Last Slumber Party (1987)

Es gibt Filme die muss man gesehen haben, und dann gibt es Filme die kann man beruhigt danach wieder vergessen. „The Last Slumber Party“ von 1987 gehört meiner Meinung nach zu so einem Vertreter. Unter der Regie von Stephen Tyler ist dieser Horror Amateuer Streifen entstanden, es war sein erster und auch sein letztes Werk, dies könnte an der Qualität des Films gelegen haben.

In den 80er Jahren war der Begriff „Independent“ noch ganz anders definiert und auch die Umsetzung solcher Filme galt als nur schwer umsetzbar. Heutzutage kann man eine Crowfunding Kampagne starten, und zahlreiche Interessenten können Ihre Spende zuteil werden lassen, doch in den 80er Jahren musste man entweder selbst über ein finanzielles Polster verfügen oder sozusagen „Klinken“ putzen gehen, um an das nötige Kleingeld zu kommen.

Um die Produktionskosten gering zu halten, wurde in einem Haus eines der Darsteller gedreht, in diesem Haus spielt sich auch fast die komplette Story ab. Sofern man von Handlung sprechen kann, denn das Drehbuch ist nicht gerade originell. Die Darsteller sind allesamt unbekannt und auch noch nach dem Film ist dieser Status ihnen angehaftet. Die schauspielerischen Qualitäten lassen auch sehr zu wünschen übrig. Zwar entsprechen sie allesamt den Look und Style der Teenys aus den 80er Jahren, aber das zeugt noch nicht von Qualität und Talent.

Auch was die Kameraführung angeht, sollte man keine allzu große Erwartungen setzen. Zumeist hält die Kamera nur in einer Position auf das Geschehen drauf, auch die Soundkulisse ist eher bescheiden als angenehm. Die verwendeteten Songs aus dem Rock und Metalbereich klingen zuerst sehr vielversprechend und fetzig, doch leider sind sie an den falschen Stellen positioniert worden. Und oft verschlucken sie auch die Dialoge der Darsteller. Die deutsche Synchronisation ist gut umgesetzt, die Stimmen passen zu den jeweiligen Charakteren und Darstellern.

Betrachtet man den Killer und seine Morde, so fällt einem recht schnell auf, das er immer auf die gleiche Art und Weise die Gruppe dezimiert. Zumeist mit einem simplen Kehlenschnitt, aber auch hier werden manche Morde im Off inszeniert. Wer nun denkt, das man dann halt eine Splatter und Spritzorgie von Blut zu Gesicht bekommt, liegt hier fehl am Platze. Auch typische Klischees wie viel nackte weibliche Haut und sexy Outfits bekommt man nicht zu Gesicht.

The Last Slumber Party“ ist ein Nachzügler des 1982 entstandenen „Slumber Party Massacre“. Der Horror – Amateuerstreifen ist nur für hartgesottene Fans solcher Produktionen tauglich, und wer einen ausgeprägten Sinn und Geschmack für Trash hat. Der Streifen ist auch in der bekannten „cmv laservision“ Trash Collection in einer kleinen Buchbox erhältlich und komplett ungeschnitten. Doch kann dies leider diesen Filmversuch auch nicht retten!