Liebe durch die Autotür (1972)

In der Großstadt gibt es eine Sensation: Einen Sex-Autosalon! Hier werden vom geschäftstüchtigen Autohändler Meier Automobile für Liebesstunden vermietet. Aber nicht nur das: Meiers Liebesautos sind auch noch mit Spezialgeräten ausgestattet, um den Reiz der Schäferstündchen auf vier Rädern zu erhöhen. In diesem sündigen Autosalon arbeitet auch emsig Meiers bildhübsche Nichte Babsy mit, sie soll zahlungskräftige Kunden für die Miete der Sex-Vehikel begeistern. Das Geschäft blüht – die verschiedensten Pärchen wollen sich in den Autos lieben und schon bald finden in den Sexkutschen die heißesten und turbulentesten Liebesspiele statt.


Manchmal echt beängstigend was uns damals in den 70er vor die Augen in den Kinos kam. Zumeist in den berüchtigten Bahnhofskinos. Was damals in der Ära der sexuellen Revolution noch für Aufsehen und Furore sorgte, gilt heute als Partyfilm mit Bier und Kumpels. Da würde auch eine Ausstrahlung im Free TV, wie man es aus den 80er kennt, nicht viel daran ändern.

Allein schon die verschiedenen Film-Titel sorgen für ein breites Grinsen. LIEBE DURCH DIE AUTOTÜR (1972) ist so ein Kandidat. In Deutschland wurde er auch später unter dem Titel “Heb hoch das Hemd, wenn´s Höschen klemmt” Noch Fragen? Den zweiten Titel bekam er um nochmal in der LEDERHOSEN Reihe vermarktet zu werden.

Der Titel suggeriert gleich vorab um was für ein Streifen es sich handelt. Sexploitation pur aus Österreich, unter der Regie von Eddy Saller gedreht. Schaut man sich die überschaubare Filmographie des Regisseurs an, erkennt man recht schnell das er sich im Erotik-Genre sehr wohl fühlte. Da tauchen Titel wie “Geile Nichten (1978)” und “Monique, mein heißer Schoss” aus dem selbigen Jahr auf. Ob es sich dabei um den richtigen Namen oder ein Pseudonym des Regisseurs handelt ist nicht bekannt. Möglich ist es jedoch, denn viele Regisseure nutzen Pseudonyme um nicht mit einem Schmuddel-Image belohnt zu werden.

Hauptsächlich war er als Kameraassistent und Regieassistent tätig, später drehte er zahlreiche Industrie-, Dokumentar- und Kulturfilme und war von 1994 bis 1997 als Theaterregisseur bei den Karl-May-Festspielen in Winzendorf engagiert.

Wer kennt nicht die “Lederhosen” oder auch die “Report” Reihe die in den 70er und 80er Gang und Gäbe waren. Viel nackte Haus, nackte Brüste, Busch soweit das Auge reicht und Achselbehaarung die heute manche eher die Schamesröte ins Gesicht steigen lässt als andere Dinge des Körpers. Nun gut, Geschmäcker sind verschieden. Statt in die typische Schublade der Erotik-Streifen der Vergangenheit zu landen, ließ man sich hier was einfallen. Besonders sprechende Autos sind eine recht amüsante Neuerung gegenüber anderen Produktionen. Dazu noch ein frivoler Kauderwelsch, der mit vielen lockeren Sprüchen aufwerten kann. Das sie zumeist unterhalb der Gürtellinie angesetzt sind, sollte einen schon bewusst sein. Wer sich noch inspirieren lassen möchte was die Dichtkunst angeht, sollte in LIEBE DURCH DIE AUTOTÜR nicht nur die Augen aufhalten sondern auch die Ohren auf Empfang stellen.

“Ich bin zwar nur ein alter Veteran; doch als ich jung war, hab ich’s auch getan”

LIEBE DURCH DIE AUTOTÜR kann mit vielen nackten und hübschen Girls punkten. Guter Humor und nette neue Ideen! Dank des Labels DONAU FILM kann man ihn nun auch auf DVD geniessen. Er ist mit zwei weiteren Produktionen aus Österreich in einer Dreier-Box erschienen. Hat das Dreier was zu bedeuten?! “Exploitation Austria” nennt sich die Box und ist leider kaum noch für einen erschwinglichen Preis zu bekommen. Ob die enthaltenen Filme alle ungeschnitten sind, ist nicht bekannt.

Nonsense-Sex-Trasher für Fans solcher Produktionen, zu Recht genießt gerade dieser Film in Kreisen einen Kultstatus.