Motorcycle Gang

Liest man den Namen John Milius denkt man sofort an „Conan – Der Barbar“ oder auch „Die rote Flut“. Doch neben solchen Kassenschlagern wurden auch regelrechte Filmgurken inszeniert. So wie in dem Fall „Motorcycle Gang“ von 1994. Milius ist ein Waffenlobbyist und Action Fanatiker. Doch mit dieser TV – Produktion schoß er sich ins eigene Bein.

Das es sich um eine TV Produktion handelt, bekommt man recht schnell mit. Das Budget war anscheinend sehr begrenzt und ließ nur wenig Spielraum für Regisseur und Darsteller. Der Film wird als Action Streifen in vielen Datenbanken gelistet, doch es fehlt ihm was extrem wichtiges „Die Action“!

Man merkt der Story an das der Regisseur versuchte alles erdenkliche aus dem Nähkästchen zu zaubern. Doch leider ohne sehenswerten Erfolg. Betrachtet man die Filmbeschreibung bekommt man den Eindruck es handelt sich um einen Bikerstreifen mit Rache- und Selbstjustizelementen.

Ein Familienvater der ein nicht allzu erfülltes Leben mit seiner Frau und seiner Teeny Tochter führt, macht sich auf die Reise nach Kalifornien. Ein neuer Job und neue Umgebung soll die zerrüttete Familie wieder zusammen flicken. Auf der Fahrt begegnen sie einer Motorrad Gruppe die ein rebellisches Leben auf den Highways in den USA führt. Die Tochter des ehemaligen Generals der Army wird von den Bikern entführt und nach Mexiko verschleppt. Doch sie haben die Rechnung ohne den fürsorglichen Vater gemacht.

Bis zum Racheakt des Vaters vergehen erstmal satte 80 Minuten der 90 Minuten Spielzeit. In dieser Zeit plätschert die Story mühseelig vor sich hin. Man bekommt ein paar nette Landschaftsaufnahmen und die Biker Gruppe auf den Highways gezeigt. Hin und wieder die kleine Familie wie sie die lange und anstrengende Fahrt nach Kalifornien versuchen zu überstehen. Erst in den letzten Minuten in Mexiko findet in einer abgelegenen Scheune das erhoffte Finale statt. Zuvor verschwendet man viel Screentime für unsinnige und belanglose Dialoge. Nur wenig bekommt der Zuschauer über die einzelnen Charaktere und deren Lebensweisen und Ansichten geboten. Erst als der Vater ebenfalls an der Scheune eintrifft, beginnt die Story Fahrt aufzunehmen. Ein paar blutige kleine Fights zwischen dem Vater und den Bikern beginnt. Doch auch hier bekommt das geringe Budget deutlich zu spüren. So schnell wie das Finale beginnt, so endet es auch leider wieder.

Hätte man dem Filmteam ein wenig mehr Budget zur Verfügung gestellt, hätte man bestimmt einen Actionstreifen mit schaubarem Wert geschaffen. Doch so wirkt er unausgereift und lustlos und stellt selbst für eingefleischte Bikerstreifen Fans eine Geduldsprobe dar. Vor allem eine Bikergruppe bestehend aus nur vier Mann. Da kann ein Jake Busey, bekannt aus „Contact“ und „Starship Troopers“ als Anführer der kleinen Bikergruppe den Film auch nicht aus der Misere ziehen.