Kritik: THE QUEST – DIE HERAUSFORDERUNG (1996)

Die Zeiten sind verdammt hart im New York des Jahres 1923 – besonders für Chris DuBois (Jean-Claude Van Damme), einem jungen Straßenartisten. Chris wird gejagt. Er hat mit seinem Schützlingen, pfiffigen und verwaisten Straßenkindern, einen Alkoholschmuggler um eine beträchtliche Summe erleichtert. Auf seiner halsbrecherischen Flucht landet Chris im Laderaum eines Hochseefrachters und verliert das Bewußtsein. Damit beginnt eine abenteuerliche Fahrt ins südchinesische Meer, gesteuert vom windigen, aber charmanten Piraten `Lord` Dobbs (Roger Moore). Der `verkauft` Chris an eine Kickbox-Schule auf der Insel Muay Thai. Dort erfährt er von einem geheimen, Jahrtausendealten Kampfsport-Turnier, das von tibetischen Mönchen ausgerichtet wird. Der Preis für den Sieger: Eine Drachenstatue aus purem Gold – für Chris vielleicht das Ticket in die Heimat. Aber auch der Halunke Dobbs ist an der Statue interessiert. Gemeinsam reisen sie nach Tibet. Chris steht vor der größten Herausforderung seines Lebens. Er muß gegen die besten und härtesten Kämpfer der Welt antreten.

 

Wer dem Film BLOODSPORT von 1986 schon was abgewinnen konnte, wird sich mit dem 10 Jahre später erschienenen Streifen THE QUEST – DIE HERAUSFORDERUNG auch anfreunden können, hier stand Jean-Claude van Damme zusammen mit Frank Dux, den er ja in BLOODSPORT verkörperte, gemeinsam hinter der Kamera. Der Film ist eine Mischung aus Abenteuer und Action, eher gesagt ein wenig Eastern angehaucht, und spielt in den 20er Jahren.

Viele betiteln den Film nur als müden Aufguss vorangegangener Streifen, vieles erinnert an BLOODSPORT, doch wurde hier manches anders aufgefasst und in Szenen wiedergespiegelt. THE QUEST basiert auf einer ähnlichen Story, hier treten auserwählte Kämpfer aus aller Welt in einem geheimen Turnier gegeneinander an, sei es Japan, Afrika oder auch Deutschland, wobei hier auch ein paar Klischees Einzug ins Drehbuch hatten, doch dies stört eher weniger den Unterhaltungsfaktor vom Film. Dazu wurde noch ein Plot mit einem Mafiapaten eingefügt, sowie auch ein geplanter Diebstahl eines begehrten Reliktes, was dem Zuschauer immer wieder mal präsentiert wird.

Doch der Film weist ein paar Macken und Kanten auf, allen voran die lange Dauer des Films bis endlich was eindrucksvolles passiert, es vergehen um die 50 Minuten bis man endlich mal einen ordentlichen Fight zu sehen bekommt, zwar konnte van Damme schon zuvor seine Künste erneut unter Beweis stellen, aber diese Sequenzen fielen eher mager und kurz aus. Die Idee eine Abenteuergeschichte einzufügen ist den Machern recht gut gelungen, die Sets wirken ansprechend und lassen oft einen guten Eindruck für den Zuschauer übrig, wie es wohl in den 20er Jahren so ausschaute.

Abrunden tut das noch die Rolle des Lord Dobbs gespielt von 007 Legende Roger Moore, dessen Kühnheit und Lässigkeit oft an seine James Bond Rollen erinnern lässt. Ein weiteres kleines Manko ist, das es auch Szenen gibt, die an ein anderes Werk von van Damme erinnert, der Handlungsabschnitt als Blinder Passagier auf einem Schiff, der nach der Entdeckung als Arbeitssklave ausgenutzt wird, ähnelt doch sehr an seine Rolle in LEON, doch auch wenn man sich an Klischees und bekannten Elementen bediente, so kann der Streifen einem sehr gut unterhalten und verdient ein wenig Anerkennung.

Die Actionszenen, die Fights beim Turnier und auch die kurzen während des ganzen Filmes sind sehr gut choreographiert und machen Spaß, das hier die Fights wo van Damme nicht beteiligt ist, recht kurz ausgefallen sind, kennt man bereits aus anderen Produktionen, jedoch runden sie die Sache gut ab, und gewähren damit auch genug Spielraum für die eigentlichen wichtigen Kämpfe des Films. Darstellerisch kann man nichts bemängeln, alle Darsteller liefern gute und saubere Arbeiten ab und bringen Leben in ihre Rollen. THE QUEST ist ein unterhaltsamer Streifen, bietet gleichermaßen für Action und auch Abenteuerfans gleichviel und spielt seine Qualitäten sehr gut aus.

Es mag nicht der beste Streifen von und mit van Damme sein, aber einer der aufwendigsten ist er bestimmt, allein die Sets und die musikalische Untermalung ist sehr eindrucksvoll und hinterlässt ein paar bleibende Eindrücke. THE QUEST gibt es in Deutschland auf Laserdisc, VHS, DVD und Blu-ray, mir lag die DVD von Kinowelt als Anschauung vor, sie hat eine Freigabe von 16 und ist ungeschnitten, klares Bild und einen sauberen Ton sind ebenfalls auf der Scheibe vorhanden, wie auch der deutsche Trailer, eine Fotogalerie und weitere Trailer zu anderen Filmen, aber auch ein kleines Booklet befindet sich in der Hülle. THE QUEST nicht nur für van Damme Fans ein kleines MUST HAVE und MUST SEE!

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