Leserreview von Olli Versum: Sie nannten ihn Stick (1985)

Ernest „Stick“ Stickley (Burt Reynolds) wird aus dem Gefängnis entlassen und besucht seinen alten Zellenkollegen Rainy (Josè Pérez) in Miami, Florida, um etwas Geld zu verdienen. So stellt er ihn Chucky (Charles Durning) vor, der im Drogenhandel verwickelt ist. Rainy und Stick holen anschließend den Auftragskiller Moke (Dar Robinson) ab, um Geld zum Drogenboss Nestor (Castulo Guerra) zu transportieren. Doch die Übergabe ist eine Falle, denn Moke erschießt hinterrücks Rainy, und Stick wird von Nestors Leuten gejagt. Zwar kann Stick seine Verfolger töten und fliehen, aber er lässt dabei ein Foto seiner Tochter Kati zurück. Später trifft sich Nestor mit Chucky, auf den er immer noch wütend ist. Schließlich hat er im letzten Monat einen Undercover-FBI-Agenten nicht erkannt, sodass ein Geschäft im Wert von 200.000 US-Dollar scheiterte und Nestor einen Mann verlor. Da er auch noch gläubig ist, verlangte Nestor von Chucky nicht nur das Geld, sondern auch ein Leben. Als Rainy von Moke erschossen wurde, wurde diese Rechnung beglichen, doch da Stick zwei weitere Männer tötete, schuldet Chucky ihm erneut zwei Leben. Inzwischen ist Stick unterwegs, um sich an Chucky zu rächen. Er erfährt, dass Chucky versucht, seit einiger Zeit ehrlich zu werden und nun häufig beim prominenten Komiker Barry Bran (George Segal) verweilt. Stick schafft es, dass Barry von ihm begeistert ist, sodass er ihn einen Job als dessen Chauffeur anbietet. Dabei lernt Stick die schöne Kyle kennen, die sich ihm gegenüber aber distanziert hält. Als Chucky von Sticks Anwesenheit erfährt, ist er wütend. Er kann sich aber kontrollieren, um seine Geschäfte nicht zu gefährden. Aber das hält Stick nicht davon ab, auf einer von Bran veranstalteten Party Chucky davonzujagen. Anschließend bittet Stick Nestor um die Erlaubnis, Chucky das Geld abzunehmen, dass er ihn noch vom Auftrag schuldet, den er mit Rainy machen sollte. Er selbst hat keine Probleme mit Nestor und macht dementsprechend keinen Ärger. Nestor willigt ein und gibt ihm die Erlaubnis, wenn er denn die Polizei draußen lässt. Aber gleichzeitig heuert Nestor Moke an, um sowohl Stick als auch Chucky zu töten. Diesem Auftrag geht er nach und überrascht Stick, wie er gerade dabei ist, bei Chucky sein Geld einzufordern. Dabei kommt es zum tödlichen Showdown…

Eigentlich ist Sie nannten ihn Stick ein schlechter Film. Zu klischeehaft ist die Story, die Charaktere sind stereotyp und enorm überzeichnet und die Besetzung spielt ihre Rollen übertrieben und unglaubwürdig. Sie nannten ihn Stick ist so was wie der zu Film gewordene Taschenbuch-Schundroman. Was auch nicht verwunderlich ist, ist „Sie nannten ihn Stick“ doch eine Adaption eines Romans von Elmore Leonard.

