Inhalt:

Farmer Walter Colby (Woody Stroode) findet eines Tages eins seiner Kälber todkrank vor. Es stirbt und der Tierarzt Dr. Hansen (William Shatner) schickt eine Probe des Blutes zur Universität. Die Wissenschaftlerin Diane Ashley taucht daraufhin auf und  erklärt den beiden, dass Spinnengift in immenser Menge das Kalb getötet hat. Auf der Farm von Colby finden sie später eine riesige Ansammlung von Vogelspinnen. Ashley stellt die Theorie auf, dass die natürlichen Ressourcen der Spinnen durch Pestizide vernichtet wurden. Nun müssen sich die Spinnen andere Nahrung besorgen. Der Spinnenhügel wird verbrannt. Aber die Spinnen können entkommen und krabbeln unbeirrt auf eine Kleinstadt zu. Der Terror beginnt…..

Filmisches Feedback:

Kleiner, aber feiner Tierhorrorwestern

Dieser mit schmalem Budget gedrehte Tierhorrorfilm ist einer der brillantesten Horrorfilme die es meiner Meinung nach gibt. Die düstere Atmosphäre des Films, bei dem Spinnen die Macht an sich reißen und dem Menschen absolut keine Chance zum überleben lassen sucht in seiner einzigartigen B-Filmmanier seinesgleichen. Während großbudgierte Filme wie ARACHNOPHOBIA (1990) , der auch gut war, mit großen Stars und viel Geschick für Montage arbeitete, versuchte das dieser Film erst gar nicht sondern vertraute auf der Tief im Menschen wohnenden Angst vor Spinnen.

Und Bud Carlos holte das absolut Beste aus diesem Film raus. Allein die Tatsache (ob es wegen dem wenigen Geld war oder nicht) das bei diesem Film die 5000 (!) lebenden Spinnen die Stars sind und kein Schauspieler (William „Captain Kirk“ Shatner ist der einzig wirklich bekannte Schauspieler in diesen Film) konzentriert sich dieser Film komplett auf den schleichenden Horror. Dieser kommt langsam, aber gewaltig. Carlos lässt sich Zeit um uns das Grauen zu präsentieren. Nach knapp einer halben Stunde nimmt der Film richtig Fahrt auf. Aber diese Zeit braucht er auch. Das ist vollkommen in Ordnung so.

Während aus tierschutzrechtlichen Gründen heute mit Sicherheit keine 5000 Spinnen genommen werden würden (einige wurden für diesen Film tatsächlich überfahren, zertreten oder mit heißen Wasser übergossen) sondern wahrscheinlich eher auf CGI gesetzt werden würde (so wie MEGASPIDER (2013)  oder ARAC ATTACK (2002) )  schafft es der Film seinen Horror und seine stimmig-staubige Atmosphäre nur durch die Anwesenheit der unzähligen Spinnen zu erzeugen. Und das erreicht er wunderbar.

Selten hat man Tierhorror so effizient in Szene gesetzt. Der Charme des Horrors wird hier bis zum bitteren Ende aufgebaut. Und dieses Ende haut in die Magengrube. Mich hat dieses Ende als Kind tief beeindruckt und auch heute stelle ich fest, dass dieses Ende effektiver und konsequenter kaum sein kann. Es sollte immer eine Fortsetzung gedreht werden, denn er war durchaus erfolgreich für solch ein Subgenre. Aber ich muss sagen zum Glück wurde das nie realisiert. Denn so ist der Schluss noch viel effizienter. Die Schauspieler agieren alle sehr gut. Allen voran beeindruckte mich Woody Stroode als Farmer Colby. Der ehemalige Zehnkämpfer und American Footballspieler ist einmalig hier. Ich bin immer wieder angetan von diesem Schauspieler, der mich das erste Mal in Kubricks SPARTACUS (1960) überzeugte. Auch SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD (1968) war er ein großer Akteur. Übrigens gehört Stroode zu den ersten beiden afroamerikanischen American Footballspieler in der amerikanischen Geschichte (1946 bei den Los Angeles Rams).

Neben DER WEIßE HAI (1976), PHASE IV (197)  und TARANTULA (195 für mich einer der besten Tierhorrorfilme. Kleine Bemerkung für das  unnütze Wissen: Der Cutter dieses Films ist der spätere mehrfach oscarnominierte Drehbuchautor Steven Zaillian (SCHINDLERS LISTE (1993),  GANGS OF NEW YORK (2003)). Regisseur Carlos drehte später solch Filme wie  MUTANT II (1984) oder DER GEÄCHTETE VON GOR (1989).