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Brazil (1985)

Brazil

Es ist nur ein Zustand des Geistes.

19852 h 16 min
Kurzinhalt

Sam Lowry ist ein kleiner Angestellter im Archiv des allmächtigen „Ministeriums für Information“ (M.O.I.) in einer düsteren, bürokratisierten und technisierten Welt. In seinen Träumen trifft er als geflügelter Held in schimmernder Rüstung eine blonde Schönheit in wallendem Weiß. Im wirklichen Leben möchte er gerne unauffällig leben. Seine einflussreiche Mutter, die mit ihrer Freundin um den besseren Schönheitschirurgen konkurriert, arrangiert eine Beförderung, die Sam aber ablehnt.

Metadaten
Regisseur Terry Gilliam
Laufzeit 2 h 16 min
Starttermin 20 Februar 1985
Detail
Medien Blu-Ray
Film-Details Verfügbar
Bewertung Sehr Gut
Bilder

Avantgardistische Kunst sucht ihren Platz in der Filmwelt, ohne das Ziel wirklich erreichen zu wollen. Denn BRAZIL entzieht sich wahrhaftig jeglicher Kategorisierung, sowohl inhaltlich, als auch die Umsetzung betreffend. Das primär Augenscheinliche und Bemerkenswerte zeigt sich schon ziemlich zu Beginn, denn der Film bedient sich quasi vieler politischer Strömungen, ohne sich auch nur annähernd auf eine festlegen zu wollen. Da trifft ausschweifende Punk-Attitüde (…die alten, reichen ´ Schabracken´ zum Beispiel…) auf blinden Scheuklappen-Lobbyismus, unterwandert von anarchistischem Bombenterror, welcher den negativen Gipfel der erstickenden sowie alles und jeden gnadenlos unterjochenden End-Bürokratie im Nazi-Kommunisten-Gewand zu bekämpfen versucht.

© 1985 Embassy International Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Mittendrin und doch irgendwie nicht dabei, weil zur seelenlosen Marionette verkommen, befindet sich der (Anti) Held, welcher in seinen, im Film wunderbar phantasievoll und opulent gepriesenen, Tag,- und Nacht träumen die einzig wahre Liebe sucht, welche ihm seine Gesellschaft niemals schenken könnte – oder doch ?
Terry Gilliam schuf mit BRAZIL ein bizarres, skurriles, bösartiges, wahnwitziges und kontroverses Märchen und Plädoyer für die unantastbare Freiheit des menschlichen Geistes und damit einen Aufruf zum ewigen Erhalt der eigenen Phantasie, welche in drohender Endkonsequenz von stupidem Einheitsbrei und diktatorischer Finsternis die Rettung des Individuums bedeuten könnte und sollte.

© 1985 Embassy International Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Die Umsetzung des ebenso einzigartigen Stoffes gelang dem inszenatorischen Weirdo und ehemaligen ´Monthy Python´ außergewöhnlich und seinesgleichen suchend.
Der Zuschauer wird sofort umklammert von Chaos und Absurditäten, erst durch die manisch-vorangetriebene Revolution entblättern sich langsam aber stetig Sinn und Botschaft dieses besonderen Meisterwerkes.