The Loreley’s Grasp – Die Bestie im Mädchen-Pensionat (1976)

Am Rhein geschehen in einer kleinen Stadt grausame Morde an jungen Mädchen. Die Bewohner vermuten, daß ein Bär die Ursache für die unerklärlichen Todesfälle ist und beauftragen den Jäger Sigurd das Tier zur Strecke zu bringen. Schon bald findet dieser jedoch heraus, daß kein Tier für die Morde verantwortlich ist, sondern das düstere Geheimnis der Legende Lorelei.

 

Wer die Kultfilmreihe „Die reitenden Leichen“ kennt, der weiss sofort welcher Regisseur sich hinter dem Film THE LORELEY GRASP – DIE BESTIE IM MAÄCHENPENSIONAT verbirgt, die Rede ist von Amando de Ossorio. Zu seinen weiteren Werken zählen vor allem die Filme „WOODOO – INFERNO DES GRAUENS“ von 1974 und „DER EXORCIST UND DIE KINDHEXE“ aus dem Jahr 1975. Der Streifen LORELEY GRASP wurde im Jahr 1976 gedreht, und war eine Spanische Produktion und ist eine Mischung aus Gothic-Fantasy-Horror-Erotik und noch so einiges, Regisseur Ossorio war bekannt dafür zig Elemente in einen Film zu packen und ihn wild durcheinander zu wirbeln.

Man mag es kaum glauben aber der Film basiert lose auf ein Ballettstück namens Loreley, daher auch der Titel vom Film, genauso hatte sich Ossorio wohl mit deutschen Legenden beschäftigt und dies gekonnt in diesem Film integriert, auch wurden einige Szenen in Deutschland am Rhein gedreht, was aber eher weniger auffällt, da es hier Bäume und Sträucher zu sehen gibt, die eigentlich nur in Spanien wachsen und gedeihen, hier wurde wohl versucht den Zuschauer ein wenig in die Irre zu leiten. Wenn man sich den Film so anschaut, stellt man recht schnell fest, das hier auf vieles geachtet wurde, die Sets sind sehr aufwendig und gekonnt in Szene gesetzt, vor allem das Mädchenpensionat ist sehr schön anzusehen, auch standen wohl viele Aussensets im Drehbuch und vieles wurde unter freiem Himmel gedreht, hier wurde dann mit Hilfe von leichtem Nebel und sanften Musikklängen die Atmosphärekurbel betätigt.

Aber auch was die Optik der Charaktere angeht wurde hier peinlichst drauf geachtet, das das Auge des Zuschauers so einiges zu sehen bekommt, viel nackte Haut, und viele blutjunge Frauen, was in den 70er Jahren eher in den Soft-Erotik Streifen zu sehen war. Wo wir schon beim Cast sind, hier wurden einige bekannte Filmgrössen gecastet und in die passenden Rollen gesteckt, vor allem die Rolle von Tony Kendall, den die meisten noch als Kommissar X – Jagd auf Unbekannt kennen dürften, hier durfte er in braunen Schlaghosen schlüpfen und sich inmitten von Frauen tummeln, aber auch was die Frauen angeht wurde hier ein bekannter Name in den Cast geholt, die Rede ist von Helga Line, sie war auch in dem Film „OPEN SEASON – JAGDZEIT“ aus dem Jahr 1974 an der Seite von Peter Fonda zu sehen, zu ihren weiteren Filmen kommen noch einige andere Gruselstreifen, Krimi / Thriller und auch Western.

Da der Film nur lose auf ein Ballettstück basiert, wurde statt der singenden Loreley ein Gummimonster integriert, die Szenen wo das Monster auftaucht sind recht passabel inszeniert worden, vor allem durch die ruckelnde Kameraführung bekommen sie noch einen aufdringlichen Touch, es ist bis zum Ende immer nur kurz und auszugsweise zu sehen, was die Neugier weckt, der Zuschauer möchte gerne wissen, wer sich dahinter verbirgt und aus was für Gründen es mordet, zu dem sei noch gesagt, am Ende des Films bekommt man die Auflösung präsentiert und dies auch noch recht effektvoll, wenn man bedenkt das der Film aus den 70er Jahren stammt. Die Morde wurden fast explizit ins Bild gerückt und werden sehr blutig dargestellt, aufgeschnittene Bäuche, Hautfetzen und vieles mehr, gekrönt alles mit viel nackter Haut und sehr viel Theaterblut, vor allem an der grellen Farbe zu erkennen.

Apropo nackte Haut, hier wird einem sehr viel gezeigt, der Film läuft gerade mal ein paar Minuten da ist schon der erste Mord mit viel Nackter Haut zu sehen, genauso erinnern die Szenen wo man meist nur die Hand des Monsters sieht, recht deutlich an einen Giallo, statt die schwarzen Handschuhe ist es eine Gummihand. Auch wenn manches einen kleinen Hauch Trash in sich hat, kann der Film überzeugen, es macht sehr viel Spaß ihn zuschauen.

The Loreleys Grasp gibt leider nur auf DVD vom Label „Shock DVD Entertainment“ in einer limitierten Auflage von 2000 Stück. Das Bild ist sehr klar und deutlich, der Ton kommt in Mono, und ist klar, rauschfrei und knisterfrei. Wer auf atmosphärische Gruselstreifen steht und ein wenig über manche Dinge hinwegsehen kann, der wird mit diesem Streifen sehr gut unterhalten, mir hat er so gut gefallen, das ich ihn bestimmt nochmal ansehen werde.