Mein Name ist Nobody (1974)

Inhalt:

Die Geschichte ist recht kurz erzählt: der alternde Revolverheld Beauregard (Henry Fonda) will sich zur Ruhe setzen. Ein neues Gesicht, “Nobody” (Terence Hill), arrangiert aber ein letztes Duell mit der sogenannten  “Bande”. Und dies  nur um später mit einen Scheinduell Beauragard zu besiegen und selbst zum Held aufzusteigen.

Filmisches Feedback:

Hommage und Persiflage zugleich

Der letzes Jahr verstorbene Tonino Valerii drehte 1973 diesen parodistischen Western, der ohne Umschweife und ohne es zu verstecken nicht nur eine Reminiszenz an die großen Spaghettiwestern eines Sergio Leones anknüpft, er nimmt auch die gängigen Westernklischees auf und persifliert sie auf seine Weise. Leone, der auch Produzent war, und Valerii waren Freunde. Valerii war u.a. Regieassistent bei Leones Überwestern SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD. So lernte er alles was er brauchte um diesen Film zu drehen. Selbst Ennio Morricone holte er mit ins Boot, der einen fantastischen Soundtrack abliefert. Im Übrigen  verstarb der Filmkomponist Allessandro Allesandroni, der häufig wie hier mit Morricone zusammengearbeitet hat, erst vor kurzem.

Zudem hatte er mit Henry Fonda (DIE FRÜCHTE DES ZORNS, DIE ZWÖLF GESCHWORENEN), Geoffrey Lewis (DIE LETZTEN BEISSEN DIE HUNDE, DER MANN AUS SAN FERNANDO) und R.G. Armstrong (REDS, MCQUADE – DER WOLF, PREDATOR) auch alte Recken des Genres beisammen. Und die Besetzung des “Nobody” mit Terence Hill ist genial. Denn so verbindet Valerii beides: Alt und Neu und lässt er aufeinanderprallen. Eine Eruption der Genregenerationen. Die ironische Substanz zeigt sich auch u.a. bei der Inschrift eines Grabsteins. Hier liegt “Sam Peckinpah”, der zuvor die Zusammenarbeit mit Leone ablehnte. Auch Peckinpahs grandioser THE WILD BUNCH wird hier persifliert mit der “wilden Bande”.
Dies alles ist rasant und witzig erzählt. Zugleich ist es der Film  auch hohe Filmkunst, wie man an der Eingangssequenz (die ohne es zu verheimlichen durchaus von Leone sein könnte)und dem Setting sieht.

Dieser Film ist eine Ablösung: die alten Helden gehen und die Neuen kommen. Ein Abgesang auf den klassischen Western. Die Zeichen sind nun anders. Statt Ernst wird es humoristisch.
Ein Film, der jeden zu empfehlen ist.