Metal Beast

Mit seinem zweiten Film METAL BEAST aus dem Jahr 1995 war die Karriere des Regisseurs Alessandro De Gaetano bereits auf dem Höhepunkt. Der Film lässt die Fans von Trash Streifen höher und schneller schlagen. Zurecht geniesst er seit einigen Jahren bei Filmfans einen gewissen Status mit sich rum.

METAL BEAST ist eine Low Budget Produktion, doch das wenige Geld wurde in die handgemachten Effekte investiert, was man dem Film deutlich ansieht. Das Werwolf Kostüm und Teile des Verwandlungsprozesses sind ansehbar in Szene gesetzt und lassen Fetichisten handgemachter Effekte aufatmen. Durch einen engen Budgetplan mussten an anderen Stellen deutliche Abstriche hingenommen werden. Allen voran das Setting an sich, was ein Forschungslabor zeigen soll, aber eher wie ein Neubau eines Krankenhauses wirkt. Die einzelnen Laborräume sind schlicht und simpel bestückt und beherbergen nur wenig medizinisches Material. Der nächste Abstrich lag aller Voraussicht beim Casting, zwar birgt die Besetzungsliste einige bekannte Namen aus der Schauspielerei, jedoch stammen die meisten aus TV-Produktionen und Serien. Doch ließ man es sich nicht nehmen, eine Horror Ikone in das Werwolf Kostüm zu stecken – Kane Hodder. Allen voran passt seine Körpergröße und Statur perfekt für so eine Rolle. In weiteren Rollen tauchen Namen wie Kim Delaney, Barry Bostwick, Musetta Vander und John Marzilli auf.

Doch wer auf harten Horror mit expliziter Gewaltdarstellung und heftigen Gore Szenen hofft, wird enttäuscht sein. Die meisten Angriffe des Werwolfes geschehen im Off und der Zuschauer bekommt lediglich das Resultat der Tat zu Gesicht, oder auch nur diverse Blutspritzer an Scheiben und Gegenständen. Nur ein paar Nahaufnahmen mit dem Werwolf und seinen Verletzungen an seinen Opfern und an sich selbst sind zu erkennen – sehen aber detailreich und ansehnlich aus.

METAL BEAST ist eine gesunde Mischung aus Horror – Elementen, gewürzt mit SciFi Anleihen. Das Tempo der Story wandert von zügig bis gemächlich hin und her. Schon zu Beginn des Films wird der Zuschauer mit einer düsteren Atmosphäre belohnt und ansprechenden unterhaltsamen Szenen. Doch die anfängliche Euphorie sinkt zunehmend. Der Film bremst sich selber aus und viele langweilige Szenen, Dialoge im Labor sind nun Hauptbestandteil der Story. Erst im späteren Verlauf und zum Ende nimmt die Story wieder Fahrt auf und versorgt auch den erwartungsvollen Zuschauer mit etwas härteren Szenen und Action.

METAL BEAST ist leider etwas zu bieder und brav, ein wenig mehr Feingefühl in Anbetracht zur Spannung und Effekten und ein guter B-Movie wäre entstanden. Der Film ist nicht schlecht, keine Frage, trägt seinen Kultstatus stolz und sicher mit sich rum, aber ein wenig mehr Feinschliff an einigen Ecken und Kanten und er hätte gut bei den großen Titeln mitspielen können.

Gut 20 Jahre hat es gedauert bis diese kleine Trash Perle es von VHS in das digitale Zeitalter der DVD geschafft hat. Zuvor war die VHS vom Label „New Vision“ sehr begehrt und heiß gefragt. Nun kann man sich METAL BEAST einen weiteren Vertreter aus dem Werwolf Sub-Genre für ein paar Euro ins heimische Regal stellen.