Martial Law – Die Elite Einheit (1991)

Los Angeles wird von brutalen Straßengangs terrorisiert. Sean Thompson (Chad McQueen), Leiter der Polizei-Spezialeinheit “Martial Law”, versucht auf seine eigene Art und Weise für Recht und Ordnung zu sorgen. Als sein Bruder Michael unter den Einfluss der Bande des skrupellosen Dalton Rhodes (David Carradine) gerät, muss Sean handeln. Doch zu spät Michael muss grausam sterben. Sean will mit seiner Freundin Billie (Cynthia Rothrock) tödliche Rache üben…


Lust auf einen Action-Klopper Streifen für zwischendurch? Dann kann ich Euch MARTIAL LAW (1990) mit Cynthia Rothrock empfehlen.
Regisseur Steve Cohen startete seine recht kurze, überschaubare Karriere mit diesem Film. Nur fünf Jahre später drehte er einen weiteren Action-Klopper Streifen TOUGH AND DEADLY mit Billy Blanks und Rowdy Piper in den Hauptrollen.

Im Zuge der Videotheken-Ära kam MARTIAL LAW Anfang der 90er in die Regale. Die Zeit der Martial Filme war schon längst am Höhepunkt vorbei. Dies könnte auch ein Grund dafür sein, das dieser Film nur mäßigen Erfolg hatte. Dennoch reichte es den Produzenten aus, um zwei weitere Teile der MARTIAL LAW Reihe zu drehen. Jedoch ist nur Schauspielerin und Karate Meisterin Cynthia Rothrock in allen drei Teilen mit an Bord.

Man sollte seine Erwartungen was Story angeht bei diesem Vertreter etwas zurückschrauben. Eine einfach gestrickte Story mit Ansatz von Rache-Elementen schlängelt sich durch die Spielzeit. Sie dient als Grundgerüst um die zahlreichen Fights der Kontrahenten zu tragen. Hier wird dem Action-Freund ordentlich was geboten. Viele gut choreographierte Fights und Duelle, die zwar kaum an Qualitäten von einem AMERICAN FIGHTER herankommen, aber schaubar. Mir persönlich geht immer nur das Gestöhne und die Laute der blonden Cynthia bei jedem Tritt und Schlag auf die Nerven. Obwohl man sagen muss das solche Laute bei einem Bruce Lee schon wieder Coolness ausstrahlten. Doch die blonde, kleine Kochtopf-Frisur tragende Cynthia wirkt eher ärmlich.

Schauspielerisch sollte man bei keinem der Darsteller Glanzleistungen erwarten. Bei dieser Direct-to-Video Produktion geht es mehr um die Action als das Drumherum. Demzufolge leidet auch die deutsche Synchronisation ordentlich darunter. Auch wenn MARTIAL LAW nur wenige Dialoge im Skript vorweisen kann, so tut die deutsche Synchronisation ihren Rest dazu. Unpassende, unmotivierte Stimmen verleihen den Kontrahenten ihre deutsche Stimme. Das mindert die Sehqualität in meinen Augen immens. Solche Schwächen kennt man auch aus anderen Filmen, mir fällt da spontan ZERO TOLERANCE (1994) mit Robert Patrick ein. Auch ein toller B-Movie Actioner, doch mit einer sehr miesen deutschen Synchronisation.

Ein schöner Lichtblick bei MARTIAL LAW ist der Auftritt von David Carradine als Bösewicht und Kontrahent von Cynthia. Der KUNG FU Star aus der gleichnamigen Serie spielt hier recht überzeugend den Bösen Buben. Auch wenn er nur in zwei kleinen Kampfszenen sein Können als Kämpfer ins Bild rückt.

Wer seine Wünsche und Erwartungen bei MARTIAL LAW etwas zurück schraubt, wird mit leichter Actionkost gut unterhalten. Kein Meilenstein des Martial Arts Genre, aber durchaus schaubar. Die Ära solcher Werke war Anfang der 90er schon am Ende und nur noch wenige Fans erfreuten sich solcher Streifen. Der Hauptaugenmerk in den 90er waren Actioner mit Waffen und vielen Explosionen. Bestes Beispiel dafür sind die Filme aus dem Hause PM Entertainment.