Leviathan (1989)

Atlantischer Ozean in 16.000 Fuß Tiefe – kurz vor dem Ende einer 90-Tage-Schicht trifft die Besatzung der Unterwasserbasis Shack 7 in einem Meeresgraben auf das Wrack eines russischen Schiffes. Nach offiziellen Angaben kreuzt die “Leviathan” auf der Ostsee. Das Logbuch des Wracks gibt weitere Rätsel auf: alle Besatzungsmitglieder starben an einer geheimnisvollen Epidemie. Eine Flasche Wodka aus dem Wrack bringt den Stein ins Rollen: nach dem Wodkagenuß stirbt der Taucher Sixpack unter seltsamen Umständen, nach seinem Tod fängt sein Körper an sich zu verändern. Noch stehen alle vor einem Rätsel, da äußert der Mannschaftsarzt einen schockierenden Verdacht: es handelt sich hier um genetische Veränderungen. Wurde die Besatzung der “Leviathan” Opfer eines fehlgeschlagenen Gen-Experiments? Noch sucht die Crew der Shack 7 nach einer Antwort, da erwacht der Körper des toten Sixpack zu neuem Leben: als eine Art Fischungeheuer wird er für alle zu einer tödlichen Bedrohung…

 

Nach dem Sci-Fi/Horror Meilenstein „Alien“ folgten viele ähnlich gelagerte Filme, meist im B-Movie Bereich. 1989 erschien „Leviathan“ als ähnlich gelagerter Horror-Film mit Sci-Fi Anleihen, der ganz klar den Geist von Ridley Scotts Meisterwerk atmet. Die Klasse dieses visionären Werks erreicht der Film nicht, dennoch bekommen wir hier einen spannenden und kurzweiligen Creature-Horror unter Wasser geboten.

George P. Cosmatos, Gott hab ihn selig, dürften nicht mehr viele auf dem Zettel haben. Der Filmemacher mit griechischer Herkunft war unter anderem für den Western „Tombestone“ und die Stallone-Actioner „Rambo 2“ und „Die City-Cobra“ verantwortlich. „Leviathan“ war sein teuerster Film. Der Film floppte zwar in den USA aber ist ein vergessener Schocker, der auch heute noch ordentlich was hermacht. Cosmatos bedient sich hier enorm bei „Alien“ und kreiert eine weitere „Mensch gegen Monster auf begrenztem Raum Athmosphäre“. Statt im Weltall spielt sich alles auf einer Tiefseestation ab. Handwerklich ist hier nichts vorzuwerfen, der Film ist durchgängig sauber inszeniert und bietet eine gute Spannung. Zum Tragen kommen auch die Figuren. Diese sind alle gut geschrieben und bieten genug Personallity um den Zuschauer bei Stange zu halten. Auch das Creature-Design macht ordentlich was her und das Fischmonster ist schon ziemlich eklig und gruselig. Neben dem „Alien-Aspekt“ bedient sich Cosmatos noch auffällig bei John Carpenters Klassiker „The Thing“, sowohl die Mutationen, das Misstrauen gegenüber eventuell infizierter als auch der Umgang mit Flammenwerfern scheinen dem Horror-Meisterwerk entnommen zu sein.
Cosmatos fügt alles äußerst passabel zusammen und legt quasi ein durchweg spannendes und gutes Rip-Off hin. Einzig das visuelle geht ihm etwas ab. Da wäre durchaus noch mehr drin gewesen um den Film noch dichter zu gestalten, aber Cosmatos ist nun mal nicht Ridley Scott oder John Carpenter. Aber wenn man bedenkt, dass „Alien“-Komponist Jerry Goldsmith hier am Werk war und auch „Aliens“-Make-Up-Künstler Stan Winston hier sein Können zur Verfügung stellte, sollte man keine Zweifel mehr haben. Auf der Darstellerseite bekommt man hier eine kleine Starbesetzung. „Robocop“ Peter Weller, „Col. Trautman“ Richard Crenna, „Ghostbuster“ Ernie Hudson oder „Kevin“-Ganove Daniel Stern bilden ein durch die Bank stimmiges Ensemble.
Wenn man nach „Alien“-Epigonen sucht sollte man sich „Leviathan“ unbedingt ansehen, er ist rasant, spannend und beklemmend und funktioniert wunderbar in seinen 95 Minuten. Diese Lauflänge ist ideal und länger dürfte er meiner Meinung nach nicht sein. Einziger Kritikpunkt sind die weiblichen Darstellerinnen, denn diese bleiben etwas blass und sind den starken männlichen Schauspielern unterlegen. Tja es gibt auch hier keine neue Ripley, hier müssen wieder echte Kerle ran.

„Leviathan“ ist ein guter, spannender und mitreißender Tiefsee-Sci-Fi-Horror Schocker der späten 80er. Cosmatos kombiniert Elemente aus „The Thing“ und vor allem „Alien“ und verpackt sie souverän und kurzweilig in einem unterhaltsamen Film. Die Klasse seiner Vorbilder erreicht er zwar nicht aber für ein guten Filmabend ist der Streifen definitiv eine gute Wahl.

PS: Der Film ist ungekürzt ab 16 Jahren auf DVD und Blu-Ray erhältlich.