Leprechaun – Der Killerkobold (1993)

Originaltitel: “Leprechaun”
USA 1993
mit Warwick Davis, Jennifer Aniston, Ken Olandt…
Drehbuch: Mark Jones
Regie: Mark Jones
Länge: 92 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Der Leprechaun (Warwick Davis) liebt es, Schuhe zu putzen, er liebt Käfer zum Frühstück, am meisten aber liebt er sein Gold. Und das hat ihm jemand gestohlen und versteckt. Als Tori (Jennifer Aniston) und ihr Vater J.D. (John Sanderford) in ein altes, verfallenes Haus ziehen, das Ozzi (Mark Holton) mit Nathan (Ken Olandt) und Alex (Robert Hy Gorman) gerade renoviert, kommt der Leprechaun frei, der 10 Jahre in einer Holzkiste gefangen war, gebannt durch ein vierblättriges Kleeblatt. Ausgerechnet Ozzi findet das verborgene Gold des Leprechauns am Ende eines Regenbogens. Damit beginnt eine blutige Heimsuchung. Der Leprechaun wird nicht ruhen, bevor er alle Münzen zurückerobert hat. Doch eine Münze ist in Ozzis Bauch…

Es wird mal wieder Zeit für etwas Horror in unserer Mitte. Da ich jetzt nicht den Drang verspürte mir den x-ten Slasher noch einmal anzusehen, habe ich mich mit einem Franchise beschäftigt, von denen die meisten schon mal gehört haben, aber bezweifele, dass die meisten die Filme überhaupt gesehen haben. In „Leprechaun – Der Killerkobold“ (1993) geht Hollywoods „kleinster“ Star Warwick Davis als teuflischer Kobold auf die Jagd nach seinem Gold, und dabei über Leichen. Ob das B-Movie für Unterhaltung sorgt, oder ob man es hinter dem Regenbogen liegen lassen sollte, erfahrt ihr Hier!

Warwick Davis ist ein Schauspieler, der regelmäßig in Großproduktionen vertreten ist, wenn auch meist mit viel Make-Up. So debütierte er im „Star Wars“-Film „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983) als Anführer der Ewoks und war auch in den Spin-Offs „Ewoks – Die Karawane der Tapferen“ (1984) und „Ewoks – Kampf um Endor“ (1985) zu sehen, sowie in weiteren Filmen der „Star Wars“-Reihe. Auch in den „Harry Potter“-Filmen konnte man ihn als Professor Flitwick entdecken. Wenn man einen großen Kinofilm sieht und eine kleinwüchsige Figur auf der Leinwand ausmacht, steckt meist Warwick Davis dahinter. Umso erstaunlicher ist, dass der produktive Mime in einer Horror-Trash Reihe zu sehen war, wie die des Leprechaun, welche immerhin sechs Filme umfasst. 1993 kam „Leprechaun – Der Killerkobold“ in die Kinos, der bei einem mageren Budget von einer Millionen Dollar immerhin moderat Profit machte. Und wenn man jetzt denkt, dass eine Millionen Dollar nicht viel Geld ist, um einen guten Fantasy-Horror Streifen zu produzieren, der liegt richtig. „Leprechaun“ sieht extrem günstig aus, wobei das Make-Up von Warwick Davis noch das aufwendigste gewesen sein dürfte. Die Geschichte dreht sich um das City-Girl Tory, die mit ihrem Vater in ein Kaff im Nirgendwo zieht, warum auch immer. Mit ein paar Dorftrotteln wollen sie ein runtergewichstes Haus renovieren, wobei sie nicht wissen, dass im Keller ein Leprechaun in einer Kiste gefangen ist, der vor Jahren vom Vorbesitzer dort eingesperrt wurde. Der teuflische Gnom wird aus Versehen befreit und will sein Gold wieder haben, was ihn nicht davon abhält mörderischen Schabernack zu treiben. Wer jetzt denkt, dass sich das extrem trashig anhört, der hat vollkommen Recht. „Leprechaun“ ist Trash, wobei man nicht glauben mag, dass das 1993 im Kino lief. Die Kulissen sind extrem günstig, was man daran erkennen kann, dass der Großteil lediglich in und um dieses alte Haus am Arsch der Welt spielt.

Drehbuchautor und Regisseur Mark Jones, der in seiner Karriere überwiegend an TV-Serien gearbeitet hat, fehlt einfach das Gefühl für Atmosphäre, Timing und Spannung. Auf der einen Seite soll „Leprechaun“ ein Horrorfilm sein. Auf der Anderen eine schwarze Komödie, was besonders an Slapstick Einlagen zu erkennen ist, in denen Mark Holton als Ozzie irgendwas Dummes macht. Zudem soll auch der Leprechaun eine gewisse Form von Witz ausstrahlen, da er meist in „lustigen“ Reimen spricht. Das ergibt sich in einer unausgegorenen Mischung, die weder Fisch noch Fleisch ist. Sicher gibt es einige amüsante Momente aber auch nur wenn Warwick Davis zu sehen ist, der sichtlich Spielfreude hat und dem langweiligen Drehbuch wenigstens etwas entgegen wirken kann. Die flachen Jump-Scares, erzeugen derweil auch kein wirkliches Grusel-Feeling. Zudem wirkt Davis‘ Antagonist meist so überzogen und albern, dass man vor ihm nicht wirklich Angst hat und auch was Gore angeht, gucken Fans etwas in die Röhre. Es gibt zwar hier und da mal Gewaltspitzen, welche aber niemand hinter dem Regenbogen hervorlocken. Allgemein sind die Tricks doch recht mäßig. Auch die Darsteller machen in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Jennifer Aniston, die später durch die Sitcom „Friends“ (1994-2004) zum Hollywoodstar wurde und hier ihren ersten Filmauftritt absolvierte, bleibt völlig blass und geht, als dauergenervtes und nörgelndes Stadtkind, dem Zuschauer auf den Sack. Auch die anderen Darsteller kämpfen sich mit mäßigem Talent durch das schwache Skript. Einzig Warwick Davis kann überzeugen und spielt mit viel Verve den Killerkobold. Davis zieht jede Aufmerksamkeit auf sich und hat seine Momente. Man kann sich auch alle Szenen mit ihm anschauen und den Rest ignorieren, dann hat man eigentlich nicht wirklich verpasst. Erstaunlich, dass auf diesen Low-Budget Streifen fünf Sequels folgten, wobei nur „Leprechaun 2 – Der Killerkobold kehrt zurück“ (1994) noch in den Kinos lief und vollkommen absoff. Von Teil zu Teil wurden die Filme immer alberner und trashiger, was in „Leprechaun 4…In Space“ (1997) seinen Gipfel. Doch das hielt die Macher auch nicht auf und verfrachteten den Kobold mit „Leprechaun 5 – In The Hood“ (2000) sogar in das Hip-Hop Milieu, was mit „Leprechaun 6 – Back to Tta Hood“ (2003) auch fortgesetzt wurde. In allen Filmen spielte Warwick Davis die Hauptrolle. War es das Geld oder der Spaß, was ihn antrieb? Keinen blassen Dunst!

Mark Jones‘ Fantasy-Horror „Leprechaun – Der Killerkobold“ (1993) ist vergessenswertes B-Kino aus den 90ern, welches durch ein flaches Drehbuch, eine lahme Inszenierung und schwache Darsteller keinen großen Rewatch-Wert hat. Lediglich Warwick Davis sorgt als diabolischer Kobold für ein paar amüsante Momente. Wer sich für diese Art von Film begeistern kann, der kann zugreifen. Alle anderen können die Ausflüge des Leprechaun weiträumig umfahren.