Wie gesagt, eigentlich! Aber dennoch finde ich immer Gefallen an diesen Film, wenn ich denn die Gelegenheit habe, ihn zu sehen. Und genau hier habe ich jetzt das Problem zu erklären, warum das so ist. Liegt es an der Synthesizer-Musik von Joseph Conlan und Barry DeVorzon? Kann sein. Sie klingt auf jeden Fall recht stimmungsvoll in meine Ohren. Vielleicht ist es aber auch Darsteller und Stuntman Dar Robinson, der in diesem Film als Albino Moke zu sehen ist und in der deutschen Synchronfassung übertrieben böse von Thomas Danneberg gesprochen wird. Oder liegt es einfach nur daran, weil ich Burt Reynolds immer gerne sehe und mir bei diesem Menschen vollkommen egal ist, was er macht? Gut möglich. Vielleicht habe ich auch einfach nur das Bedürfnis, mir mal einen Film anzusehen, wobei ich nicht sonderlich viel nachdenken muss, und da scheint Sie nannten ihn Stick genau der richtige Film zu sein. Das wird es wohl sein. Ansonsten sei an dieser Stelle mein Lieblingszitat aus einem anderen Film genannt, den ich mir auch sehr gerne ansehe, der aber noch nicht alt genug ist, um hier auf dieser Blogseite genannt zu werden, in meinen Augen aber wesentlich anspruchsvoller ist als Sie nannten ihn Stick : „Muss es dafür einen Grund geben? Es ist einfach so.“ 😉

Zu ersten Mal sah ich Sie nannten ihn Stick im Fernsehen. Der Film wurde Ende der 80er Jahre an einem Samstag im Spätabendprogramm der ARD nach dem „Wort zum Sonntag“ gezeigt. Und nur die ARD (und auch die Dritten Programme und der damals noch existierende ARD-Ableger 1Plus, den es inzwischen nicht mehr gibt) hat den Film ungeschnitten gezeigt, obwohl er an einigen Stellen Gewallt gegen Frauen beinhaltet. Zusätzlich war diese Fassung in der deutschen Synchronfassung in Dolby Stereo, und auch das haben die Leute bei der ARD berücksichtigt und den Film in Stereo ausgestrahlt. Das war zur damaligen Zeit im analogen TV noch etwas besonderes. Ich erwähne das deshalb, weil alle anderen Fassungen, im Kino sowie im Heimbreich (also auf VHS), nicht so waren wie die Fassung, die in der ARD gezeigt wurde. Sie war an mindestens zwei Stellen geschnitten und in Mono (zur damaligen Zeit gab es aber schon genug andere Filme auf VHS, die HiFi-Stereoton hatten). Allerdings ist mir das mit den Schnitten damals nicht bewusst gewesen. Erst, als der Film mal im Privatfernsehen lief, fiel mir das auf. Die hatten eine andere Abtastung von dem Film, und diese war an eben zwei Stellen, die Gewalt gegen Frauen beinhalten, geschnitten. Da soll mal einer sagen, das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen sei Scheiße! Haha! Selbst, als der Film im Pay-TV lief, z.B. auf Studio Universal (diesen Sender gibt es leider nicht mehr) und auf 13th Street, lief nur die geschnittene Fassung. Inzwischen gibt es hierzulande eine DVD- und BluRay Auswertung von Sie nannten ihn Stick. Diese sind ungeschnitten und im 16:9 Format. Aber was den deutschen Ton betrifft, hatte man nur die monotone Fassung, die auch Tonsprünge hat, und das an eben diesen Stellen, wo die alte deutsche Fassung geschnitten wurde. 😉 Nur der Originalton ist im echten Stereoton und ohne Tonsprünge an den entscheidenden Stellen.

Wer weiß, vielleicht ist auch das alles, was ich im obigen Absatz erwähnt habe, ein weiterer Grund, warum ich diesen Film so mag. 🙂

Sie nannten ihn Stick  gibt es als VHS (geschnitten!) und auf DVD und BluRay (ungeschnitten!) Im Fernsehen habe ich ihn in letzter Zeit nicht mehr entdecken können, aber vielleicht läuft er ja mal wieder in der ARD – ungeschnitten und (!) in Stereo auf deutsch. Möglich wäre es. 🙂

Einen Nachtrag möchte ich hier noch anbringen: Während ich diesen Beitrag geschrieben habe (bei mir dauert das immer ein paar Tage ^^), ist Schauspieler und Synchronsprecher Rolf Schult im Alter von 85 Jahren verstorben. Auch dieser ist in Sie nannten ihn Stick  zu hören. Er spricht Barry Bran, der von Schauspieler George Segal gespielt wird. Möge er in Frieden ruhen. 🙁

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