Kritik: Watchers (1988)

Bei einem Feuer in einem militärischen Forschungslabor können zwei genetisch manipulierte Wesen, ein hochintelligenter Hund und eine lediglich auf’s Töten gedrillte Bestie, entkommen. Der 17jährige Travis findet den streunenden Hund und nimmt ihn bei sich auf. Als er aber die ungewöhnlichen Fähigkeiten des Hundes entdeckt, versucht er mit allen Mitteln das Tier zu verstecken. Das ist aber keine leichte Aufgabe, denn außer dem Militär ist auch noch die Bestie hinter dem Hund her…

 

Was in den 80er Jahren ein brisantes Thema war, und auch filmisch umgesetzt wurde, sind die Machenschaften und Auswirkungen von Versuchen an Tieren in geheimen Labors. Sowie wie auch 1988 mit dem Film THE WATCHERS geschehen. Auch noch Jahre nach entstehen dieses Films wurde diese Thematik aufgenommen und mehrfach in Szene gesetzt, doch nur wenige reichen dem Film  WATCHERS das Wasser.

Regisseur Jon Hess schaffte einen Horrorstreifen, der bei vielen Filmfans einen Kultstatus erreicht hat und ihn auch noch fast 30 Jahren immer noch aufrecht erhält. Er zeigt im Film was passieren kann, wenn der Mensch in der Natur rumpfuscht nur um seine Ziele und Machenschaften auszutesten, das da die Wahl auf den besten Freund des Menschen traf, konnte man erahnen, wobei der Hund ja das Haustier ist was die meisten Menschen daheim haben. Hess drehte aber auch andere Werke, wobei WATCHERS seine erster Film war, später folgten noch THE ASSASIN von 1989, SPACE KILLERS und ALLIGATOR II im Jahr 1991 und später noch EXCESSIVE FORCE.

Für die Hauptrollen in  WATCHERS wurde bekannte Darsteller gecastet, allen voran der damals recht junge Corey Haim, der schon Horrorfilmerfahrung vorwies mit THE WEREWOLF FROM TARKER MILLS von Stephen King 1985 oder auch mit THE LOST BOYS von 1987. Erst später wurde er ein Teenyschwarm und bewies in Komödien sein schauspielerisches Talent. In einer weiteren Rolle ist Michael Ironside zu sehen, er verkörpert sehr ausdrucksstark einen fiesling, wo man meinen könnte, er wäre das Monster was erschaffen wurde, doch weit gefehlt.

Um gleich auf das Monster sprechen zu kommen, dies ist oft nur für 1-2 Sekunden im Bild zu sehen, und wird gekonnt durch Lichteffekte, Nebel oder Filter an der Kamera verschleiert, doch die Wirkung ist beachtlich, selbst wenn es nur selten in voller Pracht zu erkennen ist, strahlt es eine ungeheuerliche Bedrohung aus. Das es sich um eine Art Gummikostüm handeln mag, wird dem Zuschauer zwar deutlich, aber in dem Moment des Betrachtens ist dies eher nicht die Rede wert.

Dazu gesellt sich ein guter Score, der stimmig zu den jeweiligen Szenen angepasst und auserwählt wurde, er wirkt nicht deplatziert und ist nicht nervig. Er unterstreicht sehr gut den Spannungsaufbau des Films, der von Anfang bis Ende der Story auf einem hohen Level sich befindet. Der Zuschauer ist gefesselt und geniesst in vollen Zügen den Film.

Der Film  WATCHERS basiert auf einem Roman von Dean R. Koontz und ist eine würdige Umsetzung des Buches, hier wurde sehr darauf geachtet, die wichtigen, ausdrucksstarken Elemente filmsich in bewegten Bildern wiederzugeben, was leider in der Filmbranche recht selten vorkommt und auch gewisse Probleme mit sich bringt. Die Story baut sich allmählich auf, und der Zuschauer bekommt ein paar Einblicke in das Leben von Travis (Corey Haim) und die Machenschaften des Militärs, die sehr ausdrucksstark von Michael Ironside wiedergegeben werden. Zum Ende der Story nimmt der Film nochmal ordentlich Fahrt auf, und dreht an der Spannungskurve nochmal nach. Das Finale was der Zuschauer freudigst erwartet, bietet viel Aufklärung und eine Überraschung fand ebenfalls den Platz im Drehbuch.

Im Film geht es auch teilweise recht blutig zugange, die Effekte sind gut gelungen und der rote Lebenssaft fliesst ordentlich. Die rote Farbe hebt sich deutlich von der dunklen düsteren Stimmung und Bildern ab.  WATCHERS ist zurecht ein Horrorschocker der seinen Kultstatus geniessen und halten kann, Hier wurde sehr auf Details und Kleinigkeiten geachtet, die die spannende und unterhaltsame Story aus vollen Stücken unterstützen und verstärken.

Wer sich den Streifen anschauen möchte, sollte dies aber ungeschnitten tun, die Kaufhausversion mit einer Freigabe von 16 Jahren ist fürchterlich und alle wichtigen Elemente wurden entfernt, dazu gehören auch die paar Szenen der etwas härteren Art. Ich empfehle die DVD Version von KINOWELT, mit der Freigabe 18, allerdings Augen auf, vom gleichen Label gibt es auch eine 16er Version. Wer gerne Tierhorror sich anschaut, und klasse Schauspielarbeit aus vergangen Jahrzehnten dazu nehmen möchte, sollte sich  WATCHERS ansehen, falls er noch nicht diesen Kultstreifen kennt. Der beste Freund des Menschen, der Hund wurde schon oft im Horrorgenre aufgegriffen, doch hier ist er nicht das Monster sondern eher der Monsterbezwinger.

Durch den Erfolg des Films, wurden sogar noch drei Fortsezungen gedreht, allerdings nicht mehr mit Corey Haim und Michael Ironside, und sie sind nur auf VHS in Deutschland erschienen, werden aber von Fans des Films freudigst auf der digitalen Scheibe erwartet!

In der leicht gekürzten Version könnt Ihr ihn Euch legal und kostenlos auf Netzkino anschauen!