Mandroid (1993)

Inhalt:

Ein wahnsinniger Russe namens Drago (schon mal sehr kreativer Name und gespielt wird er von Curt Lowens), klaut dem genialen Wissenschaftler Karl Zimmer (welche Nationalität der wohl hat? Gespielt wird der von Robert Symonds) ein Serum, der dem menschlichen Gehirn ermöglicht Roboter via Telepathie fernzusteuern. Und selbstverständlich will der Russe das benutzen um mal wieder die Welt zu beherrschen. Da er keinen Doofen findet der das Zeug ausprobiert macht er es sich selbst. Und nanu? Er mutiert zu einem Monster.

Filmisches Feedback:

Ein bisschen trauere ich meiner verlorenen Lebenszeit hinterher

Kann mich denn bitte mal einer das nächste Mal warnen vor solchen Filmen? Ich mein, ich sehe mir  ja gern vieles und auch gern viel Trash an und ich bin beileibe keiner der schlechte Filme ablehnt, aber bitte das nächste Mal: Hilfe. Denn was hier abgeht ist wirklich enorm holprig und belanglos. Aber das macht auch zugleich den Reiz dieses Films aus.

Das Monster sieht aus wie eine Sadomasoversion eines Taucheranzugs, die Schauspieler agieren wie kurz nach einem Exorzismus und die Story ist so hanebüchen, dass sich meine Fußnägel hochklappen. Eine Mischung aus verquanzter “Frankenstein”-Thematik und Billigklopperei ergibt im Gesamtpaket einen Film der keiner ist. Sondern eine Ansammlung hirnverbrannter Ideotie.

Wenn man allerdings weiß, dass dieser Film auf einer Idee des Charles Band basiert, dann weiß man dass man auch kein intellektuelles Drama von Ingmar Bergman erwarten darf. Full Moon Features produzierte diesen Film. Eine Produktionsfirma, die uns solch famosen Filme bescherte wie die PUPPET MASTERS- Reihe (1989 – 2018), TRANCERS 1 – 6 (1985 – 2002) oder die SUBSPECIES-REIHE (1991 – 1998), kann im Grunde keine schlechte Firma sein. Man muss halt nur ganz genau wissen auf was man sich einlässt. Und genau dieser Plan geht auch hier auf.

Regisseur Jack Esgard drehte bis heute nur 8 Filme. Darunter L.A. PSYCHO (1997) mit Rob Lowe und James Belushi. Allerdings viel interessanter ist die Lebensgeschichte des jüdischen Schauspielers Curt Lowens, der hier den Drago spielt. Ihn sah man auch in den Filmen DIE HINDENBURG (1975) oder SEIN ODER NICHTSEIN (1983).  Lowens wurde 1925 geboren als Kurt Löwenstein in Allenstein, Polen. Sein Vater war Anwalt und als die NSDAP an die Macht kam gingen er und seine Familie nach Berlin. Dort gab es eine große jüdische Gemeinde und sie hofften dort Schutz zu bekommen. Nach der Reichskristallnacht emigrierten sie in die Niederlande (was damals noch neutral war) und wollten in die USA auswandern. Am Tag der Ausreise besetzen die Deutschen Holland.

Curts Vater arbeitete in Rotterdam in einen Büro der jüdischen Verwaltung. Das hatte zur Folge, dass seine Familie nicht nach Ausschwitz deportiert wurde. Aber im Jahre 1943 wurden Curt und seine Mutter nach Westerbork verlegt. Aufgrund guter Beziehungen seines Vaters kamen sie wieder frei (Curts Mutter starb allerdings 1944). Nun mussten sie aber alle untertauchen. Curt nahm den Namen „Ben Joosten“ an und versteckte nicht nur sich, sondern zusammen mit anderen Widerstandskämpfern schaffte er es 150 jüdische Kinder vor den Nazis zu verstecken. 150 jüdische Kinder überlebten den Holocaust, da Curt Lowens (der zusammen mit seinen Vater und seiner Stiefmutter 1947 in die USA schlussendlich auswanderte) ihnen half.

Der großartige Curt Lowens

Und das ist beileibe eine größere Geschichte als dieser Film.