Kritik: Ohne Ausweg (1993)

Nach seiner spektakulären Flucht aus einem Gefängnis sucht Bankräuber Sam (Jean-Claude Van Damme) Unterschlupf. Er findet ihn auf einer einsamen Farm bei der jungen, attraktiven Witwe Clydie (Rosanna Arquette). Doch die Landidylle trügt. Skrupellose Finanzhaie tyrannisieren Clydie und wollen sie mit brutaler Gewalt zum Verkauf ihres Grundstücks zwingen. Sam handelt sofort. Zwischen Ausbrecher, jagenden Cops und Syndikat entbrennt ein erbarmungsloser Kampf.

Was erwartet man von einem Actionstar? – Richtig, einen Actionstreifen der nur so von blanker Action protzt, doch das manche Actioner auch mal ruhigere Filme gedreht haben, kennen wir bereits von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und andere, und so auch Jean – Claude van Damme im Film „OHNE AUSWEG“ von 1993 unter der Regie von Robert Harmon. Harmon der uns auch schon Filmperlen wie „GEFÄHRLICHE FREUNDSCHAFT“ mit John Travolta und „HITCHER – DER HIGHWAYKILLER“ aus dem Jahr 1986 mit Rutger Hauer in der Titelrolle bescherte.

Der Streifen OHNE AUSWEG geht in die ruhige Richtung und beschert dem Zuschauer eher ein Drama mit vielen Dialogen, auch ein wenig Romantik wurde mit ins Drehbuch gepackt, doch ist ein Star wie van Damme für solche Filme geeignet? Eher weniger, zwar besitzt er schauspielerische Fähigkeiten aber die halten sich für Rollen mit Tiefgang ein wenig bedeckt, sowas ähnliches kann man auch bei Steven Seagal beobachten und feststellen. Doch der Film hat andere Qualitäten, auch wenn die Story an typische Serien aus den 80er Jahren erinnert, so kann sie überzeugen und unterhalten, statt auf nur 45 Minuten wie in einer Serie wurde die Story auf satte 90 Minuten aufgepusht. Eine alleinerziehende Frau mit ihren beiden Kindern lebt auf dem Lande und ein schmieriger Typ möchte das Land sich unter den Nagel reissen um damit Geld zu machen, ein einsamer Fremder, in diesem Fall van Damme kommt da wie gerufen und nimmt sich der Sache an und hilft der Frau mit ihrem Problem, das die beiden dadurch sich näher kommen, dürfte jedem klar sein! Die Action und auch Kampfszenen rücken hier eher in den Hintergrund und sind bei weitem nicht so aufwendig inszeniert worden, wie man es aus van Damme Streifen gewöhnt ist, hier wurde mehr auf die Story wert gelegt und dies spürt man auch, zwar sind alle Schauspieler total überzeugend und agieren realistisch, aber es wirkt eher wie ein Drama mit einem leichten Thrillertouch.

Doch auch für die weiblichen Fans von dem Belgier wurde gedacht, van Damme zeigt mehr als einmal was er körperlich, optisch zu bieten hat, die Diskussion über sein Geschlechtsteil am Essenstisch mag vielleicht eine Anspielung sein, wer weiss. Doch der Actionfreak möchte ihn kämpfen sehen und nicht beim baden oder grillen zusehen, doch die wenigen Fights entschädigen den Zuschauer zwar nur wenig sind aber gut choreographiert worden. OHNE AUSWEG ist nicht der beste Streifen mit van Damme aber der mit dem meisten Tiefgang in der Story, er ist gut anzuschauen und unterhält ansprechend. An der Seite von van Damme agieren Rosanna Arquette, die Schwester von David Arquette, sie kennt man auch aus „PULP FICTION“ von 1994, der kleine Junge im Film ist der jüngere Bruder vom Kinderstar Macauly Culkin, namens Kieran.

OHNE AUSWEG ist ein sympathischer Streifen für zwischendurch, nur wenig Action, dafür ein wenig Thrill und eine Geschichte mit Tiefgang, nicht nur van Damme Fans ein Tip. Es gibt ihn auf VHS und DVD in Deutschland und hat eine Freigabe von 18 erhalten, wobei ich hier die Einschätzung der FSK ein wenig für eine Fehleinschätzung halte und dahinstelle, denn wie bereits erwähnt hält sich die Action bedeckt und der Härtegrad ist verglichen mit anderen Streifen eher müßig als heftig. Mir hat dennoch der Film sehr viel Spaß gemacht, auch wenn er nicht zu den besten aus dem Genre gehört, so kann er überzeugen und unterhalten, was möchte man mehr, es muss ja nicht immer nur sinnloses rumgekloppe sein!