Terror in Alcatraz (1986)

Alcatraz war das härteste Gefängnis Nord – Amerikas. 28 Jahre lang scheiterte jeder Fluchtversuch. Bis Frank Morris kam! Er überwand alle Sperren, Mauern und Fallen und verschwand im Nichts! Jetzt kehrt er zurück, er hat noch etwas zu erledigen.

 

Die Menge der Anzahl der Gefängnisfilme ist so hoch, wie es auch schwedische Gardinen auf der Welt gibt, es gibt ein paar sehr gute Klassiker darunter, und auch welche die es noch nicht mal wert sind überhaupt erwähnt zu werden, der Streifen TERROR IN ALCATRAZ schwebt genau in der Mitte. Er stammt aus dem Jahr 1986 und ist das Regiedebut von Philip Marcue, und auch sein einzigster Film, vielleicht muss er jetzt selber hinter den Gitterstäben sitzen, wer weiss das schon.

TERROR IN ALCATRAZ behandelt wie eigentlich fast immer wenn es um das bekannteste und gefürchteste Gefängnis der Welt geht um Ausbruch und Gangster, doch hier wurde noch ein wenig vom Horror Genre mit reingepackt, schliesslich sind es oft ZweiMann Zellen. Statt einen reinen Krimi anzuliefern musste hier noch ein Rachegelüste eines Ex – Sträfling mit ins Drehbuch genommen werden, das wäre ja auch gar nicht so verkehrt und würde etwas Schwung in die Angelegenheit bringen, doch so ganz funktioniert dies im Film leider nicht. Für die Rollen wurden ein paar Schauspieler genommen, die man hier und da schon mal gesehen hatte, aber keine grossen Stars aus der Filmbranche, somit blieb dem Film auch nicht mehr übrig als im B – Movie Bereich ein Dasein zu fristen, für die Charaktere wurden Namen wie Aldo Ray, Sandy Brooke und Bea Marcus genommen, lediglich Aldo Ray kann noch ein paar andere filmischen Werke dokumentieren, er spielte unter anderem in „MIAMI CONNECTION“ von 1975, „SCHREI AUS DEM JENSEITS“ von 1979 und „DER SIZILIANER“ von 1987 mit.

Mit grosser Spannung und Wendungen kann man leider im Film nicht rechnen, dafür ist alles zu sehr vorhersehbar und läuft im Prinzip nach altbewährten Formeln ab, somit ist für Neuerungen und Überraschungen kein Platz geboten, schade, hier hätte man aus der Story bestimmt so einiges rausholen können. Was die Sets angeht, somit sind sie sehr authentisch, ob es auf der Gefängnisinsel selber gedreht wurde, oder doch in einem Studio ist leider unbekannt, man könnte aber sagen „Jedes Gefängnis sieht wie das andere aus“, ob was wahres dran ist, kann ich nicht bestätigen. Schauspielerisch kann man nicht meckern, dafür das alle eher aus dem B- oder sogar C – Movie Bereich stammen, liefern sie sehr gute Leistungen ab und können in ihren Rollen überzeugen, man sollte den Film aber nicht mit anderen Filmgrössen aus diesem Genre vergleichen oder auf eine Stufe stellen, wer unbeschadet an den Film rangeht, wird ganz ordentlich unterhalten, aber für einen Kracher reicht es leider doch nicht, denn dafür sind die Morde zum Beispiel sehr einfallslos und simpel inszeniert worden, ein wenig Abwechslung hätte dem nicht geschadet, eher im Gegenteil.

Für einen Film zwischendurch ist TERROR IN ALCATRAZ ganz passabel und gut geeignet, für mehr reicht es leider nicht aus. Es gibt ihn auf VHS und DVD in Deutschland, wobei die DVD leicht gekürzt ist, und die Laufzeitangabe stimmt auf dem Cover nicht, es sollen 95 Minuten sein, sind aber nur 90 Minuten, diese Version ist somit geschnitten und die Schnitte merkt man auch an diversen Stellen sehr extrem, hätte man hier die Schere etwas vorsichtiger angesetzt dann würde es wohl kaum jemand merken, denn auch ohne die Morde expliziz in Szene zu stellen, wissen sie um ihre Wirkung und tun ihr übriges.

Nur was für Knackis der Streifen, wer die Klassiker wie „FLUCHT VON ALCATRAZ“ mit Clint Eastwood und „BRUBAKER“ mit Robert Redford kennt, der wird sich mit TERROR IN ALCATRAZ recht schwer tun.