Vergessene Welt – Jurassic Park (1997)

Vier Jahre nach dem Desaster im Jurassic Park: Auf einer nahegelegenen Insel haben die Dinosaurier unbemerkt überlebt und können sich frei bewegen. Doch jetzt droht eine noch viel größere Gefahr – der Plan, die Dinosaurier einzufangen und auf das Festland zu bringen. John Hammond (Richard Attenborough), der die Kontrolle über seine Gesellschaft “InGen” verloren hat, sieht die Chance, seine Fehler aus der Vergangenheit wiedergutzumachen und sendet eine Expedition, geleitet von Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum), zur Insel, bevor der beauftragte Jagd-Trupp dort ankommt. Die zwei Gruppen stehen sich in extremer Gefahr gegenüber und müssen sich in einem Wettlauf gegen die Zeit zusammenschließen, um zu überleben…

Nachdem Spielbergs Jurassic Park 1993 neue Maßstäbe in Sachen Tricktechnik setzte und der immense Erfolg natürlich nicht ausblieb, musste natürlich irgendwann ein zweiter Teil gedreht werden. Dennoch dauerte es vier Jahre, bis die Zuschauer wieder Dinos und schreiende Menschen auf der Leinwand sehen konnten. Als Co-Autor wurde auch wieder Michael Crichton verpflichtet, der für die Romanvorlage des ersten Teils verantwortlich ist. Im Grunde ändert sich nichts in dieser Fortsetzung. Man sieht wieder Dinosaurier, die zuerst von einer Meute Menschen gejagt werden, bevor diese dann selbst von den Dinos gejagt werden. Das alles passiert hier aber wesentlich schneller, aufwendiger und actionreicher als im ersten Teil. Natürlich, denn die Erwartungen der Zuschauer musste ja erfüllt werden, mehr Sachschäden und Tote zu zeigen. Und das ist den Machern des Film äußerst gut gelungen. Außerdem tauchen die ersten Dinos schon nach ein paar Minuten auf und nicht erst nach 20 Minuten, so wie im ersten Teil.

Geändert hat sich allerdings die Besetzung. Aus dem ersten Teil sind nur noch Jeff Goldblum als Hauptdarsteller und Richard Attenborough in einer kleinen Nebenrolle übriggeblieben. Stadtessen kommen ein ganzer Haufen neuer Darsteller ins Spiel. Julianne Moore übernimmt die weibliche Hauptrolle als wissbegierige und auch etwas naive Wissenschaftlerin Dr. Sarah Harding, die von Dr. Malcolm aus der Dino-Hölle gerettet werden soll. Des weiteren sehen wir den britischen Schauspieler Pete Postlethwaite als Großwildjäger, Vince Vaughn als Fotoreporter und den schwedischen Schauspieler Peter Stormare, der hier mehr oder weniger einen unsympathischen Typen unter den zahlreichen Jägern spielt, die Pete Postlethwaites Charakter um sich versammelt hat. Und damit der Film auch jüngere Zuschauer anspricht, spielt noch die damals dreizehnjährige Vanessa Lee Chester mit, die hier mehr oder weniger zufällig dabei ist, denn eigentlich sollte sie zuhause bleiben, wie ihr Filmvater Jeff Goldblum es verlangt hat. Und sie alle haben gute Chancen, den Film nicht zu überleben, denn zu groß ist die Anzahl der Dinos auf dieser Insel, wo das Szenario verlegt wurde.

Auch wenn der zweite Teil weltweit weniger eingespielt hat als der erste, macht ihn das noch lange nicht zu einen weniger schlechten Film. Anspruchslos ist das alles eh, aber darum geht es nicht. Letztendlich sollte man für knappe zwei Stunden Spannung und auch etwas Spaß haben, und da erfüllt der Film zu hundert Prozent seine Daseinsberechtigung. Tricktechnisch gibt es nichts an diesem Film zu bemängeln, und am Ende erlaubt sich der Regisseur auch wieder einen kleinen Seitenhieb gegenüber den Hollywoodrichtlinien, die man wohl mal irgendwann in der Vergangenheit niedergeschrieben hat (oder auch nicht), und verstößt mit einer kleinen Szene gegen den sogenannten guten Geschmack des Massenpublikums. Um was es aber geht, verrate ich hier nicht, denn vielleicht gibt es ja tatsächlich noch jemanden da draußen, der diesen Film noch nicht kennt.

Das Finale, was in San Diego spielt, soll eine kleine Hommage an den Filmklassiker „King Kong“ aus dem Jahr 1933 sein.

Auch wenn es diverse Nominierungen bei namhaften Preisen wie Oscar oder Emmy für die Spezial-Effekte, Regie und die Musik gab, wurde der Film dennoch auch für die Goldene Himbeere als schlechteste Fortsetzung nominiert. So kann’s gehen. ^_^

Vergessene Welt – Jurassic Park wurde hierzulande von der FSK ab 12 Jahren freigegeben und es gibt ihn als VHS, LaserDisc, DVD und Bluray. Im TV sieht man ihn so gut wie jedes Jahr ein- bis zweimal.

Fazit: Nichts Neues, aber eine würdige Fortsetzung eines Mega-Blockbusters, der Filmgeschichte geschrieben hat.