Kritik: Spurlos (1993)

Amerikanisches Remake des niederländischen Films “Spurlos verschwunden”: Jeff (Kiefer Sutherland) kommt einfach nicht über das Verschwinden seiner Freundin Diane (Sandra Bullock) hinweg, weswegen sich das Verhältnis zu seiner neuen Freundin Rita auch als schwierig gestaltet. Als der seltsame Barney (Jeff Bridges) mit ihm Kontakt aufnimmt, weil er angeblich über Dianes Verschwinden weiß, ahnt Jeff, daß hier ein Entführer oder Mörder mit ihm ein Spielchen spielt.

Remake sind meist eine Sache für sich, doch was sagt man wenn ein Regisseur von seinem eigenen Film, ein Remake nach 5 Jahren dreht? Versucht er seine Fehler auszubessern, hat er aus seiner Erfahrung gelernt und möchte dies nun umsetzen? Auf jeden Fall hat sich einiges getan bei SPURLOS von 1993, was ein Remake von SPURLOS VERSCHWUNDEN aus dem Jahr 1988 darstellt, George Sluzier drehte sein eigenes Remake und weiss durchaus zu überzeugen.

Die Story handelt von einem recht einfachen Mann namens Barney (Jeff Bridges), der bis ins kleinste Detail plant eine Frau zu entführen, er lebt recht einfach und zurück gezogen und besitzt eine einsame Hütte an einem grossen See, die er nun wieder auf Vordermann bringt, jedoch mit anderen Hintergedanken, als er es seiner Familie gegenüber gesagt hat. Zeitgleich ist das junge Paar Diane (Sandra Bullock) und Jeff (Kiefer Sutherland) auf dem Highway unterwegs, nach einem kleinen Streit, begibt sich das Paar auf einem Rasthof um eine Pause einzulegen. Diane geht in das Geschäft, und Jeff wartet derweil draussen auf sie, doch sie kommt nicht zurück vom Bier holen, Jeff macht sich Sorgen und sucht nach Ihr. Hat Barney etwas mit dem Verschwinden von Diane zu tun? Die Suche nach Diane dauert mehr als drei Jahre, bis Jeff einen Tip bekommt und der Sache nachgeht, was verbirgt sich hinter dem Verschwinden seiner grossen Liebe?

Was dem Zuschauer recht schnell auffallen dürfte, ist die Besetzungsliste, alle am Plot beteiligten Charaktere wurden durch bekannte, namhaften Schauspieler belegt und sind somit eine kleine Ansammlung von grossen Stars der Leinwand, zwar befanden sich manche von ihnen noch am Anfang ihrer Karriere, aber konnten dennoch gut überzeugen und ihre Rollen in SPURLOS zum Besten geben. Der Streifen ist spannend und in einem flüssigen Erzähltempo gedreht worden, er weist kaum Längen auf, und bietet immer einen kleinen Happen Informationen für den Zuschauer, der ja wie Jeff im Film gerne wissen möchte, was mit dem Verschwinden von Diane auf sich hat. Die Setauswahl ist ansprechend und bietet genug für das Auge des Betrachters, sei es die Hütte am See, oder auch der Rasthof, Einsamkeit und volles Leben wechseln sich gut ab, auch wenn die Hütte irgendwie an einen einfachen Horrorfilm erinnert, doch wer auf Abgeschiedenheit und Einsamkeit steht, wird sich mit dem Schauplatz recht gut anfreunden können.

SPURLOS beinhaltet nur wenig Action, hier wurde mehr auf die Psyche von den Beteiligten eingegangen, besonders Hauptaugenmerk liegt bei der Planung der Entführung, und diese ausgiebige Darstellung von Jeff seinen Gedanken gibt dem Zuschauer genug Spielraum, um sich gedanklich ausmalen zu können, was passiert wenn er seinen Plan in die Tat umsetzen kann. Doch bis der Zuschauer zum Finale kommt, vergeht sehr viel Zeit, erst im letzten Drittel von SPURLOS bekommt der Zuschauer einen Eindruck geliefert, was mit Diane widerfahren ist, doch die Spannungskurve ist konstant auf einem soliden Level und weiss den Zuschauer bei Laune zu halten, Freudigst erwartet man das Ende des Martyiums.

Den Thriller SPURLOS bekommt man in Deutschland auf VHS und DVD und hat eine Freigabe von 16 bekommen, viele behaupten das das Remake von 1993 besser sei als das Original von 1988, darüber sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden, ich kann nur sagen das ich SPURLOS von 1993 sehr unterhaltsam fand, und ihn mir bestimmt auch noch mal ein zweites Mal anschauen werde, er bleibt im Gedächtnis haften und somit hat er seine Mission beim Zuschauer erfüllt.