Liebeshexen vom Rio Cannibale (1980)

In einem Frauengefängnis mitten im Regenwald sind die weiblichen Insassen den sadistischen Wärtern ausgeliefert. Einzig der Gefängnisarzt zeigt Einfühlvermögen und Verständnis für die gepeinigten Insassinnen. Als eines Tages eine Mitgefangene unter den barbarischen Foltermethoden den Tod findet, wagen die Insassen zusammen mit dem Arzt einen Fluchtversuch. Doch der Kampf durch den Dschungel ist härter als gedacht…


Dreckig, staubig,schlammig und widerlich! So kann man den Film DIE LIEBESHEXEN VOM RIO CANNIBALE (1980) mit ein paar Wörtern beschreiben.
Ein weiterer Vertreter des WIP (Woman in Prison) Genres der 80er. Unter der Regie von Edoardo Mulargia, der auch unter dem Pseudonym Edward G. Muller seine Filme auf den Videomarkt schmiss. Bedenkt man das er zu 90 % eher im Western – Genre beheimatet ist, so ist ihm mit diesem WIP Streifen ein gelungenes Werk geglückt. Zumindest weiß er was mit Staub und Schlamm anzufangen, was im Western – Genre auch zum Standard-Repertoire gehört. In seiner Filmographie sind Titel wie DJANGO – DEIN HENKER WARTET (1968), EIN FRESSEN FÜR DJANGO (1971) und INFERNO UNTER HEISSER SONNE (1972) vorzufinden.

Storytechnisch bewegt sich DIE LIEBESHEXEN VOM RIO CANNIBALE auf dem üblichen Weg. Ein Straflager wo Frauen zur Arbeit gezwungen werden. Sadistische Wärter, einen Lagerarzt, lesbische Gefangene und Vergewaltigugen. Wer ein Faible für dreckiges Exploitationkino hegt, wird mit diesem Streifen seine Wahre Freude haben.
Vergleicht man diesen Vertreter mit anderen Produktionen so sticht er in einigen Dingen hervor. Besonders die Kameraführungen bewegt sich von wild umherschwingend bis hin zur Nahaufnahme um alles ins Bild zu bekommen. Bei Vergewaltigungen und lesbischen Spielen der Gefangenen ist dieses oft sehr deutlich zu erkennen. Bedenkt man die Entstehungszeit so begab man sich oft sehr nah an die Grenze zum Hardcore-Genre. Natürlich sind wahre Buschlandschaften das A und O im Film, doch auch andere intime Sichtweisen sind trotz körnigem Bild zu erkennen. Szenen wie Sex- und Lesbensex (zwei mal fast HC), Vergewaltigungen, Frauenkämpfe, Duschszenen fanden ihren festen Platz im Skript.
DIE LIEBESHEXEN VOM RIO CANNIBALE kann auch mit der deutschen Synchronisation punkten. Wörter wie “Nutte”, “Schlampe” oder auch “indische Strandnutte” werden hier von bekannten Synchronstimmen geäussert.

Der Schauspieler Anthony Steffen spielt die Rolle des Lagerarztes, der ein Faible für klassische Musik hat sehr überzeugend. Auch das der Arzt mehr besoffen als nüchtern sein Leben lebt wirkt realistisch. In der Rolle eines perversen Wärters durfte Serafino Profumo schlüpfen. Als eine Gefangene und mit lesbischer Veranlagung ist Ajita Wilson zu sehen. Die ehemalige Transsexuelle räkelt hier oft ihren dunkelhäutigen Körper und spielt diverse Sexszenen durch. Am Ende ihrer Karriere, die aller wahrscheinlichkeit nur durch ihren Tod infolge eines Verkehrsunfalls eintrat, drehte sie vorwiegend Filme im Hardcore Bereich.

Doch nicht nur Ajita Wilson ist hier sehr freizügig und offen. Die anderen weiblichen Darsteller der Gefangenen sind auch sehr attraktiv und entsprechen dem sexuellen Vorbild der 80er bzw. Ende der 70er. Laufend sind hier blanke Busen, Nippel und schemenhafte Einblicke in den Schenkelbereich im Bild. Abgesehen von den anderen Naheinstellungen wo die Kamera sehr lange und ohne Verwackelung drauf hält. Verschmutzt und in lumpiger Bekleidung, die auch gelegentlich mal abgelegt wird agieren alle weiblichen Darstellerinnen von hoch erotisch bis völlig uninteressant.

Zu den bewegten Bildern des Films gesellt sich noch ein Soundtrack der von leichten elektronischen Klängen bis hin zu funkigen Pop-Klängen. Stimmig passend zu den jeweiligen Szenen auserwählt.
DIE LIEBESHEXEN VOM RIO CANNIBALE ist ein würdiger Vertreter des WIP Genres. Wer schon mit ILSA sich anfreunden konnte, wird hier noch mehr seine Spaß haben. Er ist in Deutschland auf VHS und DVD erschienen, wobei ich hier eindeutig zur DVD Version vom Label X-Rated rate. Denn auf dieser ist der Streifen komplett ungeschnitten, verglichen mit den VHS Auflagen die allesamt gekürzt sind.