Kritik: Elliot, das Schmunzelmonster (1978)

Er ist drachenstark, immer zu Späßen aufgelegt und kann sich unsichtbar machen. Welches Kind wünscht sich nicht einen Freund wie Elliot – das Schmunzelmonster ? In seiner Begleitung kann Pete eigentlich nicht passieren. Aber die Hilfe des Drachens hat der kleine Waisenjunge auch dringen nötig: Denn die gemeine Familie Googan, von deren Farm er weggelaufen ist, will ihn mit allen Mitteln wieder zurückholen. Auf seiner Flucht erlebt Pete mit seinem etwas tolpatschigem Drachen eine Menge aufregende und lustige Abenteuer. Wenn sich das Schmunzelmonster sichtbar macht, geraten brave Schulklassen außer Rand und Band, und die Familie Googan lernt das Fürchten. Wo immer Elliot auftaucht, wird es mächtig turbulent. Und obwohl er viel verwirrung stiftet, wendet sich dank seiner Hilfe alles zum Guten.

 
Nicht jeder Filmfreak wie wir hat gleich mit den harten Stoffen angefangen, wie wäre es denn mal mit einem Film aus der Kindheit? Sagen wir mal das Jahr 1978, in diesem Jahr schuf Disney den Film ELLIOT, DAS SCHMUNZELMONSTER. Diese Mischung aus Real und Comiczeichnungen war zur damaligen Zeit noch recht neu und unerfahren. Doch einen gewissen Charme versprühte er schon damals in den Kinderaugen. Allen voran das zottelige und recht tolpatschige Monster namens ELLIOT. Mit seiner auffallenden hellen Farbe Grün, stach er in den Sets besonders hervor und rutschte somit in den Vordergrund. Für manche dürfte diese damalige Art von Kinderfilmen aus der heutigen Sicht altbacken und recht billig sein, doch man bedenke die technischen Möglichkeiten in den 70er Jahren, wo vieles noch unerfahren und komplettes Neuland war. Doch lassen wir mal die Technischen Dinge außen vor, hier geht es um das Inhaltliche. Und hier streckt Disney seine Fühler aus und präsentiert dem (kleinen) Zuschauer den Unterschied zwischen Gut und Böse. Aber auch Freude und Leid sind in der Story ausreichend vorhanden, und verhelfen dem Film zu einem sentimentalen und rührenden Flair. Kinder liebten und lieben den tapsigen, oft Schabernack treibenden ELLIOT und geniessen die Heiterkeit. Besonders die Szenen in denen sich ELLIOT unsichtbar macht und dem kleinen Jungen Pete als Schuldigen für mißlungene Dinge / Taten aussehen lässt, sind recht amüsant und lockern die oft straffe Story auf. Leider weist der Film einige Längen auf, die oft durch die Musical Einlagen der Darsteller verursacht werden.

Viele Zuschauer meiden Filme mit solchen Musical Einlagen, besonders durch die deutsche Synchronisation der Musikstücke wirken sie oft recht plump und morbide, zuweil die deutschen Gesangsstimmen weniger Ausdruck und Stärke mitsich bringen. Wer sich ELLIOT im Original – Ton anschaut, wird recht schnell den deutlichen Unterschied merken. Für ganz kleine Kinder wird der Film heute immer noch funktionieren, doch sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben, strahlt er Langeweile und Öde aus, Kinder der Neuzeit wollen Action und SciFi und keine Musikstücke hören. Der Film ist recht naiv, und durch die massive Kürzung von insgesamt 26 Minuten und das bei einem Kinderfilm, ist er durch die Entfernung von doppelbödige Ironie, anarchischen Witz nur bedingt zu empfehlen. Wer sich dennoch wieder in seine Kindheit zurück versetzen lassen möchte, sollte sich ELLIOT besorgen, sofern er nicht schon in der eigenen Sammlung oder die vom Kinde sich befindet.

Es gibt ihn auf VHS, DVD und Blu-ray, doch allesamt sind nur die geschnittenen Versionen. Musicalfreunde werden mit diesem Film ihre Freude haben, andere dürften recht schnell von den vielen Gesangsstücken genervt sein. Diese Methode des Film legte Disney auch später weitgehend ab und brachte nur noch Filme mit vereinzelten Songs raus.

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