Kritik: Scanner Cop – Die ultimative Waffe (1994)

Aus rätselhaften Gründen werden Polizisten von bisher unbescholtenen Bürgern angegriffen und getötet. Die Beamten fühlen sich wie Freiwild, da jeder Passant ein potentieller Cop-Killer sein kann. Ein junger Polizist, der die Fähigkeit besitzt, die Gedanken anderer zu lesen und zu kontrollieren, enträtselt Stück für Stück und stets unter Lebensgefahr das ungeheuerliche Geheimnis, das hinter all diesen Anschlägen steckt: Der geniale Racheplan eines Wahnsinnigen.

 

 

Wenn es eine Filmreihe geschafft hat, sich einen Kultstatus zu erarbeiten, ist es dann nicht verwunderlich wenn man an dieses Konzept anknüpft? Wozu einen weiteren Teil der Reihe drehen, denn in den meisten Fällen nehmen dann die Fortsetzungen an der Qualität drastisch ab. Also beschloss man ein Sequel zu drehen, gemeint ist die Reihe „Scanners“, die es auf insgesamt drei Teile schaffte. Zum Sequel kommt noch dazu, das es das Regiedebut von Pierre David war. Statt an dem kompletten Konzept anzuknüpfen, bediente man sich lediglich ein paar Elementen und schuf damit einen weiteren erfolgreichen B – Movie, der bei vielen ein gewisses Ansehen erreicht hat. Wir reden hier von einer Mischung aus Scanners und einem Cop – Streifen. Er vereint gekonnt drei Genre zu einem gesunden Mix aus Spannung und sehr guter Unterhaltung. Action, Science – Fiction und Horror geben sich die Klinke in die Hand. Die Karriere von David war recht kurz, er schaffte es lediglich auf zwei Titel, einige Jahre nach Scanner Cop, 1995 kam der Thriller „Shadow Killer“ in den Handel, den es nur auf VHS zu erwerben gibt, ebenfalls ein Film der es verdient hat, endlich digitalisiert zu werden.

 

Für die Rolle des Scanner Cop wurde Daniel Quinn auserwählt. Er verkörpert die Rolle sehr ansprechend und Aussagekräftig genug. So das der Zuschauer sich gut in den Charakter des geplagten Scanners versetzen kann. Etwas zurückhaltend verbirgt die Rolle etwas geheimnisvolles, was mithilfe von Medikamenten unterdrückt wird. Jedoch bei den Ermittlungen der Polizei durch seinen Stiefvater wieder zum Vorschein gebracht wird, um die mysteriösen Morde an Polizisten aufzuklären und den Mörder endlich dingfest zu machen. Aufgrund des Erfolges von Scanner Cop, wurde Quinn auch die Rolle in der Fortsetzung zugesprochen, der zweite Teil kam nur ein Jahr später in den Handel und war ebenfalls eine „Direkt to VHS“ Produktion. Quinn ist kein unbeschriebenes Blatt in der Filmbranche und kann mit Titel wie „Dead Bang – Kurzer Prozeß“ von 1989 an der Seite von Don Johnson, „Wild at Heart“ von 1990 mit Nicolas Cage und „Extreme Justice“ von 1993 seine Karriere aufwerten. Dazu gesellen sich noch einige bekannte TV – Serien, wo er auch zumeist mehr als nur in einer Episode zu sehen war. Sei es „Baywatch“, Renegade – Gnadenlose Jagd“ oder auch „Matlock“.

