Kritik: Savage Street – Die Straße der Gewalt (1984)

Brenda (Linda Blair) ist Mitglied der Girl-Gang “Satins”, die Mädchen halten zusammen, helfen sich durchs College und manchmal verzetteln sie sich in eher harmlose Raufereien mit anderen Gangs. Als eines Tages jedoch Brendas taubstumme Schwester Heather (Linnea Quigley) von der brutalen Gang der “Scars” am College vergewaltigt wird, mutiert Linda zur knallharten, brutalen Anführerin der “Satins”. 
Von jetzt an machen die Mädchen Jagd auf die “Scars” 

 

 

Die Thematik der Selbstjustiz war in den 80er Jahren mehr als gefragt und zahlreiche Filme kamen auf den Videomarkt. Aber es gab auch Filme die es sogar ins Kino schafften und somit der Masse noch zugänglicher waren. Der Film „Savage Streets“ ist ein würdiger Vertreter von 1984 mit einer perfekt ausgewählten Linda Blair als Racheengel. Die meisten werden Blair eher als Besessene aus „Der Exorcist“ von 1973 kennen, wofür sie sogar für einen Oscar nominiert war oder aus „Red Heat“ von 1985. Obwohl dem Film ein gewisser Grad an Schmuddeligkeit nachgesagt wird, war er recht erfolgreich an den Kinokassen und erfreut sich bei vielen Filmliebhabern noch immer großer Beliebtheit. In den Videotheken waren solche Streifen mehr als heiß begehrt, die Masse wollte Filme sehen die abseits sich vom sauberen Fernsehen bewegen und andere Themen als oft nur Dramen und Liebeleien widerspiegeln.

Savage Street zeigt dem Zuschauer sehr deutlich wozu Menschen fähig werden können, wenn ihnen Leid in der eigenen Familie angetan wird. In SAVAGE STREETS spielt Blair die Anführerin einer Mädchengang. Das sind knallharte Weiber mit Muckis und flotten Sprüchen auf allen Lippen. Blair gehört zu diesen unangepassten Girls, die nachts mit Sonnenbrille unterwegs sind, BHs grundsätzlich ablehnen (typisch für die 80er) und rotzfrech dem Schuldirektor ins Gesicht lachen. Ihre Coolness sprengt jede Bluse. Nur der Jungs-Gang von nebenan sind die heißen Hexen ein Dorn im Auge. Die zunächst harmlosen Streitereien und vulgären Beleidigungen führen bald zu einem Kleinkrieg, der schließlich in brutaler Gewalt mündet. Die miesen Machos vergewaltigen Blairs taubstumme Schwester (C-Film-Queen Linnea Quigley) und ermorden ihre schwangere beste Freundin, die kurz vor der Heirat stand. Da die Polizei nicht eingreift, kleidet sich Linda Blair in sexy sitzendes schwarzes Leder, schnappt sich Armbrust und Bärenfalle und zieht die Bastarde zur Rechenschaft.

Die Story ist zwar recht simpel gestrickt und folgt gradlinig dem Ablauf, kann aber dennoch sehr überzeugen und den Zuschauer bei Laune (oder Stange) halten. Das man hier auch viel nackte Haut zu Gesicht bekommt, ist ebenfalls ein typisches Stilmittel der 80er gewesen um noch mehr Zuschauer in die Kinos zu locken. Diese Masche funktionierte auch sehr gut, vor allem weil man zu dieser Zeit noch mehr Naturschönheiten präsentiert bekam, und nicht wie heutzutage aufgeplusterte Silikonbomben. Viele Kritiker lehnen diesen Film etwas an „Die Klasse von 1984“ aus dem Jahr 1982 an, das liegt eindeutig daran das die Kamera draufhält, und nicht abschwenkt. Hier werden die entblößten Opfer dem Zuschauer zum Fraß vorgeworfen und die nackten Hinterteile der Täter ( bei der Vergewaltigung) blitzen ins Bild.

Savage Street kann aber noch mit mehr Dingen gut punkten, allein die Auswahl und Darstellung der Sets, wie zum einen die dunklen Straßen und auch der berühmte Eisenladen sind eine wahre Augenfreude und sind sehr detailreich in Szene gesetzt worden. Atmosphärisch sehr dicht und bedrängend, typische Slasher – Alüren wurden genutzt und ausgereizt. Somit kann er durchaus auch bei Horror – Fans seinen Charme versprühen und seine Fangemeinde deutlich erweitern. Savage Streets war der dritte Film von Regisseur Danny Steinmann, mit diesem Film bewarb er sich als Regisseur für einen Teil der „Freitag der 13te“ Filmreihe und erreicht auch sein Ziel, und nur ein Jahr später stand er für Jason hinter der Kamera und schuf „Freitag der 13te – Ein neuer Anfang“.

Auch die Special Effects können sich durchaus sehen lassen, überzeugen und unterstützen die Story ungemein, und verhelfen ihm zu einem düsteren Abenteuer in die Rachegelüste einer gepeinigten Frau. Apropro Frau, zudem durfte es nicht fehlen, das man sich ausgiebig Linda Blair oben ohne anschauen konnte. Die Badesequenz im Film ist eher sleazig angehaucht, aber wirkt nicht deplaziert und wird wohl bei manchen männlichen Zuschauern, den Puls in die Höhe schnellen lassen, und wer weiß was noch alles!

Savage Street ist ein gutes Beispiel für ein Entgegenwirken des sauberen Films, und nimmt kein Blatt vor den Mund. Niedrige Instinkte erfreuen immer wieder die Massen. Wer sich für diesen Filmbeitrag interessiert, kann ihn sich auf VHS oder auf DVD im Ausland besorgen. Die DVD Version aus Deutschland ist (leider) ein Bootleg. Der Film besitzt eine Freigabe von 18 und steht nicht auf dem Index. Jedoch haben Versionen aus dem Ausland, die durchaus eine deutsche Tonspur beinhalten, ein paar Tonprobleme. An einer Stelle wirken die Stimmen dumpf und lautes Knacken ist zu vernehmen, anscheinend hatte man sich nicht viel Mühe bei der Umsetzung gegeben. Was sehr Schade ist, denn das Bootleg besitzt diese Fehler nicht. Auf jeden Fall ist Savage Street ein guter Tip für Fans von Rachestreifen, die mit einem kleinen Hauch Horror im Plot sich anfreunden können! 

 

 

 

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