Michael Dudikoff – Der “James Dean” der Videotheken-Action

Michael Joseph Dudikoff II, so sein voller Name, wurde am 8.Oktober 1954 in Redondo Beach, Kalifornien geboren. Sein Vater stammte aus einer russischen Familie, seine Mutter war Franco-Kanadierin. Dudikoff ist das vierte von insgesamt fünf Kindern. Er hatte nie die Ambitionen Schauspieler zu werden, stattdessen studierte er, nach seinem Abschluss an der West High School in Torrance, Kinderpsychologie am Harbor College. Während seiner Studienzeit jobbte er als Kellner um seine akademische Ausbildung zu finanzieren. Im Restaurant Beachbum Bert’s in Redondo Beach, in dem er arbeitete, lernte er Max Evans vom Esquire Magazine kennen, den er bediente. Dieser fand Gefallen an Dudikoffs Ausstrahlung und bat ihm einen Job als Model für eine Fashion Show in Newport Beach an. Bestärkt von seiner Mutter, nahm er das Angebot an. Nach diversen erfolgreichen Jobs auf verschiedenen Laufstegen, bekam er seinen eigenen Agenten und stand schließlich bei der Mary Webb Davis Agency unter Vertrag, die ihn zum international gefragten Model aufbaute. In dieser Zeit modelte er unter anderem für GQ und Calvin Klein. So ließ auch die Schauspielerei nicht lange auf sich warten. Zuerst begann Michael Dudikoff in diversen Werbespots aufzutreten. Nach einem Treffen mit dem Agenten Sid Craig, bekam er seine erste Rolle im Fernsehen, nämlich in der erfolgreichen Sitcom „Happy Days“ mit Ron Howard. Es folgten weitere kleine TV-Auftritte in „Gimme a Break“ oder „Dallas“ und erste Filmrollen in „Bachelor Party“, „Radioactive Dreams“ und dem Science-Fiction Klassiker „Tron“.

Schließlich wurde die berüchtigte Produktionsfirma „Cannon-Films“ auf ihn aufmerksam und deren Chefs Menahem Golan und Yoram Globus nahmen den Schönling unter Vertrag und besetzten ihn in seiner wohl bekanntesten Rolle. So spielte er 1985 den Private Joe Armstrong in dem B-Action Film „American Fighter“, in dem er sich bösen Ninjas erwehren muss. Nach Golan und Globus, habe er eine Präsenz, die sie oft mit James Dean verglichen. Der Streifen war ein Erfolg und Dudikoff führte seine Rolle im 1987 erschienenen Sequel „American Fighter 2 – Der Auftrag“ fort. Für den dritten Teil wurde er von David Bradley abgelöst, kämpfte jedoch an seiner Seite in American Fighter 4 – Die Vernichtung“ von 1990. Aber auch abseits dieser Reihe trat er, überwiegend, in Actionfilmen, der Marke „Cannon“ auf. So an der Seite von Mark Hamill in „Midnight Ride“, im Vietnam-Actioner „Platoon Leader“ oder in „Night Hunter“. Des Weiteren sah man ihn noch neben Robert Vaughn und Donald Pleasence in „River of Death – Fluss des Grauens“. Jedoch verblasste der Stern Dudikoffs immer mehr. „Cannon-Films“ wandte sich größeren Produktionen mit teuren Stars zu, an denen sie sich schließlich verhoben, und verfehlten einen Aufbau Dudikoffs als Film-Held. So wurden die Filme immer kleiner und wurden schließlich teilweise nur noch direkt auf VHS veröffentlicht. Mit „Marine Fighter“ und „Chain of Command“ erfüllte er noch bestehende Verträge mit „Cannon“, bevor er seine eigene TV-Serie auf den Weg brachte: „Cobra“. Die Action-Serie von „A-Team“-Schöpfer Stephen J- Cannell wurde allerdings nach einer Staffel, mit 23 Episoden, wieder abgesetzt. Danach drehte Dudikoff weiter Filme für das Fernsehen oder den Videomarkt, wie etwas „Moving Target“, „Executive Command“ oder die Action-Komödien „Bounty Hunters“ und „Bounty Hunters 2“ an der Seite von Lisa Howard. Sein letzter Film mit ihm in der Hauptrolle, „Stranded – Operation Weltraum“, erschien 2004, bevor er eine 10-jährige Pause einlegte und sich vom Business zurückzog.

Heute ist er überwiegend als Ausstatter für Häuser tätig, verheiratet und hat zwei Kinder. Im Jahr 2015 trat er, nach langer Kameraabstinenz, in dem Action/Horror-Mix „Navy Seals vs. Zombies“ auf und kann sich vorstellen in einer Fortsetzung zu „American Fighter“ mitzuwirken. Des Weiteren äußert er öfters den Wunsch im „Expendables“-Franchise eine Rolle zu übernehmen. Wir können uns das gut vorstellen und hoffen auf den ein oder anderen weiteren Auftritt des Action-Stars, der uns ein paar unterhaltsame Filme bescherte und doch einen gewissen Charme in seinen Rollen besitzt.