 

Sein Widersacher der Dr. Klock wurde kein Geringener als Richard Lynch engagiert. Er verkörpert den verrückten Wissenschaftler auf ganz eigene Art und Weise und ist der ideale Gegenpart vom Scanner Cop. Leider ist dieser grossartige Schauspieler im Jahr 2012 verstorben. Aber seine Rollen in unzähligen Filmen sind immer noch eine Augenweide und geniessen bei vielen Filmfans ein hohes Ansehen. Seine Filmographie ist unwahrscheinlich lang, und er war ein gefragter Mensch in der Filmbranche. Er verkörperte oft den Bösewicht, und diese Rollen waren ihm anscheinend wie auf dem Leib geschrieben. Obwohl er als guter Mensch in der Realität galt, und bei seinen Kollegen mehr als beliebt war. Um mal ein paar Titel seiner Karriere zu nennen, nahm ich mir mal folgende Titel raus. „Invasion U.S.A.“ von 1985 an der Seite von Chuck Norris, „Cut and Run“ ebenfalls von 1985 und „Die Barbaren“ von 1987 mit den Gebrüder Paul zusammen. Doch seine Liste umfasst weitaus noch mehr erfolgreiche und bekannte Titel.

 

Scanner Cop lässt sich Zeit, aber nicht im negativen Sinne. Das die Polizei lange im Dunkeln tappt, wer hinter den Polizistenmorden sich verbirgt, bringt eine gewisse Spannung auf. Der Zuschauer nimmt förmlich an den Ermittlungen teil und wird in den Zeiten der Pausen bestens mit Informationen versorgt. Schauspielerisch liefern alle Darsteller, sehr gute und überzeugende Leistungen ab. Keiner driftet ins Negative und zieht somit den Streifen von der Qualität herunter. Im Gegenteil, sie verhelfen ihm zu einem gewissen Stand der Dinge, und bringen etwas frischen Wind in die Thematik der Scanner. Auch für Zuschauer die hin und wieder mal ein wenig Action geboten haben möchten, wurde gedacht. Hin und wieder wird hier mal geschossen und ein paar Einschüsse sind ebenfalls vertreten. Doch sollte man bedenken, das es sich hier eher um einen SciFi Streifen handelt, und nicht um einen Actioner. Sie dienen also förmlich nur dazu etwas Abwechslung in die Story hineinzupusten, um den Zuschauer nicht nur mit Dialogen zu belasten. Sozusagen kleine Verschnaufpausen, die man gerne annimmt und sie einfach laufen lässt.

 

Die Scanner Sequenzen sind stark an die Filme „Scanners“ angesetzt, zwar können sie Qualitativ nicht mithalten, aber wissen durchaus zu gefallen. Die Arbeiten an den Special Effekten von JohnCarl Buechler und David Barrett sind sehr aufwendig und weisen durchaus einen Hang zur Professionaltät aus. Hier bekommt der Zuschauer hervortretende Blutgefäße, Verformungen des Kopfes und alptraumhafte Kreaturen zu Gesicht. Natürlich darf der berühmte Schädelplatzer nicht fehlen. Doch bis dieser Zeitpunkt auftaucht, vergehen einige Minuten der Laufzeit. Aber durch den guten Spannungsaufbau vernimmt man sowieso nicht die vergangene Laufzeit und sitzt nicht erwartungsvoll am Fernseher und wartet geduldig auf das Finale.

 

Der Streifen Scanner Cop fügt sich gut an den vorherigen Streifen an, wenn er nicht sogar in diversen Punkten sich deutlich zum Vorteil abhebt. Es gibt Fans die behaupten das er sogar einen Deut besser sei als Scanners. Auf jeden Fall bietet er spannende und unterhaltsame Unterhaltung und braucht sich hinter anderen Produktionen aus dem B – Movie Bereich nicht zu verstecken. Schade ist es, das es ihn bislang nur auf VHS gibt, wie die Fortsetzung, vom damaligen Label „Marketing“. Vielleicht erbarmt sich endlich mal ein Label und bringt uns diesen Filmgenuss in das digitale Zeitalter. Er besitzt eine Freigabe von 18, die hier vollkommen nachvollziehbar ist. Seit dem 30.11.1994 befindet sich der Streifen auf dem Index. Doch einer Neuprüfung würde nichts im Wege stehen, denn auch andere Filme haben den Sprung vom Index mühelos geschafft.

 

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