The Black Six (1973)

Ein schwarzer Highschool-Schüler wird vom Bruder eines weißen Mädchens beim Date mit diesem erwischt. Er und seine weiße Motorradgang prügeln den schwarzen Jungen daraufhin tot. Der Bruder des Opfers, Mitglied einer schwarzen Motorradbande, hört von dem Vorfall und kommt in die Stadt, um Rache zu üben.

 

Ende der 60er bis hin in die 70er hinein, gab es sehr viele Biker – Streifen, der Ruf der Freiheit und Gerechtigkeit sollte so dem Zuschauer vermittelt werden. Doch was passiert wenn man das typische Klischee und vor allem die Optik der Biker vollkommen verändert? Kann man damit die Massen der Zuschauer erreichen – diese Frage kann ich leider nicht beantworten, aber Regisseur Matt Cimber nahm sich der Sache an, und tauschte die hellhäutigen Biker gegen dunkelhäutige aus, was dabei herauskam, ist eine echte Rarität unter den Biker – Streifen.

THE BLACK SIX, handelt von einer Gruppe bestehend aus sechs Bikern (wie der Titel schon verrät) die durchs weite Land streifen, jedoch den Gesetzen treu gegenüber stehen und auch mal bei älteren Menschen auf deren Farm mit anfassen um eine Kleinigkeit Essen zu bekommen, und sofern es möglich ist, noch eine Unterkunft in der Scheune des Farmers oder Farmerin. Sie erzählen freudig ihre Erlebnisse und Erfahrungen und zeigen ihre Ideale offen gegenüber den Menschen die ihnen freundlich willkommen sind. Doch es gibt auch negative Seiten, die Rassenfeindlichkeit gegenüber dunkelhäutigen Mitbürgern war in Amerika ein brisantes Thema und die Rassenfeindlichkeit wurde offen dargeboten, geschwiegen hat kaum jemand. Diese sozialen Brennpunkte mit dem Ruf der Freiheit gemischt ergibt ein Pulverfass, was nur noch darauf wartet entzündet zu werden.

Matt Cimber drehte einige solcher „Blaxploitation“ Filme in seiner Laufbahn, aber auch andere Streifen wie „HUNDRA – DIE GESCHICHTE EINER KRIEGERIN“ von 1983 und „DER TEMPEL DES BLUTIGEN GOLDES“ ein Jahr später entstanden sind in seinem Filmlebenslauf vorzufinden.

THE BLACK SIX ist eine Mischung aus Action und Drama Elementen, wo leider die Action ein wenig zu kurz gekommen ist, bis man ordentlich was geboten bekommt, dauert es gut 3 / 4 der Laufzeit, wer aber durchhält wird gut belohnt werden. Nachdem ein Bikermitglied erfahren hat, das ein Familienmitglied durch andere Biker auf üble Art umgebracht worden ist, begibt er sich auf die Reise und sucht die Schuldigen um sie ihrer gerechten Strafe zu versorgen. Dies ist zwar ein typisches Rache Klischee, aber sie dient gut als Leitfaden für die Story. Zwar sind die Ermittlungen recht zäh in Szene gesetzt worden, dienen aber vollkommen der Glaubwürdigkeit der Geschichte. Im Laufe der Story bekommt man gut einen Eindruck wie Rassenfeindliche Menschen sich verhalten und ihren Hass offenbaren, aber auch die gute Seite wird explizit dargeboten.

Wir sind in den 70er Jahren, da dürfen natürlich auch optische Reize seitens der weiblichen Darsteller nicht fehlen, doch hätte man hier mehr Wert drauf gelegt, hätte THE BLACK SIX noch gut als Sex – Plotiation Streifen durchgehen können, doch dies hat man sehr vernachlässigt, das hätte der Story noch die nötige Würze gegeben. Die Darsteller der Rockerbande sind allesamt Stars aus der American Football Liga, was dem Zuschauer auch bereits am Anfang eindeutig mit Einblendungen präsentiert wird, statt nur die Namen zu erwähnen, erfährt man noch bei welcher Mannschaft sie zu der Zeit waren, zwar eine interessante Idee, aber ob das Sinn macht? Doch darf man auch keine Höchstleistungen von Schauspielerischem Talent erwarten, aber ansehnlich agieren doch alle durchweg, schliesslich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber vom Pferd!

An manchen Stellen zieht sich die Story etwas in die Länge, die Ermittlungen nach den Schuldigen ist recht einfach gestrickt und sehr dialoglastig, aber das Finale wird mit Spannung erwartet, und dies bekommt der Zuschauer auch gut inszeniert und mit ein wenig Härte geboten. THE BLACK SIX ist kein Meilenstein der Blaxploitation Ära, dies haben Filme wie „SHAFT“, „FOXY BROWN“ und andere bereits übernommen und somit solche kleineren Produktionen vollkommen verdrängt, aber dieser Film unterhält einen recht gut und anregend, und sollte für Fans von Bikerstreifen mal eine Sichtung wert sein.

Es gibt ihn in Deutschland auf VHS und DVD, auf VHS vom Label „WESTMINISTER“ und wurde 2010 vom INDEX genommen, wieso er auf dem INDEX landete ist mir leider nicht bekannt, aber gerechtfertigt war dies bestimmt nicht. Wer ihn sich lieber auf DVD anschauen möchte, muss zur „ROCKER UND BIKER“ BOX VOLUME 10 vom Label „MIG“ greifen, dort ist er mit „BLACK ANGELS – DIE SICH SELBST ZERFLEISCHEN“ vertreten. Die BIKER BOX Reihe ist sowieso was für Sammler und Bikerfreaks.