den Eindruck sie befänden sich eher in einer Kampfarena, vor allem weil sich der Endfight in einer Art Scheune abspielt, erinnert ein klein wenig an Underground Fights. OCTAGON ist nicht der beste Streifen mit Norris, aber ein kleines Schmankerl ist er schon irgendwie, er stand noch sehr am Anfang seiner Karriere, was sozusagen ein geschichtlichen Hintergrund widerspiegelt.

Jedoch geht OCTAGON mit der Thematik der Ninja sehr unter, und kann sich nur schwer gegen andere Streifen aus dem Genre behaupten, doch für Norris Fans ist dieser Film sozusagen Pflicht und sollte nur in der ungeschnittenen Fassung vom Label EUROVIDEO sich in der Sammlung befinden, sie hat eine Freigabe von 16. Selbst die VHS Auflage von CBS FOX mit der 18er Fassung war gekürzt.