Planet des Schreckens (1981)

 

Bruce D. Clarks PLANET DES SCHRECKENS (Galaxy of Terror) ist ein lupenreiner “Alien”-Abklatsch aus dem Hause Roger Cormans, der mittlerweile selbst einen beträchtlichen Kultstatus genießt.
Das liegt zum einen daran, dass er lange Jahre selten zu sehen und schwer zu finden war, zum anderen, weil er neben einigen herben Splatter-Effekten eine kultige Besetzung auffährt und kein geringerer als der junge James Cameron für Kostüme, Production Design und Effekte zuständig war.

Wie im Vorbild muss hier eine zusammengewürfelte Crew auf einen fremden Planeten düsen, um dort merkwürdige Ereignisse zu untersuchen. Dort angekommen, entdecken die Astronauten eine Pyramide, die einem futuristischen Irrgarten des Schreckens gleicht, in welchem jedes Besatzungsmitglied mit einem Monster konfrontiert wird, das direkt seinen eigenen Ängsten zu entspringen scheint…

Den  Look von PLANET DES SCHRECKENS kann man mit billig, aber effektvoll beschreiben. Der Planet ist eine Art düsterer Schrottplatz im Dauernebel (James Camerons späteres Meisterwerk “Aliens” sieht ungefähr genau so aus, war eben nur weitaus teurerer), die Innenausstattung des Raumschiffs “Quest” steckt voller fantasievoller Details. Aufgrund des geringen Budgets wurden sogar Styropor-Verpackungen von “McDonalds”-Burgern angemalt und an die Wände geklebt.
Die Spezialeffekte, die stellenweise sehr blutig ausfallen, sind allesamt handgemacht und besitzen einen nostalgischen Charme, dem kein CGI-Trick das Wasser reichen kann. Köpfe werden zerquetscht, Arme abgerissen, Innereien plumpsen aus dem Körper, und das alles ziemlich überzeugend.
Berüchtigt war PLANET DES SCHRECKENS wegen einer geschmacklosen Sequenz, in der eine blonde Astronautin von einer schleimigen Riesen-Made vergewaltigt wird, allerdings ist die Szene heute eher trashig-lächerlich denn erschreckend. Damals war sie so heftig, dass sie gekürzt werden musste, damit der Film sein ‘R’-Rating erhält.

Bei der Besetzung begeistern vor allem die Nebendarsteller. Zur Crew gehören neben Grace Zabriskie (als Kommandantin, die eine merkwürdig erotische Beziehung zu ihrem Raumschiff pflegt und gern die Armaturen streichelt) auch Hollywood-Veteran Ray Walston (“Küss mich, Dummkopf”), Zalman King (der später “9 1/2 Wochen” produzierte und auf den Regiestuhl wechselte) sowie “Freddy Krueger” himself,  Robert Englund, der hier eine hervorragende Vorstellung zeigt und als sein eigenes böses Ich gegen Ende des Films schon einige Freddy-Eigenarten vorführt.

Die Idee, dass die Besatzung gegen Kreaturen ihres Unterbewusstseins antritt, war auch 1980 nicht sonderlich neu, sie stammt aus dem Klassiker “Forbidden Planet – Alarm im Weltall” (1956) und wurde im Sci-Fi-Genre auch in späteren Filmen wie “Sphere” (1998) und “Event Horizon” (1997) wieder aufgegriffen.
PLANET DES SCHRECKENS war ein großer Erfolg für Produzent Roger Corman, und es ist absolut erstaunlich, was für ein atmosphärischer und ideenreicher Film mit so einem kleinen Budget entstehen konnte. Für Trash-Fans ist Planet des Schreckens unverzichtbar,  und für Horror-Fans gibt es sehr viel zu entdecken.
Planet des Schreckens gab es lange Zeit nur auf VHS und war bei Sammlern heiss begehrt, was oft hohe Preise beim Verkauf dieses Tapes erzielte. Mittlerweile bekommt man ihn für nur ein paar Euro auf DVD, und auf Blu-ray ist er ebenfalls erhältlich, als Mediabook in einer limitierten Auflage von 3000 Stück.