Lake Placid (1999)

Ein 12-Meter-Krokodil hat einen Taucher in Stücke gerissen. Doch sein Hunger ist noch lange nicht gestillt! Eine schwer bewaffnete Truppe versucht den Horror zu beenden und die gewaltige Fressmaschine unschädlich zu machen. Doch die neurotische Paläontologin Kelly, Wildhüter Jack, der exzentrische Mythologie-Professor Hector und Sheriff Hank können nicht verhindern, dass er weitere Tote gibt. Das Team macht außerdem eine bizarre Entdeckun über das monströse Krokodil und seinen Hunger. Die Jagdzeit ist eröffnet, doch es stellt sich die Frage: Wer ist hier der Jäger und wer der Gejagte…

Weiße Haie, Killer-Bienen, gefräßige Piranhas oder menschenfressende Schnecken. Das Genre des Tier-Horrors hat schon viele Lebewesen zu Film-Antagonisten auserkoren. Genre-Routinier Steve Miner spendierte 1999 dem Killer-Krokodil ein Comeback und lieferte einen Starbesetzten B-Horrorspaß ab der mit geringer Laufzeit fast keine Längen aufweist und durch pointierte Dialoge durchweg nette Unterhaltung bietet. „Welcome to Lake Placid“!

Dieses Creature-Feature, ja so kann man es nennen, präsentiert sich quasi als Horror-Komödie. Immerhin saß „Ally McBeal“ und „Boston Legal“-Schöpfer David E. Kelley am Drehbuch, was dem B-Movie das gewisse Etwas verleiht. Man bekommt zwar keinen Slapstick geboten, doch die witzige Figurenkonstellation in Verbindung mit passenden Dialogen, streut einen unverkennbaren Humor in die recht flache Story. Aber „Lake Placid“ will auch nicht mehr sein. Eine liebenswerte Hommage an die Creature-Feature von damals mit einem gehörigen Augenzwinkern. Die Schauspieler sind in sichtlicher Spiellaune und erledigen den Rest. Der von Bill Pullman gespielte Wildaufseher Jack, ein ruhiger Charakter, läuft im Angesicht der Bestie zur Hochform auf. Auch Bridget Fonda als penible Museumsmitarbeiterin ist im Zusammenspiel mit dem von Brendan Gleeson gespielten Sheriff extrem unterhaltsam und die Fotzeleien machen erheblich Spaß. Oliver Platt liefert als durchgeknallter Millionär die witzigste Performance ab und die Wortgefechte mit Gleeson sind durchweg spaßig. Dazu gibt es noch „Golden Girls“-Star Betty White als verwirrte Einsiedler-Witwe. Die Besetzung stimmt und kaschiert die inhaltliche, naja, Leere sehr gekonnt. Es scheint als wäre das Kelley bewusst gewesen. Der Fun soll im Vordergrund einer klassischen B-Movie Geschichte stehen.
Die Story unterscheidet sich nicht groß von ähnlich gelagerten Filmen und die 79 Minuten Laufzeit, ziehen das Ganze nicht unnötig in die Länge. Kurz, knackig, gut!


Die Effekte sind sehr ansehnlich, zumal Stan Winston dafür verantwortlich war. Es gibt die ein oder andere blutige Szene und im Großen und Ganzen ist der Film sehr ansehnlich inszeniert.
Steve Miner, der sich seine Sporen mit „Freitag der 13.“ Teil 2 & 3, sowie dem Slasher-Revival „Halloween H20“, verdiente hat ein Gespür für Timing und erzeugt sehr ansehnliche Bilder. Die Action stimmt ebenfalls und lässt den Streifen zu einem unterhaltsamen, kurzweiligen Spaß werden.
Der Film erhielt bis 2012 drei Sequels, welche allerdings für das Fernsehen produziert wurden und in denen keiner der hier Beteiligten wiederzufinden ist. 2015 gab es noch einen weiteren Teil, der die Reihe mit dem „Anaconda“-Franchise kreuzt, klar was auch sonst.

„Lake Placid“ ist spaßiger Tier-Horror, der sich seinen Klischees bewusst ist und das Augenmerk klar auf humorvolle Schlagabtausche zwischen den Figuren legt, welche durch gute Effekte, etwas Action und leichtem Trash-Appeal in einen kurzweiligen B-Movie Spaß münden. Ein guter Film für zwischendurch.

Der Film ist ungekürzt ab 16 Jahren auf VHS, DVD und Blu-Ray erhältlich.